FromSoftware, der Entwickler der Dark Souls-Reihe, hat das Genre diesbezüglich für die Masse etabliert. 2022 wagte der Entwickler einen Schritt und versuchte, die Formel des Soulslike-Genres auf eine offene Welt zu übertragen. Mit über 30 Millionen verkauften Einheiten hat sich der Titel zu einem Verkaufsschlager herauskristallisiert. Letztes Jahr wurde Elden Ring, kombiniert mit seiner Erweiterung ELDEN RING: Shadow of the Erdtree, als Bundle ebenfalls für Nintendo Switch 2 angekündigt. Nach einigen Verschiebungen und Optimierungen des Titels erschien das Spiel am 28. August 2026 endlich für Nintendo Switch 2. Wir konnten die Version ausgiebig testen und möchten euch unsere Eindrücke mitteilen.

Werde zum Eldenfürst
Der Elden Ring ist in der Welt der Zwischenlande ein mächtiges Objekt, welches den Träger zu einer Halbgottheit werden lässt. Königin Marika war die letzte Trägerin des Ringes, doch leider brach ein verbitterter Krieg um den Ring aus. Kurz vor Ausbruch des Krieges hat Marika den Ring in unzählige Einzelteile zersplittert und viele Befleckte (Tarnished) kämpften verbittert um die Splitter des Elden Ring. Im Endeffekt wurde kein neuer Eldenfürst auserkoren und die Zwischenlande befinden sich in einem desolaten Zustand.
Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Befleckten, welchen ihr nach eurem eigenen Belieben zusammenstellen könnt. Ihr reist durch die Welt der Zwischenlande und verfolgt dabei eine Aufgabe: Werdet der neue Eldenfürst. Viel tiefer wollen wir auf die Geschichte von Elden Ring auch nicht eingehen, denn das Worldbuilding, besonders bezogen auf die Story, ist hervorragend und hält viele Überraschungen bereit. Dadurch, dass es mehrere Enden gibt, welche einen gewissen Grad an Erkundungsdrang erfordern, wird jeder Spieldurchlauf auch anders sein.
Eine riesige offene Welt für euch zum Erkunden
Die Zwischenlande sind gigantisch. Euch erwartet eine Welt, die grob in 5 (7, wenn wir die unterirdischen Bereiche mitzählen) Gebiete aufgeteilt ist und beinahe alle sofort für euch zugänglich sind. Ihr startet in Limgrave, einer naturbelassenen Region mit vielen offenen Flächen und interessanten Orten.
Wer in The Legend of Zelda: Breath of the Wild und The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom bereits seinen Erkundungsdrang ordentlich stillen konnte, wird dies in ELDEN RING Tarnished Edition ebenfalls können. Ihr seht in der Ferne eine Ruine, die euer Interesse weckt? Geht einfach hin und erkundet diese. Ihr werdet mit Sicherheit auf einen nützlichen Gegenstand oder auch einfach nur Feinde stoßen.
Wie in fast jedem Soulslike-Spiel könnte aber auch eine normale Gegnergruppe bereits euren Untergang besiegeln. Doch gleich am Anfang eurer Reise seht ihr einen Ritter auf einem Ross und möchtet natürlich probieren, diesen Gegner niederzustrecken. Für viele Neulinge eine Anfängerfalle. Umso schöner ist es, wenn ihr später stärker wiederkommt, um dann eure Rache auszuüben.
Durch die offene Welt werdet ihr auch merken, dass es in jeder Ecke Dinge gibt, welche von euch entdeckt werden wollen. Türme, Schlösser, Höhlen, gefährliche Dungeons oder auch freundliche NPCs sind überall in den Zwischenlanden versteckt. Meine erste Reise in Elden Ring hatte dafür gesorgt, dass ich den westlichen Teil von Limgrave erkundet habe und auf einmal von einer Truhe in eine weit entfernte gefährliche Höhle teleportiert wurde.
Nachdem ich der Höhle entfliehen konnte, befand ich mich im Nachbargebiet Caelid. Caelid wird von der Farbe Rot dominiert und es liegt ein ominöser Nebel über dem Land. Groteske Kreaturen sorgen dafür, dass ich den ein oder anderen Tod erleiden durfte und schnell gemerkt habe: Back to Limgrave. Gekonnte Spieler können natürlich taktisch vorgehen und wertvolle, starke Waffen oder Zauber früher im Spiel erhalten, als es „eigentlich angedacht“ ist. Um die Weiten der Spielwelt bereisen zu können, steht euch euer treues Ross Sturmwind zur Verfügung, welches ihr beinahe jederzeit (außer in Dungeons und Höhlen) beschwören könnt. Das Kämpfen zu Pferde ist ebenfalls möglich und manchmal sogar eine taktisch gute Entscheidung.

Überall in der Welt von Elden Ring sind Orte der Gnade (klassische Leuchtfeuer aus Dark Souls) zu finden, die nach Aktivierung euch komplett heilen und ebenfalls einige eurer Gegenstände wieder komplett auffüllen. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, dass ihr euch zu jedem beliebigen besuchten Ort der Gnade teleportieren könnt. Dies verhindert übermäßiges Backtracking und streckt nicht unnötig die Spielzeit.
Einige Orte der Gnade zeigen in eine bestimmte Richtung und führen euch durch die „empfohlene“ Spielroute. Ihr müsst euch natürlich nicht daran halten und könnt jederzeit vom Pfad abkehren. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass ihr perfekt versteckte Pfade findet, um vielleicht früher in eines der späteren Gebiete gelangen zu können. Dies ist unter anderem möglich für Liurnia, das See-Gebiet, oder auch das Altus-Plateau. Es kann und wird sogar passieren, dass ihr einige Gebiete gar nicht groß erkunden werdet, da ihr sie schlicht nicht entdeckt habt.
Die große Kunst, die FromSoftware bei Elden Ring gelungen ist, ist das Einbauen von sogenannten Legacy-Dungeons. Legacy-Dungeons sind vergleichbar mit Gebieten aus den älteren FromSoftware-Spielen wie Dark Souls. Schloss Sturmschleier ist für viele Spieler der erste Dungeon, der betreten wird (dies ist vom Spiel auch so angedacht). Mehrere Stunden seid ihr in diesen Gebieten unterwegs und müsst auf jede Kleinigkeit achten, denn jede kleinste Ecke birgt eine Belohnung. Es scheint, ihr könnt über ein Dach laufen? Probiert es aus und folgt dem Weg.
Dieses Worldbuilding ist das, was Elden Ring ebenfalls ausmacht und es zu einem der besten Titel seines Genres macht. Mit der Welt von Elden Ring und ELDEN RING: Shadow of the Erdtree werdet ihr über 100 Stunden Spielzeit erreichen können.
Soulslike in Reinform
In Elden Ring könnt ihr, wie auch in Dark Souls, euren Charakter selbst entwickeln. Ihr könnt dabei zwischen verschiedenen Werten bei Stufenaufstiegen wählen, wie zum Beispiel die Erhöhung eurer tragbaren Last, die Verstärkung eurer physischen Angriffe oder die Erhöhung der Ausdauer. Dies bestimmt nicht nur unmittelbar eure Werte, sondern auch eure Spielweise. Mit hohen arkanen Werten könnt ihr mächtige Zauber wirken, die zwar nur begrenzt nutzbar sind, dennoch stärker sind als Nahkampfangriffe. Natürlich befindet ihr euch in der Regel auch weit entfernt von jeglichen Angriffen von Gegnern oder Bossen. Dafür seid ihr umso anfälliger für direkte Treffer.

Zu Beginn des Spiels erhaltet ihr einige Klassen zur Auswahl, die als Basis für eure Spielweise dienen können. Mein erster Durchlauf in Elden Ring war ein Samurai, der zwar auf Nahkampf spezialisiert war, doch mit Blutungsschaden Gegner schnell umgebracht hat. Der zweite Spieldurchlauf war ein Magier, der jedoch ein komplettes Umdenken bei vielen Feinden und Bossen erfordert hat, sich aber genauso frisch anfühlte wie der Samurai.
Mit beinahe jeder Waffe könnt ihr leichte und starke Angriffe gegen eure Feinde entfesseln. Je nach Gewicht und Größe der Waffe ist es möglich, Feinde zum Straucheln zu bringen oder gar benommen zu machen. Sollte es euch gelingen, einen Feind benommen zu machen, so könnt ihr kritische Treffer bei Feinden landen. Durch diesen mächtigen Angriff könnt ihr den ein oder anderen Kampf zu euren Gunsten entscheiden. Je größer euer Gegenüber ist, umso schwieriger wird dies.
Jede Spielweise hat ihre Vor- und Nachteile, doch ihr müsst keine Angst haben, dass ihr die falschen Werte beim Stufenaufstieg gewählt habt und für den Rest des Durchlaufes an die Spielweise gebunden seid. Nach einem bestimmten Bosskampf erhaltet ihr die Möglichkeit, eure Werte komplett zurückzusetzen und somit eventuell euer Glück als Fernkämpfer oder gar Magier zu probieren.
Der Befleckte kann, sofern er Leben oder Mana verloren hat, eine Flasche mit Purpurtränen oder eine Flasche mit Himmelstränen verbrauchen, um die verlorene Ressource wieder zu regenerieren. Jedoch muss der Spieler seine Flaschen auf diese beiden Sorten verteilen. Ein Nahkämpfer benötigt in der Regel kein Mana und kann somit einfach eine große Anzahl an Heiltränken dabei haben. Der Magier jedoch muss mit weniger Heiltränken auskommen, was eventuell einige Kämpfe erschwert. Die Menge an maximalen Flaschen und auch die Stärke könnt ihr im Verlaufe eures Abenteuers stetig verbessern. Diese Gegenstände findet ihr in der Regel in der Nähe von kleinen Erdbaumsetzlingen. Diese sind äußerst schwer zu übersehen, werden jedoch häufig von mächtigen Feinden bewacht.
Solide, aber nicht perfekte Performance
Optisch handelt es sich bei Elden Ring um einen sehr ansehnlichen Titel. Man kann jederzeit beinahe die gesamte Welt überblicken und die Framerate befindet sich in der Regel bei 40 Bildern pro Sekunde, kann jedoch auch mal unter 30 gehen. Gleichzeitig haben wir hier, anders als bei den anderen Versionen mitunter, gutes Frame Pacing erhalten.
Gerade im Handheld-Modus brilliert der Titel und sieht gleichzeitig auch noch wunderschön aus. Optisch basiert es eher auf der PlayStation 4 und XBOX One-Version, jedoch sind einige Effekte höher eingestellt. Die Ladezeiten sind erfreulich schnell, was besonders bei den regelmäßigen Ableben von euch vorteilhaft ist. Der Titel ist knapp 40 Gigabyte groß, was jedoch für die Fülle an Content und die enthaltene Erweiterung optimal komprimiert ist.
Der Soundtrack von Elden Ring ist bombastisch, wenn er sein muss, und ruhig und mysteriös, wenn ihr die offene Welt erkundet. Ein Bosskampf wird häufig von pompös orchestrierten Stücken begleitet und das Wandern durch Limgrave lässt im Unterbewusstsein das Gefühl entstehen, dass jederzeit ein Geheimnis hinter dem nächsten Berg versteckt sein könnte. Die Sprachausgabe ist leider nur in Englisch, jedoch leisten die Sprecher hier gute Arbeit und sind stets passend. Insgesamt hinterlässt die Präsentation von ELDEN RING Tarnished Edition ein einwandfreies Bild und spricht nur für die hohe Qualität des Titels.

Ausnahmetitel Elden Ring jetzt auch für unterwegs
ELDEN RING Tarnished EditionPro
- Gute Performance in beiden Modi
- Gigantischer Umfang
- Viele verschiedene Spielweisen laden zum Experimentieren ein
- Offene Welt ist gut durchdacht und beinahe überall sind Geheimnisse versteckt
- Erweiterung ist mit an Bord
Contra
- Nichts für schwache Nerven, dank hohem Schwierigkeitsgrad
- "Nur" 40 Bilder pro Sekunde
- Story ist recht zusammenhangslos (viel von der Geschichte wird über Gegenstände erklärt)
Nintendo Connect bei Google
Markiere uns als bevorzugte Quelle und bekomme unsere Nintendo-News künftig häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und Feeds angezeigt.
Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen