Crash Bandicoot war zu hässlich für Japan – Sony ließ ihn anpassen

Crash Bandicoot ist heute eine ikonische Videospielfigur, doch in den 90ern musste sich der freche Beuteldachs erst seinen Platz in der Gaming-Welt erarbeiten. Während er in den USA und Europa als das Gesicht der PlayStation gefeiert wurde, war Sony in Japan weniger begeistert von seinem Aussehen. Wie der ehemalige Sony-Manager Shuhei Yoshida nun enthüllte, empfand das japanische Marketing-Team Crash als zu „furchteinflößend“ für den lokalen Markt. Die Folge: Sein Design wurde speziell für die japanische Werbung verändert.

Crash Bandicoot bekam in Japan ein Makeover

In einem Interview mit Kyle Bosman erzählte Yoshida, dass Sonys Marketingabteilung Crashs Aussehen als problematisch empfand. Besonders seine grünen Augen und dicken Augenbrauen wirkten auf das Team zu „angsteinflößend“. Deshalb wurden Crashs Augen für die japanischen Werbespots braun eingefärbt und seine Brauen stark reduziert.

Doch damit nicht genug: Auch Crashs Fell wurde angepasst. Yoshida erklärte, dass die haarige Textur zu realistisch wirkte und ihn eher wie ein echtes Tier aussehen ließ – was in Japan als wenig ansprechend galt. Stattdessen entschied sich das Team, Crashs Fell in der Werbung durch eine glatte, fast plastikartige Oberfläche zu ersetzen, um ihn „freundlicher“ erscheinen zu lassen.

Marketingteam hatte Probleme mit dem Namen

Neben dem optischen Feinschliff bekam Crash in Japan auch musikalische Unterstützung. Das Marketing-Team sah ein Problem mit dem Namen „Bandicoot“, da diese Tierart in Japan unbekannt war. Die Lösung? Ein eigens komponierter Werbesong, der den Namen „Crash Bandicoot“ erklärte und einprägsam machte.

„Ich hatte eine tolle Marketerin in Japan“, erwähnt Yoshida, und sie sagte: „Was ist Crash Bandicoot? Crash ist in Ordnung, aber ‚Bandicoot‘ – niemand in Japan hat von diesem Wort, ‚Bandicoot‘, gehört. Also, lasst uns einen Song für die TV-Werbung machen.“

Die Anpassungen zeigten Wirkung: Die Kampagne war erfolgreich und Crash Bandicoot konnte sich trotz des holprigen Starts auch in Japan als Kultfigur etablieren.

Crash Bandicoot heute: Kultstatus auf allen Plattformen

Obwohl Crash einst als PlayStation-Maskottchen galt, ist die Reihe inzwischen auf vielen Plattformen vertreten, darunter auch Nintendo-Konsolen. Während das Original-Design weltweit beibehalten wurde, bleibt die japanische Werbevariante ein interessantes Stück Gaming-Geschichte – und ein Beweis dafür, wie stark sich Spielecharaktere an kulturelle Vorlieben anpassen müssen.

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