WorkBoy – Game Boy-Zubehör taucht nach fast 30 Jahren wieder auf

Nintendo hat im Laufe der Jahre eine Reihe einzigartiger Peripheriegeräte für seine Systeme veröffentlicht. Wenn wir an den Game Boy zurückdenken, fallen uns sofort die Game Boy Camera – ein 1998 erschienenes Peripheriegerät – und der dazugehörige Game Boy Printer ein. Manche Zusatzgeräte wurden jedoch vor ihrer offiziellen Veröffentlichung wieder eingestellt – wie etwa der WorkBoy. Dadurch wurde der Handheld in einen PDA verwandelt, also im Wesentlichen in einen kleinen Computer.

Der Branchenkenner und Spielehistoriker Liam Robertson hat ein neues Video auf YouTube veröffentlicht, das den WorkBoy etwas genauer vorstellt – ein längst verloren geglaubtes Game Boy-Peripheriegerät, das ursprünglich für die Veröffentlichung im Jahr 1992 geplant war, aber nie offiziell das Licht der Welt erblickte. Das Gerät wurde von Source Research and Development in Großbritannien entworfen, während ein Start-up-Unternehmen namens Fabtek in den USA plante, es in enger Zusammenarbeit mit Nintendo zu produzieren. Die 90er waren noch eine Zeit, als Computer für viele Haushalte unerschwinglich und Mobiltelefone noch nicht sehr weit verbreitet waren.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Twitter.

Während der WorkBoy vor Beginn der Massenproduktion jedoch eingestellt wurde, konnte Liam Robertson von DidYouKnowGaming einen Prototyp ausfindig machen, der von Frank Ballouz zur Verfügung gestellt wurde. Ballouz beaufsichtigte die Produktion des WorkBoys für Fabtek und hatte zufällig den Prototypen der Game Boy-Tastatur. Es gab nur ein Problem: Zum Betrieb war eine zugehörige Cartridge erforderlich, die Ballouz allerdings nicht besaß.

Wir haben vor einer Weile ganz am Rande etwas über den “Nintendo Gigaleak” berichtet. Das Internet wurde überschwemmt mit Informationen, Daten und Quellcodes von Nintendo Soft- und Hardware, weshalb es ein glücklicher Zufall war, dass sich darunter auch der Code für die WorkBoy-Software befand. Robertson konnte diesen Code also auf ein Spielmodul schreiben, um den WorkBoy zum Laufen zu bringen, da eine Emulation der Software am PC nämlich keinen Erfolg brachte!

Der WorkBoy wäre für 79 bis 89 US-Dollar im Einzelhandel erschienen und hätte eine Reihe von Funktionen wie eine Weltzeituhr, ein Adressbuch für Telefonnummern, einen Taschenrechner und vieles mehr geboten. Alles Funktionen, die wir heutzutage in jedem Smartphone finden und die kaum noch wegzudenken sind. Der WorkBoy war seiner Zeit offenbar voraus und hätte mit Sicherheit einen guten Absatz erzielt. Leider wurde das Peripheriegerät eingestampft, nachdem Nintendo Pläne enthüllt hatte, den Preis für den Game Boy zu senken. Als solches wäre der WorkBoy teurer gewesen als das System selbst, was potenzielle Käufer wahrscheinlich abgeschreckt hätte. Das vollständige Video von Liam Robertson könnt ihr euch nachfolgend anschauen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Trustpilot