Humorvolle Stealth-Parodie – UnMetal

Metal Gear und Metal Gear Solid sind in der Spielewelt große Namen und standen immer für sehr innovative Ideen und optische Meisterleistungen. Ihre Ursprünge hatte die beliebte Stealth-Reihe mit den Metal Gear Spielen, die uns über eine isometrische Vogelperspektive ins Spielgeschehen geschmissen haben. UnMetal von Unepic Entertainment ist eine Parodie dieser klassischen Metal Gear Titel. Doch ist der Titel eine bloße Kopie des Originals oder doch etwas komplett Eigenes?

Snak…. Jesse Fox hier


Jesse Fox ist ein gewöhnlicher Mensch, welcher für ein Verbrechen verhaftet wurde, welches er nicht begangen hat. Nachdem er aber aus dem Gefängnis mithilfe eines Helikopter geflohen ist, wurde er abgeschossen und erneut von einer militärischen Fraktion gefangen genommen. Dort erzählt er dem Colonel, wie es zu seiner Flucht gekommen ist. Dies macht er ziemlich präzise und genau und lässt meistens kein Detail aus. Die ganzen Gespräche und Gedanken sind komplett synchronisiert und klingen ähnlich wie bei einem Metal Gear Solid Spiel (die rauchige Stimme von Solid Snake). Während seiner Flucht erlebt Jesse die aberwitzigsten Dinge und versucht diese auch glaubwürdig rüberzubringen. Allerdings zweifelt der Colonel öfter mal an seinen Aussagen, da er sich nicht vorstellen kann, wie Fox ein Atom-U-Boot alleine zerstört hat.
Humor schreibt das Spiel sehr groß. Selten habe ich so viel gelacht und geschmunzelt, weil das Spiel wirklich einen guten Job macht, sich selbst nicht ernst zu nehmen. Die Kommentare, welche von Jesse, dem Colonel und anderen Charakteren geäußert werden, sind einfach nur klasse und machen den Titel alleine deswegen schon spielenswert.

Das ist doch alles Käse


UnMetal hat sich von der Metal Gear Reihe inspirieren lassen, was natürlich auch nicht schlimm ist, da es ein bewährtes Konzept im Bereich Stealth ist. Der Titel hat aber sehr häufig die Angewohnheit einige Gameplay-Aspekte einzuwerfen, welche dann einfach nur absurd sind. So könnt ihr an einigen Punkten Entscheidungen treffen um somit manchmal komplett andere Hindernisse zu “erzeugen” und die Schwierigkeit zu ändern. Im zweiten Kapitel kann man ein optionales Ereignis auslösen, wo man selber ein Stück Käse ist. Was genau passiert ist, verraten wir aber lieber nicht. Ihr schleicht, schießt, sprengt, schlagt oder versteckt euch ständig im Spiel. Man muss auch vorsichtig vorgehen, denn wenn ihr entdeckt werdet, seid ihr so gut wie tot. Dutzende von Soldaten schwärmen in eure Richtung und töten euch schneller, als ihr verdammt sagen könnt. Schaltet ihr Soldaten und Wachen komplett lautlos und heimlich aus, so erhaltet ihr Erfahrungspunkte, womit ihr aufleveln könnt und spezielle Fähigkeiten erlangt. Dies kann zum Beispiel sein, dass ihr schneller laufen oder auch mehr MediKits tragen könnt.


Bosskämpfe sind auch reichlich vorhanden. Sie unterscheiden sich fast alle voneinander und bieten einzigartige Hindernisse und Spielmechaniken. Neben den üblichen Panzern, Helikoptern und Menschen müsst ihr aber auch gegen andere “Monster” kämpfen. Solltet ihr mal sterben, so müsst ihr nicht vom Anfang des Levels wie bei manch anderen Titeln anfangen, sondern startet vom letzten Speicherpunkt. So bescheuert es klingt, aber in UnMetal speichert ihr, wenn ihr auf einer Toilette uriniert… oder in einen Pott, sollte mal kein stilles Örtchen in der Nähe sein. Am Anfang des Spiels sind die Checkpoints noch recht häufig verteilt aber in den letzten 3 Kapiteln doch eher selten. Das hat natürlich zur Folge, dass ihr bei einem Game Over mitunter relativ oft einen Bereich wiederholen müsst. Und gerade im letzten Drittel von UnMetal sieht man den Game Over Screen häufiger als einem lieb ist.
Jesse Fox ist kein Attentäter und Mörder, das macht er häufig klar und deutlich. Allerdings hat dies zur Folge, dass ihr keine Wachen mit Schusswaffen töten dürft. Solltet ihr dies dennoch tun, so müsst ihr eines euer MediKits opfern und die Wache wieder heilen (keine Angst sie bleibt aber betäubt). Gelingt euch das nicht, so heißt es Game Over.

Humorvolle Stimmen


Optisch und akustisch ist der Titel mit seiner 16-bit-Optik heutzutage keine Meisterleistung, dennoch überzeugt beides. Die Grafik ist passend, wenn auch manchmal farblich sehr eintönig und läuft dabei auf Nintendo Switch mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde. Die Musik ist immer recht verhalten und eher ruhig im Hintergrund, bis es dann doch mal zur Action kommt, dann ertönt schnell laute Musik, die den Adrenalinpegel erhöht. Was man aber nicht genug loben kann, ist die Sprachausgabe gekoppelt mit dem Humor. Die Stimmen sind allesamt passend und es macht Spaß ihnen zuzuhören und ich habe vollsten Respekt, dass bei einigen Sätzen die Synchronsprecher nicht komplett in Gelächter geraten sind. Insgesamt passt das Gesamtpaket in allen Aspekten und der Titel hat sich dadurch zu einem kleinen Geheimtipp entwickelt

Bada-Boom


Nach guten 10 Stunden flimmerte der Abspann über mein Gerät und ich habe überlegt, wie oft ich jetzt schon gegrinst habe. Nach dem ersten Spielen ist der Charme für mich persönlich verflogen, allerdings gibt es einige Herausforderungen, welche man im Spiel entdecken kann, welche ungefähr mit Erfolgen gleichzusetzen sind. Einige sind relativ simpel und andere erfordern ein Umdenken der Herangehensweisen im Spiel. Ebenfalls gibt es 4 Schwierigkeitsgrade, welche ein wenig Wiederspielwert bieten, aber für die meisten sicherlich nicht genug. Dennoch hat mich der Titel durch seine einzigartige Struktur dermaßen gefesselt, dass ich ihn quasi “verschlungen” habe.

o

Fazit: Metal Gear Fan? Kaufen! Das ist ein Befehl!

Fazit: Metal Gear Fan? Kaufen! Das ist ein Befehl!
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Wer Fan der Metal Gear (Solid) Reihe ist, braucht hier nicht lange überlegen und darf sofort zuschlagen. Der Titel nimmt sich nicht immer ernst, was aber kein Problem ist, da es davon auch lebt. Mit 10 Stunden Spielspaß habt ihr einiges zu sehen und zu hören und müsst häufig auch mal schmunzeln. Ein Geheimtipp für den Nintendo eShop.
Wer Fan der Metal Gear (Solid) Reihe ist, braucht hier nicht lange überlegen und darf sofort zuschlagen. Der Titel nimmt sich nicht immer ernst, was aber kein Problem ist, da es davon auch lebt. Mit 10 Stunden Spielspaß habt ihr einiges zu sehen und zu hören und müsst häufig auch mal schmunzeln. Ein Geheimtipp für den Nintendo eShop.
87/100
Total Score

Pro

  • Humorvoll bis zum Schluss
  • Komplette Vertonung
  • Homage an Metal Gear

Contra

  • Checkpoints manchmal sehr weit entfernt
  • An einigen Stellen Trial and Error
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