Nostalgietrip – Legend of Mana

Ursprünglich für die PlayStation 1 erschien im Jahr 1999 Legend of Mana, der vierte Teil der Mana (Seiken Densetsu) Reihe. Damals fand der Titel nicht einmal seinen Weg nach Deutschland bzw. Europa. Nun aber hat Square Enix einen Remaster des Titels für alle aktuellen Konsolen veröffentlicht. Wir verraten euch in unserem Test wie der Titel sich heute noch schlägt und was ihn so besonders macht.

Ein Konstrukt aus Storyfetzen

In der Welt von Legend of Mana spielt ihr einen der beiden Protagonisten (männlich oder weiblich) und müsst heraus finden, was mit dem Mana Baum geschehen ist. Leider lässt sich die Geschichte von Legend of Mana relativ schwer erklären, da der Titel einen sehr einzigartigen Weg gewählt hat und insgesamt 67 kleine Ministorys besitzt, welche jedoch selten zusammenhängen. Es gibt allerdings drei Hauptstorystränge, die über 5-8 Quests eine ziemlich gute Geschichte erzählen. Wie man diese startet oder auslöst, ist das Grundproblem an der Struktur von Legend of Mana. Prinzipiell gibt es in jedem neuem Gebiet, das man aufstellt mindestens eine Aufgabe, die man sofort erledigen kann. Manchmal jedoch muss man einen beliebigen Dungeon erneut besuchen, um einen NPC anzureden, welcher auf einmal eine neue Geschichte startet. Prinzipiell ist dies nicht verkehrt, jedoch irrt man somit sehr gerne in einigen Gebieten herum und dreht sich wortwörtlich im Kreis. 

Auch wenn die Geschichten selten zusammenhängen, so sind die zugehörigen Charaktere jedoch immer sehr sympathisch und bleiben im Gedächtnis. Dies gilt besonders für die Hauptcharaktere der Hauptstorystränge. Aber die Geschichte bzw. der Aufbau an sich ist auch heute, genauso wie damals, der größte Kritikpunkt geblieben.

Optisches und musikalisches Fest

Legend of Mana braucht sich optisch in der heutigen Zeit überhaupt nicht verstecken. Die Charaktermodelle und Hintergründe sind wunderbar dargestellt und haben nichts von ihrem Charme verloren. Zwar läuft der Titel an sich mit 60 Bildern pro Sekunde, jedoch wurden die Animationen der Modelle nicht angepasst. Das führt dazu, dass das Bildgeschehen nur mit 30 Bildern pro Sekunde dargestellt wird. Es lässt sich ein wenig schwer beschreiben, aber stört kaum. Besonders gut wurden die Bosskämpfe im Spiel dargestellt, da die Bosse meistens riesig sind und fast den gesamten Bildschirm füllen. 

Der Soundtrack des Spiels wurde von Yoko Shinomura komponiert und hat auch eine arrangierte Version bekommen. Schon damals waren die Musikstücke das Highlight des Spiels und blieben ewig im Kopf hängen. Erfreulicherweise gilt dies auch für die arrangierte Version des Soundtracks. Prinzipiell gilt für die neue Version, dass alle Titel mehr Dynamik und Instrumente besitzen. Der Song „Nostalgic Song“ im Titelbildschirm hat Chöre erhalten und klingt insgesamt einfach wesentlich besser. Man kann im Optionsmenü jederzeit die Version des Soundtracks umstellen und auch in einer Jukebox den direkten Vergleich hören. Es ist von Anfang an möglich alle Lieder zu hören. Vereinzelt gibt es Titel, die im Vergleich nicht das Original übertrumpfen, aber das war auch zu erwarten. 

Leichte Spielekost

Das Kampfsystem in Legend of Mana unterscheidet sich extrem von den älteren Mana-Titeln. Kämpfe starten, wenn man auf Gegner in den Gebieten stößt. Allerdings gibt es in Legend of Mana nur Lebenspunkte und den Balken für Spezialangriffe. Magiepunkte und Zauber an sich sind komplett verschwunden und Instrumente füllen diese Lücke ein wenig auf. Die Instrumente sind mit den Mächten eines der acht Elementargeister verbunden und können somit mächtige Magieangriffe entfachen. Instrumente, Waffen und auch Mitstreiter kann man in der Schmiede in seinem Zuhause bauen bzw. verbessern. 

Der Titel an sich ist leider relativ leicht, welches die ganzen Instrumente oder auch Möglichkeiten Begleiter zu züchten oder zu bauen obsolet macht. Stupides zuschlagen mit der Waffe bleibt im ersten Spieldurchlauf die effektivste Methode Gegner zu bezwingen. Am Anfang eures Abenteuers entscheidet ihr euch für einen Waffentyp, welchen ihr aber auch relativ früh ändern könnt. Jeder Typ (z.B. Speer, Schwert, Dolche oder Bogen) besitzt unterschiedliche Fähigkeiten, die erlernt werden können. Neben den Angriffsfähigkeiten gibt es auch Kampffähigkeiten, wovon ihr zwei ausrüsten könnt. Diese helfen euch im Kampf, um zum Beispiel schneller voran zu kommen oder um Gegner zu kontern. Wenn ihr einige davon häufiger einsetzt, erlernt ihr sogar neue Fähigkeiten (Kampf und Angriff), welche mitunter auch Kombinationen aus diesen sind (Sprungkonter zum Beispiel).

Nach dem ersten Durchlauf des Spiels schaltet man den Albtraum-Modus frei, welcher im Zuhause aktiviert werden kann. Dieser kann nach Belieben auch noch um einige Stufen erhöht werden, sodass Gegner mitunter über 100 Lebensbalken haben. Hier wird es dann besonders wichtig, dass man sich mit dem Thema Schmieden von Waffen beschäftigt und welche Fähigkeiten sinnvoll sind. Bosskämpfe werden in den höheren Schwierigkeitsgraden extrem herausfordernd und sorgen manchmal auch für Frust. Die Anpassung des Schwierigkeitsgrads hätte gern von Anfang an verfügbar sein können, da der Titel dadurch – gerade für Veteranen – mehr Pfiff erhält und fordernder ist.

Bau mir ein Monster und einen Golem

Neben dem Schmieden von Waffen und Instrumenten könnt ihr auch eine Vielfalt an Monster fangen und auch züchten. Diese sehen nicht nur niedlich aus, sondern geben oft auch sehr kompetente Kämpfer für euch ab. Bei Bedarf können die Monster auch von einem zweiten Spieler gesteuert werden. Wer keinen Spaß an der Monsterzucht hat, wird vielleicht mit dem Golemlabor glücklich. Dort könnt ihr euch einen komplett eigenen Golem bauen und auch verschiedene Module einbauen. Diese sind mitunter auch unterschiedlich groß und verbrauchen mehr Platz auf der Platine des Golems. Das Golem-Tutorial ist sehr ausführlich und bedarf sogar einem Quiz, damit man einen bauen darf. Um eine gewisse Story absolvieren zu können, muss man entweder einen Monster oder Golembegleiter dabei haben, da man eine volle Party benötigt.

Da das Spiel eine komplett unterschiedliche Herangehensweise bei jedem Spieler hervorbringt, kann man die Spielzeit auch nicht genau bestimmen, aber man sollte mindestens 15-20 Stunden für seinen ersten Durchlauf einplanen. Will man alle Aufgabe komplettieren, benötigt man mehr als das Doppelte davon. Um einige Aufgaben annehmen zu können, muss man auf der Weltkarte die Gebiete in einer bestimmten Reihenfolge bzw. nebeneinander platzieren, damit die Manawerte von den jeweiligen Gebieten oder Städten hoch sind. 

Lang vergessener Titel der Mana Reihe neu belebt

Legend of Mana
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Legend of Mana ist endlich in Europa für Fans der Reihe erhältlich und hat eine wunderbare Kur erhalten. Optisch und akustisch ist der Titel extrem gut gealtert und muss sich überhaupt nicht von den anderen Teilen der Reihe verstecken. Auch wenn es einige fragwürdige Designentscheidungen gibt, macht der Titel dennoch viel Spaß und fesselt mindestens 15 bis 20 Stunden. Überraschender Weise hat Legend of Mana sogar eine sehr gute deutsche Lokalisation erhalten und enthält erstmalig ein ehemals Japanexklusives Minispiel.
Legend of Mana ist endlich in Europa für Fans der Reihe erhältlich und hat eine wunderbare Kur erhalten. Optisch und akustisch ist der Titel extrem gut gealtert und muss sich überhaupt nicht von den anderen Teilen der Reihe verstecken. Auch wenn es einige fragwürdige Designentscheidungen gibt, macht der Titel dennoch viel Spaß und fesselt mindestens 15 bis 20 Stunden. Überraschender Weise hat Legend of Mana sogar eine sehr gute deutsche Lokalisation erhalten und enthält erstmalig ein ehemals Japanexklusives Minispiel.
90/100
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