Splatoon Raiders ist gerade erschienen und wagt sich mit seinem Solo-/Koop-Loot-Shooter-Ansatz in ein Genre, das Nintendo bislang eher gemieden hat. Das wirft eine größere Frage auf: Warum experimentiert Nintendo eigentlich so selten mit komplett neuen Spielprinzipien?
Die Reviews waren okay, das Spiel erhält hervorragende Nutzerbewertungen auf Metacritic.
Auch Drag x Drive, Donkey Kong Bananza und Yoshi and the Mysterious Book zeigten, dass Nintendo verstärkt bereit ist, ausgetretene Pfade zu verlassen. Das wirft eine größere Frage auf: Sollte Nintendo diesen Mut nicht noch konsequenter zeigen?
Ein Blick auf Nintendos Erfolgsrezept
Nintendos größte Stärke ist gleichzeitig eine gewisse Falle: Mario, Zelda und Pokémon liefern zuverlässig hohe Qualität und enorme Verkaufszahlen. Warum also Risiken eingehen? Die Antwort liegt in der Kreativität selbst. Pokémon ist vielleicht etwas wacklig, wenn es um die Hauptreihe geht – aber Pokémon Pokopia überzeugt auf ganzer Linie!
Wer sich zu lange auf bewährte Formeln verlässt, läuft Gefahr, dass sich selbst die besten Reihen irgendwann wiederholen. Neue Perspektiven entstehen oft gerade dort, wo ein Studio sich auf unbekanntes Terrain wagt.
Splatoon Raiders zeigt, wie sich ein etabliertes Nintendo-Franchise komplett neu denken lässt: weg vom klassischen PvP-Shooter, hin zu einem PvE-fokussierten Loot-Erlebnis. Ein mutiger Schritt für eine Reihe, die sich bislang stark über ihren kompetitiven Kern definiert hat.
Drag x Drive wiederum bringt mit seinem Fokus auf Bewegungssteuerung über Maus-artige Joy-Con-2-Eingaben ein völlig neues Sport-Konzept auf die Switch 2.
Auch Donkey Kong Bananza bricht mit Konventionen: Statt eines klassischen 2D-Jump’n’Runs setzt das Spiel auf ein zerstörbares 3D-Terrain, das sich Spieler regelrecht durchgraben. Ein Ansatz, der selbst für die Donkey-Kong-Reihe ungewöhnlich ist.
Und Yoshi and the Mysterious Book experimentiert mit einem interaktiven Buch als zentralem Erzählrahmen, in dem Umgebungen und Spielmechaniken direkt an das Konzept eines Bilderbuchs gekoppelt sind – eine erzählerische Idee, die wirklich Spaß macht.
Splatoon als Beweis, dass es funktioniert
Als Splatoon 2015 erschien, war das Konzept für ein Nintendo-Spiel denkbar ungewöhnlich: ein territorialer Team-Shooter, bei dem Farbe statt klassischer Waffen im Mittelpunkt steht. Heute ist daraus eine Reihe geworden, die weltweit über 30 Millionen Mal verkauft wurde und eine eigene visuelle sowie musikalische Identität entwickelt hat.
Der Erfolg zeigt: Auch stark umkämpfte, längst etablierte Genres lassen sich mit dem richtigen kreativen Blickwinkel neu erfinden.
Was das für die Zukunft bedeutet
Mit Splatoon Raiders, aber auch vielen anderen Switch-2-Titeln zeigt sich, dass Nintendo überdurchschnittlich viele kreative Risiken eingeht. Man muss kein Marktforscher sein, um zu erkennen, dass sich dieser Mut auszahlen könnte – gerade weil diese Titel beweisen, dass Nintendo auch abseits der etablierten Kernreihen frischen Wind versprühen kann.
Wenn die jünsgsten Titel zeigen, dass Nintendo auch außerhalb gewohnter Bahnen erfolgreich neue Wege gehen kann, sollte das Unternehmen diesen Mut künftig noch öfter demonstrieren. Denn gerade die Bereitschaft, sich in ungewohntes Terrain zu wagen, hat in der Vergangenheit einige der interessantesten Nintendo-Titel überhaupt hervorgebracht.
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