Die steigende Nachfrage nach RAM für KI-Rechenzentren und die damit verbundenen Kostensteigerungen wirken sich laut einem neuen Bericht von Bloomberg (Paywall) erheblich auf die Technologiebranche aus.
Dem Bericht zufolge erwägt Nintendo, den Preis der Switch 2 im Jahr 2026 anzuheben.
Bloomberg beruft sich dabei auf „mit den Plänen vertraute Personen“.
„RAMmageddon“: Speicherpreise steigen deutlich
Laut Bloomberg soll Sony den Marktstart seines bislang unangekündigten PS5-Nachfolgers verschoben haben und peilt nun 2028/29 an. Gleichzeitig befasse sich Nintendo mit der Frage, wie auf die Situation reagiert werden soll, die im Artikel als „RAMmageddon“ bezeichnet wird.
Bloomberg schreibt:
Der enge Konkurrent Nintendo Co., der 2025 durch seine neue Switch 2-Konsole zu einer erhöhten Nachfrage bei Speicherkarten beigetragen hatte, erwägt laut mit den Plänen vertrauter Personen ebenfalls, den Preis für dieses Gerät im Jahr 2026 anzuheben. Vertreter von Sony und Nintendo reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Prognosen und frühere Aussagen
Bereits Anfang des Jahres hatte Niko Partners prognostiziert, dass Nintendo möglicherweise gezwungen sein könnte, die Hardwarepreise anzuheben, wie es auch Wettbewerber getan haben.
Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa wurde im Januar in einem Interview mit Kyoto Shimbun nach der Möglichkeit einer Preiserhöhung gefragt. Er antwortete:
Ich kann hypothetische Fragen nicht kommentieren.
KI-Unternehmen treiben RAM-Nachfrage
Da viele Technologieunternehmen auf Speicher und Mikrochips angewiesen sind, die von externen Herstellern produziert werden, gilt die Situation rund um die RAM-Produktion seit einiger Zeit als angespannt.
Mit zunehmenden Investitionen in KI kaufen Unternehmen wie Meta, Microsoft und Googles Mutterkonzern Alphabet verstärkt DRAM für Rechenzentren, um Chatbots und andere KI-Anwendungen zu betreiben.
Bloomberg berichtet, dass der Preis für eine bestimmte DRAM-Art allein von Dezember auf Januar um 75 Prozent gestiegen sei.
Branche steht vor schwieriger Entscheidung
Infolge der steigenden Kosten müssen Technologieunternehmen laut Bericht entscheiden, ob sie geringere Gewinnmargen akzeptieren oder Preise erhöhen.
Der Einführungspreis der Switch 2 sowie der 90-Euro-Preis von Mario Kart World hatten im vergangenen Juni bereits Diskussionen ausgelöst. Zudem erhöhte Nintendo im letzten Sommer die Preise sämtlicher Switch-1-Hardware in den USA.
Auch Sony und Microsoft passten ihre Hardwarepreise kürzlich an. Sony erhöhte im vergangenen August die Preise aller PS5-Modelle in den USA um 50 US-Dollar.
Weitere Entwicklung bleibt abzuwarten
Nintendo brachte seine aktuelle Konsole zwar vor einer möglichen vollständigen Eskalation der RAM-Preissituation auf den Markt, steht jedoch weiterhin vor der Aufgabe, die Produktionszahlen aufrechtzuerhalten.
Eine offizielle Bestätigung einer Preiserhöhung der Switch 2 liegt derzeit nicht vor.