Das im Juli erschienene Pokémon Friends steht ohnehin stark in der Kritik – vor allem wegen seiner Bezahlmodelle und seines generischen Designs. Nun hat die YouTuberin CandyEvie auch noch auf auffällige Ähnlichkeiten zwischen dem Gameplay von Pokémon Friends und einem älteren Mobile-Titel namens Think!Think! hingewiesen.
Beide Spiele wurden von Wonderfly entwickelt, wobei Think!Think! bereits 2016 veröffentlicht wurde.
Möglicher Asset-Reuse zwischen Pokémon Friends und Think!Think!
Nach einer genauen Gegenüberstellung von Gameplay-Aufnahmen beider Titel liegt der Verdacht nahe, dass hier Assets oder Puzzles wiederverwendet wurden.
Viele der in Pokémon Friends spielbaren Rätsel scheinen eins zu eins aus Think!Think! zu stammen – mit dem offensichtlichen Unterschied im visuellen Stil und Branding.
Es könnte sein, dass The Pokémon Company Wonderfy Inc. damit beauftragte, einfach eine Pokémon-Version des bestehenden Spiels zu entwickeln. Allerdings wird Pokémon Friends nicht als Neuauflage oder Adaption vermarktet. Während Think!Think! gezielt auf sehr junge Spieler zugeschnitten ist, richtet sich Pokémon Friends laut Marketing an ein breiteres Publikum.
Diese Theorie könnte erklären, warum viele das Spiel als zu generisch empfinden – und gleichzeitig den Blick auf die Preisgestaltung verändern.
Preisstruktur sorgt für Diskussionen
Pokémon Friends ist ein Free-to-Play-Spiel für Mobilgeräte, dann allerdings auch nur eingeschränkt nutzbar. In Pokémon Friends lösen Spieler über 1.200 Rätsel, die auf Kreativität, Logik und Mustererkennung setzen – inspiriert von der farbenfrohen Welt der Pokémon. Für jedes gelöste Rätsel gibt es Garn, das im sogenannten Plüschomat verwendet werden kann, um virtuelle Pokémon-Plüschis herzustellen.
Während die Mobile-Version als „Free-to-Play“ daher kommt und kostenlos heruntergeladen werden kann, kostet die Standard-Edition auf Nintendo Switch 9,99 €. Für das Kombi-Paket legt ihr satte 39,99 € auf den virtuellen Ladentisch. Dieses praktische Paket besteht aus dem Basisspiel Pokémon Friends und zwei kostenpflichtigen Sets mit herunterladbaren Inhalten, die neue Rätsel, Pokémon-Plüschis und Möbel enthalten!
Diese Preisgestaltung war bereits umstritten – nun, da bekannt ist, dass die Puzzles möglicherweise nahezu zehn Jahre alt sind, könnte das viele Spieler enttäuschen.
Vergleich mit Think!Think! und mögliche Vorteile
Es gibt eine stark eingeschränkte kostenlose Variante, Think!Think! setzt jedoch auch auf ein Abo-Modell: Spieler können dreimal täglich für 3,99 Euro pro Monat spielen oder für 8,99 Euro pro Monat noch zusätzlich Zugriff auf „Premium Inhalte“ erhalten. Die Puzzles selbst sind durchdacht und hochwertig, weshalb es schade ist, dass sie dort hinter einer Abo-Schranke stehen.
Pokémon Friends bietet sie dagegen als einmaligen Kauf an – was transparenter und zugänglicher wirkt. Darüber hinaus verleiht Pokémon Friends dem Spiel eine neue Präsentation mit zusätzlichen Animationen und einem (wenn auch oberflächlichen) Plüsch- und Raumgestaltungs-Feature. Und es ist selten geworden, ein Mobile Game ohne Mikrotransaktionen zu sehen – selbst Pokémon-Spin-offs blieben davon nicht verschont.
Unabhängig von der Kritik bietet Pokémon Friends eine solide Menge an Inhalten zu einem festen Preis, was für viele Spieler:innen weiterhin attraktiv sein dürfte.
Gameplay-Vergleich der beiden Titel
Ein Gameplay-Video, das einige der Rätsel aus beiden Spielen direkt miteinander vergleicht, ist inzwischen online verfügbar und kann unten angesehen werden.