Sony hat bestätigt, dass das Unternehmen weltweit mit Einzelhändlern über die Auswirkungen der Entscheidung spricht, ab Januar 2028 keine physischen Discs mehr zu produzieren.
Im Rahmen einer Fragerunde nach der Bekanntgabe der Q1-2026-Geschäftszahlen erklärte Sony-CEO Lin Tao, dass das Unternehmen im Austausch mit Einzelhandelspartnern nach Lösungen suche, die für beide Seiten funktionieren – und deutete an, dass Code-in-Box-Veröffentlichungen in Regionen wie Nordamerika weiterhin möglich sein könnten. Entsprechend dann natürlich auch bei uns hier in Europa. Wobei ich es fast besser finden würde, wenn es Code-Karten aus Pappe gäbe – was auch besser für die Umwelt wäre.
„Seit 30 Jahren verkaufen wir PlayStation, und Einzelhandelspartner waren für uns immer wichtig“, so Tao über eine Übersetzerin. „Mit dem Ende der Disc-Produktion haben wir dies frühzeitig kommuniziert, damit wir genug Zeit haben, um die Stimmen verschiedener Partner zu hören. In Nordamerika ist das bereits geschehen, aber ohne Discs in der Verpackung ist ein Code enthalten – so verkauft man dort. Es gibt regionale Besonderheiten für jeden regionalen Partner, daher versuchen wir einen gründlichen Dialog zu führen, damit wir zu einer Win-win-Situation kommen.“
Britischer Handelsverband übt bereits Kritik
Ob diese Gespräche Handelsverbände zufriedenstellen werden, bleibt abzuwarten – einige haben sich bereits deutlich gegen Sonys Pläne positioniert. Die Entertainment Retailers Association (ERA), der britische Branchenverband für den Handel mit physischen und digitalen Unterhaltungsmedien, hatte Anfang des Monats erklärt, Sonys Digital-only-Pläne würden sowohl Spielern als auch Einzelhändlern schaden.
„PlayStations Ankündigung, dass wichtige Spiele nicht mehr auf Disc erhältlich sein werden, ist ein Triumph unternehmerischer Bequemlichkeit über die Wahlfreiheit der Verbraucher“, erklärte ERA-CEO Kim Bayley. „Jedes Jahr entscheiden sich Millionen Spieler weiterhin für physische Kopien, weil sie echtes Eigentum schätzen. Eine Disc kann mit der Familie geteilt, eingetauscht, gesammelt, bewahrt und – entscheidend – auch Jahre später noch gespielt werden. Eine Download-Lizenz bietet oft keine dieser Freiheiten.“
Sie fügte hinzu: „Physische Spiele bringen weiterhin Menschen in Geschäfte und bieten Verbrauchern echten Mehrwert durch Verschenken, Sammeln und Weiterverkauf. Die Branche sollte jede legitime Art und Weise unterstützen, wie Verbraucher Spiele kaufen möchten, statt ihre Auswahlmöglichkeiten einzuschränken. Digitaler Vertrieb hat das Gaming verändert und ist enorm beliebt, sollte aber physische Formate ergänzen, nicht ersetzen.“
Produktionsstätte in Österreich bereits im Umbau
Eine Petition, die Sony zum Umdenken auffordert, hat inzwischen die Marke von 300.000 Unterschriften überschritten. Trotzdem bereitet sich Sonys größte PlayStation-Produktionsstätte in Österreich bereits auf die Abkehr von der Disc-Fertigung vor. Das Unternehmen hat rund 30 Millionen Euro in neue Ausrüstung investiert, mit der stattdessen optische Mikrolinsen produziert werden sollen, und schult sein Personal bereits entsprechend.
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