Pokémon-Veteran Junichi Masuda spricht über die Anfänge der Pokémon-Spiele

In einem Interview mit Polygon teilt der Spieleentwickler und Videospiel-Komponist Junichi Masuda seine Erinnerungen an die Anfänge der Pokémon-Spiele mit. Hintergrund hierfür ist, dass es sich bei Pokémon: Let’s Go, Pikachu/Evoli, die am 16. November für die Nintendo Switch erscheinen, um eine Neuauflage von Pokémon Gelb handelt und diese einen großen Nostalgiewert mitbringen. Das liegt auch mit an der Musik, die Junichi Masuda für die ersten Spiele der Pokémon-Reihe komponiert hat, welche wir auch in den neuen Ablegern in moderner Form hören werden.

Die Anfänge von Game Freak

Zu Beginn bestand das Team nur aus ein paar Leuten und sie brachten auch keine großen Hits bei Game Freak. Welche Art Spiele entwickelt werden, da waren sich alle einig: es sollen Spiele entwickelt werden, die sie auch selbst gerne spielen würden und sie somit auch ihr Herzblut in die Entwicklung stecken würden. Da sie aber, wie jedes andere Unternehmen, Gehälter zahlen müssen, musste Pokémon ein großer Erfolg werden.

Nach sechs Jahren wurden Pokémon Rot und Grün fertiggestellt. In dieser Zeit konnte sich das Unternehmen mit kleineren Projekten über Wasser halten. Das Entwicklerteam für Pokémon: Let’s Go, Pikachu/Evoli bestand am Ende aus über 100 Personen und noch immer ist die Philophie heute dieselbe wie damals. Dass die ersten Pokémon-Spiele solch ein Erfolg werden, war eher unerwartet, da der Game Boy zu der Zeit in Japan eher rückläufig war.

Ein Computerabsturz zerstörte beinahe die komplette Arbeit der ersten Pokémon-Spiele

Masuda erzählt weiter, dass sie die Spiele auf UNIX Computerstationen
entwickelten , sogenannten Sun SPARCstation 1. Damals stürzten Computer noch häufig ab. Etwa im vierten Jahr der Entwicklung stürzte solch ein Computer ab, der die kompletten Daten gesichert hatte und das Team wusste nicht, wie sie dies beheben können. Masuda holte sich Hilfe bei einer Computerfirma und stellte viele Nachforschungen an. 

Er las sich Bücher auf englisch über den Computer selbst durch, um sich weiterhelfen zu können, denn auf japanisch gab es hier nur sehr wenig. Letztendlich konnten sie das Problem lösen. Dennoch war das Ganze sehr nervenaufreibend und hätte dem Unternehmen alles kosten können.

Der Release-Tag von Pokémon Rot und Grün

An diesem großen Tag lief das gesamte Entwicklerteam in verschiedene Läden in Japan, um zu sehen, wie sich der Verkauf der Spiele entwickelte. Denn damals gab es kein Social Media wie heute, um so direkte Reaktionen zu erhalten. Sie waren der Auffassung, dass es gut aussieht, wie gut genau konnten sie aber nicht so schnell herausfinden. 

Nach einer Weile hörte man die Leute über Pokémon sprechen und es erschienen Zeitungsartikel darüber. Das zeigte ihnen, dass es in Japan auf jeden Fall sehr gut zu laufen schien. Kurze Zeit später wurde bekannt gegeben, dass es einen Anime und ein Kartenspiel zu Pokémon geben wird. Das bewies dem Team noch einmal, wie groß das Ganze werden würde. 

Die Veröffentlichung im Westen: Zu süß für die USA?

Um auch im Westen erfolgreich zu sein, war es Teil der Strategie Pokémon mithilfe des Anime den Leuten schmackhaft zu machen. Diese Strategie ging voll auf und Pokémon wurde auch außerhalb von Japan zu einem riesen Hit. 

In einem weiteren Interview erzählte Masuda, dass er die Befürchtung hatte, dass Pokémon teilweise zu süß seien, um in den USA erfolgreich zu sein und man einige Charakterdesigns ändern sollte, wie beispielsweise von Pummeluff oder Piepi. Er war jedoch der Meinung, dass es noch andere “coole” Pokémon wie Mewtu oder Glurak gibt, die sicherlich Anklang finden werden. Zum Glück waren seine Sorgen unbegründet. Mit der guten Mischung verschiedener Arten war für jeden etwas dabei.

Das damalige Team wirkt auch heute bei Pokémon: Let’s Go, Pikachu/Evoli mit

Da Pokémon: Let’s Go, Pikachu/Evoli stark an die ersten Game-Boy-Spiele anlehnt und auch das Team von damals hier mitwirkt, hatte jeder seine eigenen Ideen für das neue Spiel. Sie einigten sich sofort darauf, den Text nicht groß zu verändern, sondern so wie in den Originalspielen zu lassen. Gleichzeitig fanden sie aber, dass beispielsweise der Pokédex hilfreicher gestaltet werden sollte. 

Für viele wird es die erste Reise durch Kanto sein, daher möchten sie auch aufgrund diesen Aspekts nicht viel verändern, sodass erfahrene Spieler neuen etwas Hilfestellung geben können, wo sie als nächstes hin müssen. Sie spielten auch nochmal Pokémon Gelb und bemerkten wieder, dass es einige knifflige Stellen gibt und es ungefähr 40 Stunden dauert, um es durchzuspielen. Der Plan war es, das Spieltempo zu beschleunigten, ohne das Gefühl der Originalspiele zu zerstören.

Letztendlich sind Pokémon: Let’s Go, Pikachu/Evoli nur an Pokémon Gelb angelehnt, fühlen sich aber dennoch wie ein völlig neues Spiel an. Was sagt ihr zu den Anfängen von Pokémon? Freut ihr euch auf die neuen Ableger für die Nintendo Switch, die am 16. November erscheinen und werden sie euch ein Stück Nostalgie zurückbringen?

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