Zurück zu den Wurzeln – Metroid: Dread

Im Jahr 2017 hat der spanische Entwickler MercurySteam ein Remake des Klassikers Metroid II: Return of Samus entwickelt und für Nintendo 3DS veröffentlicht. Dieses Jahr hat Nintendo dann im Rahmen der E3 die Katze aus dem Sack gelassen und bekannt gegeben, dass das längst verschollene Metroid: Dread exklusiv für Nintendo Switch erscheinen wird. Nach über 19 Jahren erscheint somit der erste neue Hauptteil der Metroid-Saga und Nintendo tat gut daran, den Titel in die Hände von MecurySteam zu geben, denn der Abschluss der “Metroid”-Geschichte ist ein episches spannendes Abenteuer geworden. Wir verraten euch in unserem Test, was den Titel so besonders macht.

Die unbekannten Tiefen von ZDR

Den Ereignissen aus Metroid Fusion folgend, in dem wir vermeintlich den X-Parasiten auslöschen, herrscht höchste Alarmbereitschaft in der Galaktischen Föderation, als Videomaterial eines lebendigen X-Parasiten auftaucht. Immerhin könnten diese Parasiten die Sicherheit allen Lebens gefährden. Entsprechend entsendet die Föderation hoch entwickelte und gepanzerte Roboter, die E.M.M.I., zum Planeten ZDR, auf welchem der Ursprung des Videos festgestellt wurde, um sich dem Parasiten anzunehmen. Der Kontakt zu diesen bricht jedoch unmittelbar nach der Landung ab…

Infolgedessen wendet sich die Föderation abermals an Samus Aran, welche immun gegen die Parasiten ist, aufgrund ihrer injizierten Metroid DNS. Aber schon kurz nach der Landung findet sich Samus in den Tiefen des Planeten wieder, ihrer Fähigkeiten beraubt und abgeschnitten von der Außenwelt.

Von da an steuern wir die Geschicke von Samus und befinden uns – nachdem wir die Steuerung gelernt haben – in einem unglaublichen Flow. Gegner, die wir kennen, werden beinahe im Vorbeilaufen aus dem Stehgreif abgeschossen oder geblockt und einfach über den Haufen geworfen. Dabei springen, rennen und schlittern wir uns durch die feindlichen Korridore des Planeten.

Fühle den Fluss des Gameplays

Metroid: Dread hat bewiesen, dass die Metroid Spiele in ihrem Genre immer noch die absolute Oberklasse sind. Selbst Titel wie Ori: Will of the Wisps haben sich nicht so extrem gut steuern lassen, wie Samus in Metroid: Dread. Wie aus Metroid: Samus Returns ist auch der fünfte Teil in 2.5D gehalten und macht ein super schönes Bild. Auch wenn es prinzipiell “nur” ein Side-Scroller ist, heißt das aber nicht, dass das Gameplay simpel ist. Am Anfang des Spiels habt ihr lediglich euren Power Beam, 99 Energie und 15 Missiles. In klassischer Metroid-Manier erhaltet ihr aber natürlich zahlreiche bekannte, als auch neue Fähigkeiten und Upgrades, damit ihr immer weiter neue Gebiete erforschen könnt. Je mehr ihr die Karte im Blick habt, umso öfter findet ihr auch optionale Erweiterungen wie Energietanks oder auch Missile-Packs. Diese habt ihr auch bitter nötig, denn eines muss gleich vorweg erwähnt werden: Metroid: Dread ist kein leichter Titel. Wenn ihr unachtsam durch die Gebiete von ZDR wandert, kann es sehr schnell passieren, dass ihr keine Energie mehr übrig habt und sterbt. Bosskämpfe sind auch sehr herausfordernd, verlieren aber stark an Schwierigkeit, wenn man die Timings und genauen Angriffsmuster kennt. Unfair ist der Titel niemals und das spiegelt sich auch durch die unglaublich “flüssige” Steuerung wieder. Mit dem L-Knopf könnt ihr den Waffearm von Samus in einem 360 Grad Winkel lenken und somit sehr präzise Schüsse abfeuern. Bei einigen Feinden ist dies auch nötig, da zum Beispiel der Panzer einen kleinen Riss hat und somit dort besonders anfällig ist. Aber selbst wenn man nicht den 360-Modus aktiviert hat, kann Samus in Bewegung den Waffenarm in eine beliebige Richtung zeigen und ist nicht an die klassischen 8 Richtungen gebunden. Die galaktische Jägerin hat auch ordentlich an Tempo zugelegt und ist extrem schnell unterwegs. Dabei klettert sie automatisch über kleinere Vorsprünge, greift sofort nach Kanten und kann auch schlittern, um so Angriffen zu entgehen. Im Verlaufe des Abenteuers gelangt Samus auch an viele zusätzliche Fähigkeiten, welche ihre Mobilität weiter erhöhen. 

Die gute Steuerung ist allerdings auch bei den neuen Gameplay-Elementen rund um die E.M.M.I. Forschungsroboter bitter nötig, da die mechanischen Wesen es auf Samus abgesehen haben und sie töten möchten. Samus selber ist dieser Bedrohung nicht gewachsen und den Kontakt mit den E.M.M.I. überlebt sie im Normalfall nicht. Sollte ein E.M.M.I. euch fassen, so habt ihr noch zwei kleine Chancen über einen Spezialangriff zu entkommen. Allerdings ist das Timing hierfür extrem winzig und nicht vorhersehbar. Dieser Konterangriff kann allerdings auch für viele normale Gegner verwendet werden und auch vereinzelt in Bosskämpfen. Diesen Angriff beherrscht Samus seit dem 3DS-Titel, dort allerdings nur im Stand. In Metroid: Dread ist dies nun auch in Bewegung möglich, wodurch einige Feinde abgeblockt werden können. Den E.M.M.I. hingegen müsst ihr immer lautlos entgehen, damit euer Leben nicht in Gefahr ist. Doch nicht nur ihr erhaltet stetig neue Fähigkeiten, sondern die E.M.M.I. werden ebenfalls stärker. Von der Spielbarkeit ist Metroid: Dread ein Vorzeigebeispiel und es gibt wenig Titel, welche sich besser steuern lassen und einen ähnlichen “Flow” bieten.

Knackscharfe Optik und stille Umgebung

Optisch kann sich Metroid: Dread definitiv sehen lassen, da der Titel im Docked Modus mit 900p und im Handheldmodus mit 720p gerendert wird. Dabei hält der Titel zu 99% der Zeit die angezielten 60 Bilder je Sekunde. Dadurch wirkt alles noch viel “flüssiger” und man fühlt sich immer direkt in der Action. Die Gebiete sind, in den meisten Fällen, auch sehr unterschiedlich gestaltet und lassen sofort erkennen, wo man sich befindet. Licht- und Schattenspielereien sorgen dafür, dass die Welt lebendiger wirkt. Die Feinde, besonders die Bossgegner, sind so extrem gut gestaltet und animiert, dass man merkt, dass sie in dieses Ökosystem gehören. Die Hintergründe sind hier auch besonders hervorzuheben, da diese sehr weit “hinein” gestaltet sind und auch viele kleine Details bieten. So sieht man in einem Bildschirm im Hintergrund nicht nur eine alte Architektur der Chozo, sondern auch ein paar kleine Vögel, welche sich dort eingenistet haben. Wer besonders gut auf seine Umgebung achtet, erspäht sogar ein paar der Bossgegner früher und kann erahnen, wer sein nächster Widersacher wird. 

Was die Musik angeht bietet Metroid: Dread einen sehr atmosphärischen Soundtrack, welcher für meinen Geschmack aber ein wenig zu stark im Hintergrund ist (lautstärketechnisch). Gerade verglichen mit den älteren Spielen wirkt die Musik hier nur wie ein Beiwerk. Allerdings sind die Kompositionen selber sehr passend und einige davon blieben mir auch im Kopf hängen. Erfreulich ist übrigens auch der Fakt, dass der Titel beinahe komplett in Deutsch vertont ist. Samus, ihr Schiffcomputer und auch andere Charaktere, welche sie trifft, sind in der passenden Sprache synchronisiert. Und die Textpassagen, welche ihr mit eurem Schiffscomputer habt, sind auch nie lang genug und stören nicht das Spielgeschehen. Dies war im Vorgänger Metroid: Fusion für viele Spieler ein relativ großes Problem. Hier ist das aber nicht so omnipräsent und kann auch bei Bedarf, beschleunigt oder übersprungen werden.

Ein Fest für Metroid Fans

Metroid: Dread ist der erhoffte Hit geworden, welchen sich alle Fans erhofft haben. Die Spielzeit liegt, je nach Schwierigkeitsgrad und Erfahrungsgrad des Spielers, zwischen 8 und 12 Stunden bis man den Abspann sieht. Allerdings sei hier zu erwähnen, dass es Belohnungen gibt, sollte man den Titel in unter 4 Stunden beenden können. Bis man alle Items gefunden hat, muss man ebenfalls noch einige Stunden zusätzlich einplanen, auch wenn der Titel an sich nicht viel Wiederspielwert bietet. Die erste “Reise” mit Metroid: Dread ist eine unglaublich spannende und spaßige, was mich nicht von der Switch weggelassen hat. Für Hardcore-Fans der Reihe hat MercurySteam es sogar wieder möglich gemacht, dass man so genannte Sequence Breaks durchführen kann. Normalerweise erhält man Items in einer gewissen Reihenfolge, aber hier ist es wieder möglich (und sogar auch mit bedacht), dass man bestimmte Upgrades viel früher erhält, obwohl man noch gar nicht so weit ist. So wird der Forscher- und Entdeckerdrang noch mehr gestärkt und lädt auch Speedrunner ein, die optimale Route zu finden. 

Fazit: Samus’ triumphale Rückkehr

Fazit: Samus’ triumphale Rückkehr
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Metroid: Dread ist der erhoffte Hit des Jahres geworden. Der Spielspaß steht besonders weit oben und wird durch die geniale Spielbarkeit ebenfalls gefördert. Grafisch ist der Titel besonders auf der neuen Nintendo Switch mit OLED Bildschirm ein Hingucker, denn die Kontraste, Farben und Detailverliebtheit sind einfach nur fantastisch. Samus hat nach vielen Jahren endlich ein würdiges neues Abenteuer erhalten, welches es sogar mit dem ikonischen Super Metroid aufnehmen kann.
Metroid: Dread ist der erhoffte Hit des Jahres geworden. Der Spielspaß steht besonders weit oben und wird durch die geniale Spielbarkeit ebenfalls gefördert. Grafisch ist der Titel besonders auf der neuen Nintendo Switch mit OLED Bildschirm ein Hingucker, denn die Kontraste, Farben und Detailverliebtheit sind einfach nur fantastisch. Samus hat nach vielen Jahren endlich ein würdiges neues Abenteuer erhalten, welches es sogar mit dem ikonischen Super Metroid aufnehmen kann.
100/100
Total Score

Pro

  • Fluffiges Gameplay
  • Optischer Hingucker
  • Forscher werden belohnt

Contra

  • Für Neulinge ein etwas hoher Schwierigkeitsgrad
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