DRAGON QUEST XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition im Test für Nintendo Switch 2

Im Juli 2017 erschien der elfte Hauptteil der beliebten Dragon Quest-Reihe von Square Enix in Japan. Dragon Quest XI erschien ein gutes Jahr später im Westen unter dem Namen Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals für PlayStation 4 und PC. Da der Titel auch für Nintendo Switch angekündigt wurde, hat der Entwickler für den Hybriden eine besondere Edition präsentiert: Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition.

Diese erschien vor fast sieben Jahren für Nintendo Switch und bot nicht nur einen komplett orchestrierten Soundtrack, sondern auch andere zahlreiche Verbesserungen und Features, die zuvor noch nicht im Westen verfügbar waren. Vor einigen Monaten hatte Square Enix überraschend eine Nintendo-Switch-2-Version des Titels angekündigt, und wir durften diese Version für euch einmal unter die Lupe nehmen. Lohnt sich der Titel heute noch? Und wie steht es mit den technischen Verbesserungen?

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Der Held von Licht und Dunkelheit

Der Protagonist von Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition ist, wie üblich für Spiele der Reihe, ein stummer Held, den ihr nach Belieben benennen dürft. Aufgewachsen in einem kleinen, abgelegenen Dorf, erfuhr er eines Tages, dass er der erkorene Held vom Weltenbaum Yggdrasil ist. Als Lichtbringer muss er die Welt vom Bösen befreien.

Natürlich ist unser Held nicht alleine und trifft während seines Abenteuers auf zahlreiche Mitstreiter, die sich ihm anschließen. Erik der Dieb, Veronica die Magierin und auch Serena die Heilerin schließen sich sehr früh der Gruppe an. Doch im Verlaufe des Abenteuers trefft ihr auch auf zahlreiche andere Verbündete, die den Helden unterstützen.

Die Geschichte von Dragon Quest XI erstreckt sich über etliche Stunden und bietet neben der Hauptgeschichte auch zahlreiche Nebenaufgaben und besondere Aufgaben für die Hauptcharaktere. Die Geschichte erfindet das Rad nicht neu, hat mich aber bei meinem ersten Durchlauf damals an einigen Momenten schon mitgenommen. Mehr möchten wir euch aber nicht verraten, da Rollenspiele schließlich auch von ihrer (meist gut) geschriebenen Geschichte leben.

Ein Held aus Dragon Quest mit funkelndem Schwert steht bereit für den Kampf gegen die Dunkelheit.

Klassisches, dennoch modernisiertes Rollenspiel

Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition ist genauso, wie sich ein modernes RPG anfühlen sollte. Rundenbasierte Kämpfe mit vier Gruppenmitgliedern sind das Element, das ihr erwarten könnt. Wer schon einmal ein Dragon Quest (oder auch Final Fantasy) gespielt hat, sollte sich hier sofort wohlfühlen.

Die gigantische Welt des Titels lädt auch überall zum Erkunden ein und jeder kleine Hinweis, welchem ihr folgt, könnte einen wertvollen Gegenstand verstecken. In den Städten könnt ihr in der Regel auch jedes Gebäude betreten und nicht nur die Schatztruhen plündern, sondern auch Krüge für Gegenstände zerstören. Link wäre stolz auf euch. Außerhalb von Städten wird euch, anders als in anderen Rollenspielen, keine Weltkarte geboten, sondern eher ein riesiges begehbares Gebiet. Auch hier wird der Forscherdrang natürlich oft belohnt.

Dragon Quest XI bietet im „normalen“ Spielmodus (später dazu mehr) keine zufallsbasierten Kämpfe, sondern ihr müsst aktiv mit Feinden auf der Oberwelt in Berührung kommen, um den Kampf auszulösen. Sollten eure Ressourcen und auch die allgemeine Gesundheit der Gruppe schwinden, so ist es vielleicht ratsam, Feinden aus dem Weg zu gehen.

Jeder Charakter ist normalerweise einer bestimmten Klasse zugeordnet. Dragon Quest XI bietet jedoch für jeden spielbaren Charakter einen Talentbaum, der sich noch auf verschiedene Waffentypen erstreckt. Um dort Fähigkeiten zu erlernen, benötigt ihr Fähigkeitenpunkte, die ihr ab einem bestimmten Fortschritt in der Geschichte für Stufenaufstiege erhaltet. Dadurch ist es euch möglich, unter anderem die Schwächen von Magiern ein wenig auszugleichen. Alternativ könnt ihr natürlich auch noch mächtigere Zauber erlernen, die Kämpfe im Nu enden lassen.

Leider ist der Titel eher auf der leichten Seite und ihr solltet in der Regel keine Probleme mit Gegnern oder Bosskämpfen haben. Es gibt jedoch verschiedene Schwierigkeitsgrade und in der Definitive Edition sogar einen besonders schweren für Hardcore-Spieler.

Ein riesiger Skorpion bedroht die Helden in DQXI-E3-7, die sich im Kampf bereit machen.

Ein cooles, jedoch nicht für Kämpfe relevantes Feature ist das freie Bewegen im Kampf. Solltet ihr in einen Kampf mit Feinden geraten, so könnt ihr mit dem Analogstick die Charaktere in einem Kampffeld beliebig bewegen. Die Angriffe oder auch Zauber werden von dieser Stelle ausgeführt und fördern so ein wenig die Dynamik in Kämpfen. Es handelt sich hierbei jedoch um einen rein optischen Effekt. Über die Einstellungen ist es jederzeit möglich, dass ihr auch den „klassischen“ Kampfmodus aktiviert und alle Kämpfer in einer Reihe stehen und ihre Aktionen durchführen. Hierfür wurden auch spezielle Kameraeinstellungen für Fähigkeiten gestaltet. So fühlt es sich an wie ein klassisches Dragon Quest.

Ein besonders kreatives Feature ist der alternative 2D-Spielmodus, den ihr in jeder Kirche aktivieren könnt. Da es in Japan auch eine Nintendo-3DS-Version gegeben hat, existierte ebenfalls eine komplette 2D-Version des Titels. Solltet ihr also Interesse daran haben, den Titel lieber in schöner 2D-Optik zu genießen, so ist dies die Gelegenheit für euch.

Eine Gruppe von Abenteurern steht vor den charmanten Häusern in dqxi-tickington-mblk1ktaa, umgeben von Natur.

Zwischensequenzen sind natürlich nicht großartig animiert und in dieser Version des Spiels ist auch keine Sprachausgabe vorhanden. Alles andere ist aber perfekt enthalten und jeder Feind hat sogar extra 2D-Sprites bekommen. Zwar wurde das Kampfsystem nicht großartig geändert, aber in der 2D-Version sind Kämpfe zufallsbasiert. Wenn ihr Feinden ausweichen wollt, müsst ihr notgedrungen die Flucht ergreifen. Habt ihr den Titel bereits einmal in der 3D-Version komplettiert, so wäre vielleicht diese Version für einen zweiten Durchlauf einen Blick wert.

Technisches definitives Upgrade

Grafisch bot die ursprüngliche Version schon ordentlich was für Nintendo Switch. Klar wurden einige Effekte zurückgedreht und die Bildwiederholrate war auf 30 Bilder pro Sekunde gesetzt. Das Hauptproblem mit dem Original waren allerdings die sehr langen Ladezeiten. Zwischen den Gebieten hatte der Spieler gute 10–20 Sekunden lange Ladezeiten und das zerstörte ein wenig das Pacing, besonders wenn man später via Schnellreisen durch die Welt geht. Wir gehen also jetzt auf die einzelnen technischen Aspekte ein, die Square Enix verbessert hat:

  • Die Optik wurde an die ursprünglichen Versionen für PC, PS4 usw. angepasst.
  • Zwei Grafikmodi wurden bereitgestellt: Performance mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde, aber einer geringeren Auflösung im Gegenzug. Der Grafik-/Optik-Modus setzt die Bildrate auf 30 FPS, bietet jedoch ein knackscharfes Bild. Beide Modi funktionieren im Docked-Modus und im Handheld gleich.
  • Die Ladezeiten wurden enorm verbessert und in der Regel sind diese nicht länger als 4–5 Sekunden.

Die Grafik selbst würde ich als „Dragon-Quest-like“ bezeichnen. Farbenfrohe Welten und Charaktere dominieren den Bildschirm und es wirkt mitunter so, als ob man einen 3D-animierten Anime schaut. Optisch ist der Titel natürlich ein wenig schlechter als das Remake von Dragon Quest VII, welches dieses Jahr ebenfalls für Nintendo Switch 2 erschienen ist, jedoch ist Dragon Quest XI hier optimal gealtert.

Die Musik von Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition ist gut, reißt jedoch keine Bäume aus. Das volle Orchester ist jedoch sehr wohltuend für die Ohren. Ursprünglich gab es im Westen nur eine nicht orchestrierte Version des Soundtracks, doch mit der Definitive Edition wurde dies zum Glück geändert und ihr könnt jederzeit zwischen den beiden Modi wechseln. Wer aber einmal in den Genuss des orchestralen Soundtracks gekommen ist, möchte eigentlich nicht mehr zurück.

Ebenfalls wird euch eine japanische Sprachausgabe und eine englische Sprachausgabe geboten. Normalerweise spiele ich Spiele selten auf Japanisch, da ich gerne auch Texte verstehen möchte. Doch hier war die englische Synchronisation nicht wirklich überzeugend und ich bin auf die japanische umgestiegen. Natürlich kann das jeder für sich selbst auch entscheiden.

Jetzt aber zu dem Elefanten im Raum: Auch wenn Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition ein guter Titel ist, so ist die Kaufempfehlung für Besitzer der Nintendo-Switch-Version nur schwer auszusprechen. Es gibt leider keinen Upgrade-Pfad und es ist ebenfalls nicht möglich, euren Fortschritt mitzuübernehmen. Der Titel wird zwar nur für 40 € verkauft, aber das hinterlässt zusätzlich einen faden Beigeschmack. Solltet ihr noch nie diesen Titel gespielt haben und besitzt eine Nintendo Switch 2, so greift jedoch ohne Bedenken zu dieser Version.

Ein Reiter erkundet die malerische Landschaft im DQXI-E3-4 mit einem strahlenden Sonnenaufgang im Hintergrund.

Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition war für Nintendo Switch schon ein guter Titel und bot eine enorme Spielzeit. Über 100 Stunden Spielzeit konnte man ohne Probleme erreichen und hat viel für sein Geld geboten bekommen. Der Titel ist eher von klassischer Natur und spricht auch gerade jene Fans von Rollenspielen an. Fans von Dragon Quest oder auch Fans klassischer Rollenspiele können hier sofort zugreifen.

Episches Rollenspiel jetzt mit Upgrades

DRAGON QUEST XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition
86 100 0 1
Die neuen Grafikmodi und Ladezeiten werten das Spielerlebnis auf und ihr erhaltet ebenfalls das Komplettpaket mit zusätzlichen Geschichten. Die fehlende Möglichkeit für Besitzer, den Titel upzugraden, ist jedoch schade und sorgt dafür, dass die wenigsten Fans den Titel noch einmal für Vollpreis kaufen werden.
Die neuen Grafikmodi und Ladezeiten werten das Spielerlebnis auf und ihr erhaltet ebenfalls das Komplettpaket mit zusätzlichen Geschichten. Die fehlende Möglichkeit für Besitzer, den Titel upzugraden, ist jedoch schade und sorgt dafür, dass die wenigsten Fans den Titel noch einmal für Vollpreis kaufen werden.
86/100
Total Score

Pro

  • Immer noch zeitgemäße Grafik
  • Optimiert für Nintendo Switch 2
  • 2 unterschiedliche Spielmodi
  • Kurze Ladezeiten

Contra

  • Relativ leichter Schwierigkeitsgrad
  • Story reißt keine Bäume aus
  • Englische Sprachausgabe ist gewöhnungsbedürftig
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