Spieltest R-Type Final 2

R-Type ist für viele Spieler eine eher unbekannte Spielereihe, da diese ursprünglich im Arcade groß geworden ist. Zwar gab es auch etliche Ableger auf Konsolen (unter anderem dem Super Nintendo Entertainment System), allerdings ist der letzte „richtige“ Ableger R-Type Final für die Playstation 2 gewesen. Wir haben uns einmal den neuen zweiten Teil von Entwickler Granzella Inc. angeschaut und können euch sagen, ob sich der Titel lohnt.

Authentisches Feeling

Als alter R-Type Hase fiel mir sofort auf, dass viel Wert auf Nostalgie und gute Ästhetik gesetzt wurde. Allein das Opening hat mein Herz viel schneller schlagen lassen. Der Start des Schiffes baut genug Adrenalin auf, so dass man sich äußerst leicht durch den ersten Level schießen kann. Dies flaut spätestens nach dem ersten Treffer… also Tod ab, da man ohne jegliche Power-Ups und Upgrades wieder mitten im Level starten muss. In R-Type habt ihr immer nur exakt einen Treffer, bevor ihr ein Leben verliert. Dadurch muss man sehr aufmerksam sein und immer auf seine Umgebung achten, denn sollten euch viele Gegner entgegenkommen, müsst ihr nicht nur ihnen ausweichen, sondern auch den eventuellen Projektilen. Solltet ihr doch getroffen werden, so friert der Bildschirm für einige Sekunden ein, damit ihr nachvollziehen könnt, was euch getroffen hat. So kennt man es auch aus den alten Ablegern.

Ebenfalls gut gelungen ist die Grafik und die musikalische Untermalung. Das Spiel strotzt nur so vor Lichteffekten und diese kommen gerade in schmalen Gängen stark zur Geltung. Allerdings hat das Spiel keine stabile Bildrate. Diese ist nämlich „offen“ und kann somit zwischen 30 und 60 Bildern die Sekunde liegen. Eine Option zum Festlegen der Grenze auf 30 BpS für die Umsetzung für Nintendo Switch wäre hier vielleicht angebracht gewesen. Der Soundtrack hingegen ist einfach nur fantastisch und sorgt für sofortiges Eintauchen in das „R-Type-Feeling“. Positiv sei hier erwähnt, dass der Soundtrack auch bei der Digital Deluxe Edition mit dabei ist.

Waffen, Raketen und viel Pew-Pew

In R-Type Final 2 könnt ihr nicht nur zwischen einer Vielzahl an Schiffen auswählen, sondern auch aus dutzenden verschiedenen Waffenkonfigurationen. Neben der BEAM-Waffe stehen euch auch verschiedene Bits und Raketen zur Verfügung. Bits sind bis zu zwei Kugeln, welche um das Schiff kreisen, die Schutz oder auch andere Fähigkeiten bieten. Raketen können zum Beispiel Gegner verfolgen oder auch den Boden/die Decke treffen. Je nach Situation kann man diese zwischen den Level immer auswechseln. Die BEAM-Waffe ist jedoch immer an das jeweilige Schiff gebunden, welches ihr ausgewählt habt. Im Normalfall könnt ihr diese mindestens zweimal aufladen, um so wesentlich größere Projektile abzufeuern. Allerdings dauert das Aufladen auf die zweite „Hyper“-Stufe sehr lang und sorgt dafür, dass man sich einige Sekunden nicht wehren kann. 

Solltet ihr in den einzelnen Level Upgradekugeln finden, so erhaltet ihr eine zusätzliche Waffe, die „Force“. Diese könnt ihr jeweils in drei Modi verwenden, vorne an eurem Schiff, hinten oder auch frei fliegend. Dadurch erhaltet ihr viel mehr Möglichkeiten euch zu verteidigen. Diese Waffe hat ebenfalls drei verschiede Stufen und wird dadurch immer mächtiger bzw. kann mehr Ziele treffen. Rot sind meistens starke Waffen, welche viel Schaden anrichten, aber mit geringer Reichweite; Blau verfolgt meistens ein Ziel oder springt Wände entlang und zuletzt Gelb, welches meist größere Flächen abdeckt. 

Insgesamt habt ihr genügend Waffen zur Verfügung, um alle Gegner zu zerstören aber auch hier sollte man sich bewusst sein (wie oben geschrieben): sterbt ihr, so habt ihr keine weitere Waffe mehr außer euren BEAM.

Schwer, Schwieriger, Brutal

Wer R-Type kennt, weiß, dass die Spiele nicht einfach sind. Allerdings hat Granzilla hier zum Glück einstellbare und adaptive Schwierigkeitsgrade eingeführt. Vier reguläre Schwierigkeitsgrade könnt ihr wählen, dabei ist Übung der leichteste. Selbst beim normalen Schwierigkeitsgrad habt ihr jedoch nur 3 Continues, welche spätestens nach 3 Level verbraucht sind. Solltet ihr also keine Veteranen sein, so startet man lieber leicht. Allerdings gibt es hier auch den besonderen Schwierigkeitsgrad R-Typer, wo ihr unendlich Continues habt, allerdings gleichzeitig auch einer regelrechten Horde an Gegnern gegenübersteht. Für Anfänger ist es definitiv empfehlenswert auf Übung zu spielen, da man sonst vielleicht den Controller gegen die Wand schmeißen wird. 

Für Sammelfreunde stehen euch 100 Schiffe zur Verfügung, welche ihr erwerben könnt. Einige sind sogar nur durch exklusive Passwörter freischaltbar. Im sogenannten R-Museum besteht sogar die Möglichkeit die Schiffe aus nächster Nähe zu betrachten. Das erhöht ein wenig den Wiederspielwert, leider jedoch nicht groß genug. R-Type Final 2 bietet lediglich 8 normale und 4 optionale Level. Nach nicht einmal 90 Minuten sehr ihr also schon den Abspann. Für 39,99€ ist das eine ziemlich magere Spielzeit, welche nur für Fans ordentlich verlängert wird. Ein weiterer fader Beigeschmack sind auch die zusätzlich kostenden Level, die bis Juli veröffentlicht werden. Testet am besten einfach die verfügbare Demo von R-Type Final 2 aus.

  • 7.5/10
    Klassischer R-Type Spaß für Fans - 7.5/10
7.5/10

Fazit: Für Fans spaßiger Shooter

R-Type Final 2 hat viel Spaß gemacht, leider nicht für sehr lange. Nachdem man alle Level gesehen hat und über 40 Schiffe freigeschaltet hat, war die Luft auch schon raus. So authentisch das komplette Erlebnis auch wirkt, insgesamt bleibt lediglich ein „gutes“ Spiel übrig. Für knapp 40 Euro wird einfach zu wenig geboten und selbst für Hardcorefans ist das ein üppiger Preis.

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