Resident Evil Requiem im Test für Nintendo Switch 2

Während der Nintendo Direct im September 2025 wurde überraschenderweise der neueste Teil der Reihe, Resident Evil Requiem, für Nintendo Switch 2 angekündigt. Dieser erscheint zeitgleich mit allen anderen Konsolen – und zwar am 27. Februar 2026 – gemeinsam mit zwei weiteren Titeln: Resident Evil 7 biohazard und Resident Evil Village. Capcom bietet hier sogar ein besonderes Bundle an, in dem ihr alle drei Titel zu einem Sonderpreis erhaltet.

Zu Teil 7 und 8 haben wir Bewegtbild auf unserem YouTube-Kanal:

Doch nun zum eigentlichen Spektakel: Kann Resident Evil Requiem den Horror seiner Vorgänger einfangen – und wie schleicht sich der Titel auf Nintendos aktuellster Hardware? Taucht mit uns ein in die Welt des Survival-Horrors.

Das Böse lauert im Dunkeln und im Unbekannten

Resident Evil Requiem spielt im Jahr 2026, 28 Jahre nach dem Vorfall und der Zerstörung der Stadt Raccoon City. Damals hatte die Umbrella Corporation illegale Experimente mit dem sogenannten T-Virus durchgeführt. Durch dessen Verbreitung wurde die komplette Stadt infiziert. Der damalige Rookie-Polizist Leon S. Kennedy erlebte an seinem ersten Arbeitstag alles hautnah mit und konnte gerade so mit seinem Leben entkommen. Schließlich wurde die Stadt mit einer Atombombe zerstört und abgeriegelt – heute ist sie nur noch eine Ruine.

Das Spiel startet, indem ihr in die Rolle von Grace Ashcroft schlüpft, einer FBI-Agentin und Tochter von Alyssa Ashcroft. Sie wird in die amerikanische Stadt Wrenwood geschickt, um dort einen Mordfall in einem verlassenen Hotel zu untersuchen. Dort angekommen, kommen Grace Erinnerungen hoch: Es ist jener Ort, an dem ihre Mutter vor einigen Jahren brutal ermordet wurde. Scheinbar hatte sie dort etwas Wichtiges versteckt, wofür sie ihr Leben geben musste.

Obwohl sich das T-Virus viele Jahre nicht mehr in Amerika manifestiert hatte, wird einer der Polizisten, der Grace begleitet, plötzlich infiziert und attackiert sie. Nach einer Flucht gelingt es Grace zu entkommen – nur um kurz darauf von einem gewissen Victor Gideon entführt zu werden. An diesem Punkt setzt dann quasi die gamescom Demo mit Grace an.

Zwei Perspektiven, ein Albtraum

Parallel dazu wird auch Leon S. Kennedy entsandt, um Grace zu finden, da er und das Team, für das er arbeitet, vermuten, dass jemand ihre Entführung gezielt geplant hat. Noch wissen sie jedoch nicht, warum sie für die unbekannte Organisation so wertvoll ist.

In den Straßen von Wrenwood bricht alsbald das totale Chaos aus: Der Entführer Vincent infiziert zahlreiche Einwohner mit einer merkwürdigen Substanz, die sie in zombieähnliche Kreaturen verwandelt. Der abgebrühte Leon gerät also erneut in eine Zombieinfektion und metzelt sich durch die Horden, um Grace zu finden. Dennoch verliert er ihre Spur und erhält lediglich einen Hinweis auf eine verlassene Klinik in Rhodes Hill.

In der Klinik stoßen Grace und Leon unabhängig voneinander auf zahlreiche mysteriöse Kreaturen; das gesamte Personal scheint ebenfalls bereits infiziert zu sein. Während Grace das Krankenhaus nach und nach erforscht, entdeckt sie ein kleines Mädchen namens Emily – mehr erfahrt ihr im Spiel selbst. Nach etlichen gruseligen und merkwürdigen Momenten gelingt es den beiden, aus dem Krankenhaus zu entkommen.

Flüchtet vor dem Tod und macht euch bereit für ein atemberaubendes Spielerlebnis, das euch kalte Schauer über den Rücken jagen wird.

Was macht Raccoon City und Grace für Gideon so interessant?

Bereits in den Trailern wurde deutlich: Graces Spielpassagen orientieren sich stark an Resident Evil 7 biohazard sowie Resident Evil Village, während Leons Abschnitte klar an seine Wurzeln aus Resident Evil 4 erinnern.

Dieser Mix ist den Entwicklern gut gelungen. Gerade die Passagen von Grace lassen sich am ehesten mit den älteren Titeln wie Resident Evil oder Resident Evil 2 (nicht das Remake) vergleichen. Da diese in der Egoperspektive (First-Person-View) spielbar sind, vom Spiel empfohlen – was sich individuell pro Charakter ändern lässt – ist die periphere Sicht stark eingeschränkt. Anders als seine beiden direkten Vorgänger setzt Requiem nicht mehr auf übermäßig viele „unpassende“ Jumpscares, sondern erzeugt echten, atmosphärischen Horror – die permanente Angst vor dem, was hinter der nächsten Ecke lauern könnte.

Die HD-Vibration unterstreicht die gruselige Action mit passenden Rütteleinlagen. Man spürt einzelne Regentropfen, vorbeifahrende Autos und zufallende Türen in den Fingerspitzen.

Munition ist rar, und im Normalfall habt ihr nicht genug, um alle Infizierten zu besiegen. Mehr dazu später, da es auch einen „Story-Modus“ gibt. Durch geschicktes Verstecken und Ablenkungsmanöver lassen sich jedoch viele Konfrontationen komplett vermeiden. So gibt es einen Zombie, der Licht absolut nicht mag und sich entsprechend zu jedem aktivierten Lichtschalter bewegt, was man bestimmt irgendwie zum eigenen Vorteil nutzen kann.

Das Crafting-System ist umfangreich: Ihr könnt wertvolle Gegenstände selbst herstellen. Einige Materialien sind mehrfach verwendbar, weshalb ihr genau überlegen müsst, welchen Gegenstand ihr in der jeweiligen Situation benötigt. Ihr könnt beispielsweise Munition herstellen oder einen Gegenstand, mit dem sich ein Infizierter – wenn ihr euch anschleicht – sofort ausschalten lässt.

Die üblichen Rätsel sind selbstverständlich ebenfalls vorhanden. Viele optionale Codes, Schlösser und versteckte Details sind überall verteilt. Wer das Krankenhaus gründlich erforscht, wird zahlreiche Upgrades – wie eine größere Tasche – für Grace entdecken, die das Überleben etwas erleichtern.

Sobald man glaubt, die Situation unter Kontrolle zu haben, wirft Resident Evil Requiem gerne ein neues, permanentes Hindernis in den Weg, das alles deutlich komplizierter macht.

Positiv hervorzuheben ist zudem: Items, die ihr als Grace nicht aufhebt, können später mit Leon eingesammelt werden. Dadurch beeinflusst ihr indirekt den Schwierigkeitsgrad der jeweils anderen Spielpassagen.

Leons Abschnitte sind deutlich von Resident Evil 4 inspiriert. Ihr steht wesentlich mehr Feinden gegenüber als mit Grace, müsst jedoch aufpassen, nicht überwältigt zu werden – sonst ereilt auch Leon schnell der Tod. Sein Arsenal ist vielfältiger: Neben Pistolen kommen auch Schrotflinten und Scharfschützengewehre oder eine Kettensäge zum Einsatz.

Für Fans des klassischen „Koffersystems“ gibt es gute Nachrichten: Das ikonische Inventarsystem ist auch in Resident Evil Requiem wieder enthalten. In den ersten Spielstunden – die stark auf Grace fokussiert sind – werdet ihr allerdings noch wenig im Inventar sortieren müssen, da ihr zunächst mit einer relativ kleinen Tasche unterwegs seid.

In früheren Teilen musste Leon selbst häufig um sein Leben fürchten – Stichwort Kettensäge. Nun dreht sich der Spieß teilweise um: Er kann Gegenstände und Waffen, die Infizierte fallen lassen, selbst nutzen und damit für ordentlich Chaos sorgen.

Der Wechsel zwischen den Charakteren erfolgt bewusst unregelmäßig. Im Krankenhauskapitel steht Grace klar im Mittelpunkt, während Leon eher kürzere Abschnitte übernimmt. Im späteren Spielverlauf kann sich dieses Verhältnis jedoch deutlich verschieben. Das Experiment mit zwei spielbaren Hauptfiguren ist als gelungen zu bewerten, und das Pacing funktioniert hervorragend – nicht zuletzt, weil beide Handlungsstränge parallel verlaufen und Begegnungen der beiden ermöglichen.

Grafik und Sound saugen ins Geschehen ein

Die RE-Engine, die Capcom für viele eigene Titel verwendet, ist eine äußerst effiziente Technologie, die die Grafikpracht von Resident Evil Requiem auf unterschiedliche Plattformen skaliert. Natürlich sind Abstriche bei Schatteneffekten, Texturqualität und vor allem Haaren deutlich erkennbar, dennoch liefert der Titel dank starker Effekte und stimmungsvoller Licht- und Schattenspiele ein beeindruckendes Bild auf Nintendo Switch 2.

Die Performance ist insgesamt sehr stabil und hält die anvisierten 60 Bilder pro Sekunde in etwa 80 % der Fälle. Kleinere Ruckler treten gelegentlich auf, drastische Einbrüche in den 30-FPS-Bereich konnten wir jedoch nur an einer bestimmten Stelle beobachten. Hier kann vielleicht mit einem Patch noch gegengesteuert werden, um auch das auszumerzen.

Die Infizierten sind unglaublich detailliert modelliert, und besonders die größeren Monster überzeugen durch ihr groteskes, serien-typisches Design. Auch die Gesichtsanimationen haben – seit Resident Evil 7 biohazard – deutlich an Qualität gewonnen und hinterlassen hier einen sehr guten Eindruck. Resident Evil Requiem wirkt insgesamt auch auf Nintendo Switch 2 wie ein waschechter Next-Gen-Titel, der dank fähiger Entwickler und einer gut skalierbaren Engine überzeugend auf die Hybrid-Konsole gebracht wurde.

Besonders hervorzuheben ist das Sounddesign. Mit einer guten Anlage oder hochwertigen Kopfhörern könnt ihr selbst kleinste Geräusche präzise orten. Wenn ihr einen neuen Raum betretet und nur das Schlurfen eines Zombies hört, ist es enorm hilfreich, dessen Position ungefähr bestimmen zu können. Jedes noch so kleine Knarzen des Bodens erzeugt sofort ein Gefühl des Unbehagens – man weiß nie, ob sich tatsächlich etwas hinter einem bewegt oder ob es nur das alte Holz der gruseligen Villa ist.

Wie auch die Vorgänger bietet Resident Evil Requiem eine vollständig deutsche Vertonung, die insgesamt gelungen ist. Totalausfälle gibt es nicht, und die Synchronsprecher der bekannten Charaktere – etwa von Leon – sind wieder mit an Bord.

Schwierigkeitsgrade für jeden Spielertyp

Für Fans der klassischen Resident Evil-Erfahrung wurden zwei „normale“ Schwierigkeitsgrade integriert. In Standard (Modern) erlebt ihr das Spiel wie in den letzten beiden Teilen: mit Autosaves und der Möglichkeit, jederzeit an Speicherpunkten zu sichern.

Im Modus Standard (Klassisch) hingegen benötigt ihr zum Speichern Farbbänder, die nur sehr begrenzt im Spiel vorhanden sind. Zudem gibt es deutlich weniger Autosaves – meist lediglich vor Bosskämpfen.

Für Spielerinnen und Spieler, die primär die Geschichte genießen möchten, steht außerdem ein einfacher Modus zur Verfügung, in dem die Charaktere mehr Schaden einstecken können und zusätzliche Ressourcen im Spiel verteilt sind.

Resident Evil Requiem lehrt euch wieder das Gruseln

Resident Evil Requiem
90 100 0 1
Als langjähriger Resident-Evil- und Nintendo-Fan habe ich sehr lange auf Requiem warten müssen und war umso glücklicher, dass ich den neusten Teil auf Nintendo Switch 2 spielen konnte. Resident Evil 7 biohazard und Resident Evil Village waren gewagte Neuinterpretationen der Reihe und Resident Evil Requiem nimmt das Beste aus beiden heraus. Das gewagte Experiment – zwischen den Charakteren zu wechseln – gelang den Entwicklern gut und sorgt für reichlich Abwechslung. Das Gesamtpaket zwischen Story, Grafik und Sounddesign überzeugt. Mit ungefähr 13-18 Spielstunden für den ersten Durchlauf reiht sich der Titel auch zwischen den anderen Resident-Evil-Spielen ein, welche eine ähnliche Spielzeit boten. Horrorspiele werden of missverstanden und können ein überwältigendes Hochgefühl auslösen. Nicht jedes Spiel muss farbenfroh sein und dir ein Lächeln ins Gesicht zauben – es ist in Ordnung sich auch mal erschrecken oder schocken zu lassen. Capcom hat uns mit Resident Evil Requiem den Ableger der Horror-Reihe präsentiert, den Fans erwarten und verdient haben. Wer technisch mehr möchte, als uns die Nintendo Switch 2 bereits bieten kann, greift zu einer anderen Konsole oder dem PC.
Als langjähriger Resident-Evil- und Nintendo-Fan habe ich sehr lange auf Requiem warten müssen und war umso glücklicher, dass ich den neusten Teil auf Nintendo Switch 2 spielen konnte. Resident Evil 7 biohazard und Resident Evil Village waren gewagte Neuinterpretationen der Reihe und Resident Evil Requiem nimmt das Beste aus beiden heraus. Das gewagte Experiment – zwischen den Charakteren zu wechseln – gelang den Entwicklern gut und sorgt für reichlich Abwechslung. Das Gesamtpaket zwischen Story, Grafik und Sounddesign überzeugt. Mit ungefähr 13-18 Spielstunden für den ersten Durchlauf reiht sich der Titel auch zwischen den anderen Resident-Evil-Spielen ein, welche eine ähnliche Spielzeit boten. Horrorspiele werden of missverstanden und können ein überwältigendes Hochgefühl auslösen. Nicht jedes Spiel muss farbenfroh sein und dir ein Lächeln ins Gesicht zauben – es ist in Ordnung sich auch mal erschrecken oder schocken zu lassen. Capcom hat uns mit Resident Evil Requiem den Ableger der Horror-Reihe präsentiert, den Fans erwarten und verdient haben. Wer technisch mehr möchte, als uns die Nintendo Switch 2 bereits bieten kann, greift zu einer anderen Konsole oder dem PC.
90/100
Total Score

Pro

  • Grafik und Sound überzeugen auch auf Nintendo Switch 2
  • Fantastische Gruselatmosphäre
  • Spannende Geschichte
  • Fängt das klassische Resident-Evil-Gefühl wieder ein
  • Weniger, dafür gezielte Jumpscares und mehr klassischer Horror

Contra

  • Einige optische Abstriche
  • Es gibt Stellen wo die Framerate nicht ganz stabil bleibt
  • Leons Passagen sehr actionlastig (kann für einige auch positiv sein)
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