Capcom hat am 2. Oktober im Rahmen seiner hauseigenen Tech-Konferenz „CAPCOM Open Conference RE: 2026“ Pläne vorgestellt, mit denen die hauseigene RE Engine weiterentwickelt werden soll. Programmierer Satoshi Ishida erläuterte dabei laut GameBiz das sogenannte REX-Projekt, das die Engine auf ein neues Niveau heben soll.
Drei Herausforderungen nach acht Jahren RE Engine
Die RE Engine wird seit 2014 entwickelt und kam 2017 mit Resident Evil 7 erstmals zum Einsatz. Seitdem wurden über 27 Titel damit umgesetzt. Laut Ishida sind bei der langjährigen Nutzung drei zentrale Herausforderungen entstanden: Spiele seien inzwischen so umfangreich geworden, dass Wartezeiten beim Testen einzelner Änderungen die Entwicklung verlangsamten. Zudem sei der Kreis der Nutzenden größer und vielfältiger geworden, darunter auch internationale Mitarbeitende mit Erfahrung in anderen Engines. Hinzu komme die rasante Entwicklung der KI-Technologie, deren sinnvolle Einbindung in den Entwicklungsalltag mittlerweile eine Voraussetzung für effiziente Entwicklung geworden sei.
REX: Schrittweise Weiterentwicklung statt Neubau
Um diese Hürden zu bewältigen, wurde das REX-Projekt ins Leben gerufen. Die bestehende RE Engine wird dabei nicht von Grund auf neu gebaut, sondern schrittweise um neue, mit „RE:“ benannte Technologien ergänzt. Vorgestellt wurden unter anderem RE:Dox für schnellere, einheitliche Datenverarbeitung, RE:UI für spürbar reaktionsschnellere Entwicklungswerkzeuge, RE:Log für ressourcenschonende, mehrsprachige Protokollierung, RE:Flows für die visuelle Erstellung von Spielmechaniken auch durch Designer:innen ohne Programmierkenntnisse sowie RE:Runtime für die effizientere Verwaltung großer Mengen gleichzeitig aktiver Charaktere und Objekte.
Ziel: „Gemeinsam mit KI Spiele erschaffen“
Diese technischen Fortschritte laufen laut Ishida letztlich auf ein größeres Ziel hinaus: die Weiterentwicklung zu einer „KI-Generation-Game-Engine“. Da im REX-Projekt die gesamte Systemarchitektur auf eine weltweit verbreitete Programmiersprache vereinheitlicht wurde, sei der Code nicht nur für menschliche Entwicklerinnen und Entwickler leichter verständlich, sondern auch für KI-Systeme einfacher zu lesen. Dadurch könnte KI künftig eigenständig Programme erstellen und automatisch Testspiele durchführen, um Fehler zu erkennen.
Zudem stellt Capcom einige der entwickelten Technologien, darunter RE:Dox und RE:Log, öffentlich als Open Source zur Verfügung, auch mit dem Ziel, das KI-Training zu unterstützen.
Einordnung: Kein Werkzeug für generierte Kunst
Capcoms VP für Game Development Platform und AI Solutions, Shinichi Inoue, hatte zuvor betont, dass das Unternehmen KI „nicht zur Erschaffung von Kunst, sondern zur Entfaltung des Potenzials von Kreativschaffenden“ einsetze und keine KI-Tools zur Bilderzeugung verwende. „Die Idee ist einfach: Wir wollen zu einem Zustand zurückkehren, in dem Menschen interessante Ideen diskutierten, einen Konsens erreichten und sie dann umsetzten“, so Inoue. „Damals verstand jeder an der Entwicklung Beteiligte den Kontext und die Absichten vollständig, was maximale Leistungsfähigkeit ermöglichte.“
Die Aussagen folgen zudem auf eine Äußerung von Google Clouds Jack Buser, wonach „die meisten Studios KI nutzen, aber nicht alle das offenlegen“ und Spielerinnen und Spieler oft nicht wüssten, dass ihre Lieblingsspiele bereits mit KI entwickelt worden seien.
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