Indiana Jones und der Große Kreis im Test auf Nintendo Switch 2

Der Peitschenknall auf der Switch 2
Indiana Jones und der Große Kreis

Als im August 2024 Indiana Jones und der Große Kreis angekündigt wurde und noch im Dezember desselben Jahres auf Xbox und PC veröffentlicht wurde, war die Nintendo Switch 2 für viele nur ein Running Gag, da die vermeintlichen Leaks langsam nur noch nervten.

Nachdem Indy es sich inzwischen auf der PlayStation 5 bequem gemacht hat, ist ab heute auch auf der Nintendo Switch 2 keine Grabkammer mehr vor unserem liebsten Kindheits-Archäologen sicher.

Mit dabei: viel Ambition und die nötige Optimierung, um auf diesem Handheld zu glänzen. Spoiler: Das gelingt zu einem sehr großen Teil auch mühelos!

Der Götze im Dschungel

Wie bereits in unserer Vorschau erwähnt, beginnt das Abenteuer im Dschungel, den wir aus dem Beginn des ersten Films kennen, was hier als erstes Tutorial des Spiels dient.

Wir begleiten einen in Leder gekleideten Mann und seine Begleiter durch einen tiefen Dschungel – das Gesicht stets im Dunkeln oder verdeckt. Auch wenn sich das Abbild von Harrison Ford echt nicht verstecken muss, bestreiten wir das Spiel in der Ego-Perspektive, erhalten aber oft genug Kamerafahrten, um zu sehen, wie ausdrucksstark Jones und seine Gefährten sowie Widersacher sind.

Nach dem Intro finden wir uns am College wieder – wenn auch nur kurz. Ein großer Mann stiehlt eine Katzenmumie und hinterlässt Spuren in Richtung des Vatikans.

Das wirft Fragen im Kopf von Dr. Henry Walton Jones Jr. auf: Wer war dieser Riese? Warum stiehlt er eine Katzenmumie? Und wieso ist der Vatikan involviert?

Eine große Weltreise

Also: Nichts wie auf in den Vatikan!

Bevor wir aber in das erste große Gebiet entlassen werden, das eben den Vatikan darstellt, haben wir noch vor den Toren ein letztes richtiges Tutorial, welches uns den Kampf und das Schleichen näherbringt.

So nutzen wir die Peitsche, um auf Dächer zu klettern, Gegner zu entwaffnen und Hunde zu verscheuchen. An der Kampffront nutzen wir Weinflaschen, Bratpfannen oder Besen, um unseren Gegnern idealerweise aus dem Schatten eine überzuziehen, und im schlimmsten Fall wehren wir uns mit unseren Fäusten.

Bei einem Großteil aller körperlich anstrengenden Aktivitäten müssen wir aber immer die Ausdauer im Auge behalten, was gerade beim Faustkampf wichtig ist.

Faustschläge zu spammen ist zwar manchmal ausreichend, aber wenn unser Gegner blockt und wir selbst keine Ausdauer mehr für den rettenden Schritt zur Seite oder einen Block haben, bekommen wir eine auf die Mütze.

Es gibt Schusswaffen in diesem Spiel, aber ich muss gestehen: Mein Ehrgeiz hat mich diese kaum nutzen lassen – weder auf dem PC noch hier auf Nintendo Switch 2.

Der einzige wirkliche Kritikpunkt, den ich mit dem Spiel habe, ist das Um-die-Ecke-Lehnen. Das funktioniert nur, wenn wir eine Waffe in der Hand halten, ZL gedrückt halten und dann mit dem Klicken des entsprechenden Analogsticks nach links oder rechts lehnen.

Haben wir keine Waffe in der Hand, schubst Indiana wie ein Pantomime eine unsichtbare Wand ins Leere. Das bringt einen doch schnell aus dem Konzept, wenn man nur kurz sehen will, wo der nächste Nazi gerade herumstolziert.

Übrigens wurde neben der bereits integrierten Bewegungssteuerung noch ein Maus-Modus für die Nintendo Switch 2 angekündigt, auf den ich sehr gespannt bin. Leider konnte ich diesen zum Testzeitpunkt noch nicht ausprobieren. Der Absatz wird von mir alsbald nachgereicht!

Übrigens wurde neben der bereits integrierten Bewegungssteuerung noch ein Maus-Modus für die Nintendo Switch 2 angekündigt, auf den ich sehr gespannt bin.

Leider konnte ich diesen zum Testzeitpunkt noch nicht ausprobieren (versteht ihr? Weil… ach, egal.). Der Absatz wird von mir alsbald nachgereicht!

Es gibt viel zu entdecken

Noch im College und auch auf dem Zwischenstopp zum Vatikan fallen uns Poster sowie Schriftstücke wie Briefe und Bücher auf.

Dabei sind nahezu 95 % davon hochauflösend lesbar – vom Poster bis zum Einband der Bücher, mit denen man interagiert oder die man sammelt.

Nicht wenige Bücher sorgen dafür, dass Indiana bestimmte Fähigkeiten erhält. Etwa ein zweites Aufraffen, nachdem die Lebensanzeige zur Neige ging (Extraleben), das Heranziehen von Waffen mit der Peitsche oder Verbesserungen von Ausdauer und Lebenspunkten.

Diese Aufwertungen benötigen größtenteils Abenteuerpunkte. Viele davon erhalten wir im Zuge der Hauptgeschichte, aber wer wirklich jeden Stein umdreht, schwimmt bald in diesen Punkten.

Angekommen im Vatikan, erhalten wir dann auch ein Quest-System, bei dem wir die Geheimnisse der Orte erkunden, unsere erste Verkleidung bekommen und eine Kamera, die nicht nur storyrelevant ist, sondern auch bei Rätseln hilft.

Indiana führt außerdem ein Reisetagebuch, das sich per Knopfdruck direkt vor uns öffnet – ohne Pausenmenü. Die Welt läuft dabei weiter, also besser nicht mitten im Feindgebiet darin blättern.

Mit Verkleidungen können wir uns größtenteils frei bewegen – allerdings nicht uneingeschränkt. Hochrangige Offiziere erkennen schneller, wenn etwas nicht stimmt.

Und ja: Das normale Indy-Outfit sollte man in Nazi-Blickweite lieber vermeiden. Aus Gründen.

Bitte schön texturiert lächeln!

Der Port auf die Nintendo Switch 2 ist so gut gelungen, dass er sich stellenweise sogar vor Spielen wie Cyberpunk 2077 oder Final Fantasy VII Remake nicht verstecken muss – trotz seiner großen und vertrackten Level.

Das ist aber auch der Stichpunkt: Während wirklich nur wenige Poster auffallen, die kaum leserlich sind (mit Texten, die kaum wer in unseren Sphären lesen könnte), fällt im späteren Ägypten doch auf, ab wann das Spiel technisch die Grenze ziehen muss.

Wer Indiana Jones und der große Kreis auf einem potenten PC oder einer Xbox Series X beziehungsweise PS5 gespielt hat, merkt beim Blick über das Gebiet hier, dass ab einer bestimmten Entfernung Texturen deutlich unschärfer werden.

Wer dann aber näher an die Orte herangeht, wie etwa die Pyramide am Horizont der Karte, merkt auch, wie die Texturen und Kanten dann doch wieder schärfer und akzentuierter werden.

Dieser Umstand der Weitsicht fällt z. B. im Vatikan nicht auf, da wir uns viel in Häuserschluchten bewegen. Ägypten hingegen ist eine große weite Fläche.

Nicht unbedingt interessant fürs Auge, aber dennoch gibt es hier viel zu entdecken. Es fällt nur hier besonders mit den Texturen in der Ferne auf, ist aber durchaus nachvollziehbar.

In den Zwischensequenzen, welche in Spielegrafik ablaufen, fallen auch hier und da kleinere Schattenspiele auf, die nicht sehr gut ausschauen, aber die Mimik der Figuren ist spot-on und gerade der große Antagonist Voss des Spiels büßt auf dem Handheld kein bisschen seiner Bildgewalt ein.

Und wenn wir schon hier kurz das einstreuen können: Der typische, manchmal stumpfsinnige Humor und die One-Liner, bevor Indy etwa jemandem unerwartet einen Klappstuhl ins Gesicht scheuert, sind on point und passen ideal zu den Filmen.

Im Gegensatz zu den Filmen Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels sowie Indiana Jones und das Rad des Schicksals fühlt sich das Spiel an wie ein Indiana-Jones-Film alter Tage, was unterstreicht, wie viel Liebe in die Umsetzung dieses Spiels geflossen ist.

Ich muss an dieser Stelle aber zugeben: Indiana Jones und das Rad des Schicksals liegt noch auf meiner Disney+-Watchlist, aber ich traue mich nicht, den Film zu gucken.

Macht mir gerne in den Kommentaren Mut, ihn zu schauen oder einfach zu ignorieren und wieder von der Watchlist zu löschen!

Weiterer Kritikpunkt, aber auch Meckern auf hohem Niveau: Die Physik ist nicht immer so realistisch, wie man es von anderen Plattformen kennt.

Etwa in der Arbeiterkleidung wirbelt der Ärmel gerne unmöglich übereifrig im nicht vorhandenen Wind, während wir mit einer Fackel im Untergrund unterwegs sind, und auch einige ungewöhnliche Handverrenkungen aus der Ich-Perspektive sind möglich, wenn wir einen bewusstlosen Gegner aus dem Sichtfeld seiner Kameraden schaffen möchten.

Das mindert aber nur bedingt den Spielspaß – außer man stört sich sehr an diesen Kleinigkeiten.

Sag: „Affenhirn auf Eis!“

Das ist es aber auch: Kritik auf hohem Niveau.

Wer Wert auf eine bessere Umsetzung des Spiels legt, wird nie auf diese Fassung des Spiels gewartet haben und das Spiel vermutlich bereits anderweitig konsumiert haben.

Wer aber noch nicht die Reise unternommen hat, über ein paar sehr wenige Textur- und Grafikschwächen hinwegsehen kann oder Bock hat, noch mal ein paar Gräber bei der täglichen Pendlerfahrt im Zug auszuheben, der wird mit der Nintendo-Switch-2-Fassung glücklich werden.

Passend zum Spiel wurde uns Zugriff auf das DLC „Orden der Riesen“ gegeben, welches für mich eine komplett neue Erfahrung war und mich durchaus für weitere sechs bis sieben Stunden unterhalten hat.

Jedoch spielt dieses exklusiv im Vatikan, was etwas schade ist. Denn die Reisen um den Globus empfinde ich als spannender, als mich nur exklusiv an einem Ort aufzuhalten.

ABER: Das schmälert nicht, was der DLC letztlich auffährt, denn wie im Hauptspiel kommt hier kein Einheitsbrei beziehungsweise „mehr vom Gleichen“ zum Einsatz, sondern neue liebevoll gestaltete Umgebungen, Rätsel und Momente, die Spaß machen.

Wer das Kerngeschehen von Indiana Jones und der Große Kreis mag, wird auch beim zusätzlichen DLC ohne Reue zugreifen können!

Indiana Jones und der Große Kreis sowie der DLC ‚Orden der Riesen‘ erschienen heute, am 12. Mai 2026, auf Nintendo Switch 2.

Die physische Fassung des Spiels ist keine Game-Key Card, was gerade Sammlern sehr gefallen dürfte – und scheint sich großer Beliebtheit zu erfreuen.

Ein digitales Muster des Spiels und DLCs wurde uns von Bethesda freundlicherweise zur Verfügung gestellt und wir danken für das uns entgegengebrachte Vertrauen!

92/100
Total Score

Pro

  • Hervorragend umgesetzt und grafisch top
  • Passender Soundtrack
  • Superb vertont, gerade Indiana Jones und Emmerich Voss
  • Weitläufige Umgebungen, die zum Erkunden einladen
  • Nazis hauen

Contra

  • Steuerung nicht immer intuitiv
  • Sehr wenige Fälle von unleserlichen texten auf Postern

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