Auch unterwegs fürstlich regieren – Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs

Nach dem großen Erfolg von Ni No Kuni für die Sony PlayStation 3 hat es nicht lange gedauert, bis sich ein Nachfolger in Entwicklung befand. Ursprünglich erschien der Titel für die aktuellen Konsolen, die Nintendo Switch blieb leider leer aus. Umso erfreulicher gibt es seit wenigen Wochen nun auch das magische Rollenspiel für den Hybriden von Nintendo. Wie schlägt sich der Titel allerdings auf der Konsole und gibt es wieder so gravierende Fehler wie beim Vorgänger? Lest weiter und taucht ein in die mysteriöse Welt von Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreiches.

Nicht Punsch, sondern Putsch

Im Opening des Spiels schaut man zu, wie der Präsident einer Nation in seine Heimatstadt fährt und diese auf einmal mit einer Bombe zerstört wird. Doch anstelle das Roland, der Präsident, gestorben ist, befindet er sich auf einmal in einer magischen Welt. Dort sieht er viele verschiedene Menschen, einige mit Katzenohren und andere auf einmal mit Mäuseschwänzen. Kurze Zeit später lernt Roland Evan, den Kronprinzen von Katzbuckel, kennen. Anfänglich sehr misstrauisch Roland gegenüber, merkt Evan aber schnell, dass in dieser Nacht ein Putsch stattfindet und sein Vater, der König vom Katzenvolk ermordet wurde.


Nach einer spektakulären Flucht gelingt es Roland und Evan zu entkommen und sie befinden sich nun in der weiten Welt von Ni No Kuni. Evan, obwohl er in tiefster Trauer ist, fasst den Entschluss, dass er ein eigenes Königreich errichten will, damit er dem Katzenvolk eine neue Zuflucht bieten kann. Nachdem die beiden unverhofft Anhänger in Form von Luftpiraten gefunden haben, können sie an einem geeigneten Ort dieses Königreich errichten. Doch um ein König in dieser Welt zu werden, braucht Evan einen sogenannten Wächter für das Königreich, wofür er Prüfungen absolvieren muss. Nachdem die Gruppe Evan auf diese Aufgabe begleitet hat, wird nun endgültig das Königreich Minapolis errichtet und der Spieler hat als Aufgabe, dieses weiterhin aufzubauen. Doch im weiteren Verlauf des Abenteuers und der Suche zerstört ein Fremder die Bänder, welche die Könige und Wächter zusammenhält und sorgt dafür in den anderen Königreichen für Chaos. Evan, Roland und seine Freunde machen es sich also zur Aufgabe den Fremden zu stoppen.

Gnuffis an die Macht


Im ersten Teil der Reihe war das Kampfsystem eine Mischung aus rundenbasiertem Kampf und einer Prise Pokémon. Leider musste man ziemlich häufig nur zuschauen und konnte aktiv nicht viel in den Kampf einbringen. Ni No Kuni 2 macht das hier komplett anders und geht eher in die Richtung der Tales of-Spiele. Ihr steuert einen frei wählbaren Charakter und bewegt euch in Echtzeit über das Kampffeld und müsst die Gegner bezwingen. Dabei stehen euch schwache, starke und magische Angriffe zur Verfügung. Magische Angriffe kosten euch bei jeder Benutzung natürlich ein wenig Mana, dieses könnt ihr aber wiederum mit normalen Angriffen regenerieren. Alternativ könnt ihr aber auch Spezialangriffe für Mana verwenden und damit massiven Schaden anrichten.
Jeder Charakter kann bis zu drei Nahkampfwaffen tragen und diese auch jederzeit wechseln. Dies ist auch sinnvoll, denn man kann die Waffen jeweils mit Energie aufladen, wenn man sie verwendet und dann damit einen Spezialangriff verstärken. Neben drei Kampfteilnehmern könnt ihr aber auch eine gewisse Menge an Gnuffis mit in die Schlacht nehmen, welche euch passiv unterstützen. Es gibt hierbei beinahe 100 verschiedene Gnuffis im gesamten Spiel versteckt und jeder hat seine eigenen Spezialfähigkeiten. Gerade im späteren Spielverlauf werden die kleinen Helfer enorm wichtig, da diese mitunter auch extrem mächtige Angriffe ausführen können. Gnuffis findet ihr überall in der Welt von Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs, manchmal erhaltet ihr welche über eine Nebenmission, manchmal über ein kleines Rätsel. Bis ihr alle gefunden habt, vergehen etliche Stunden des Erkundens, was aber durch gewisse erforschbare Fähigkeiten im Königreich erleichtert wird.
Neben den regulären Kämpfen gibt es allerdings auch die Feldkämpfe, wo ihr Evan und bis zu 4 Truppen über die Weltkarte lenkt, damit ihr feindliche Truppen besiegen könnt. Oft sind diese Kämpfe optional, manchmal jedoch nicht, da man von einer Streitmacht eines fremden Königreiches blockiert wird. Diese Truppen könnt ihr über Nebenquests erlangen und im eigenen Königreich trainieren und entwickeln. Auch diese Kämpfe werden im späteren Spielverlauf relativ knackig, besonders wenn man sich um die optionalen Kämpfe kümmern muss. Wo wir gerade beim Thema Schwierigkeitsgrad sind: Ursprünglich war Ni No Kuni II ein sehr leichtes Spiel, Kämpfe waren nie eine Herausforderung und man konnte durch simples Knöpfedrücken gewinnen. Dadurch, dass diese Version die Komplettversion ist, stehen auch die höheren Schwierigkeitsgrade zur Verfügung. Ich kann nur jedem Empfehlen mindestens auf Schwer zu spielen, da dadurch Kämpfe auch häufig fordernd sind und man mal ein Game Over sieht.

Ich baue mir mein Königreich

Minapolis ist nicht nur ein fertig gebautes Königreich, denn der Spieler selber muss es großziehen. Dies funktioniert über eine kleine Simulation, wo man verschiedene Gebäude bauen kann. Das kostet spezielles Geld, welches man im Königreich erzeugt. Somit hat man im Spiel also zwei Währungen, welche man in Betracht ziehen muss. Jedes Gebäude hat besondere Funktionen, was von Produktion, Forschung, Entwicklung bis hin zu Läden gehen kann. Doch was wäre ein Königreich ohne seine Bürger? Im Verlaufe des Spiels erhaltet ihr eine unglaubliche Anzahl an Bürgern, welche ihr für euer Königreich gewinnen könnt. Einige sind storyrelevant und können nicht verpasst werden, einige erhaltet ihr über eine der zahlreichen Nebenmissionen. Die einzelnen Leute haben unterschiedliche Fähigkeiten, Level und Spezialitäten, was sie für z.B. eine Forschungsaufgabe besser dastehen lässt. Anfangs ist die Gebäudeauswahl noch recht überschaubar, aber je weiter sich das Königreich entwickelt, umso riesiger und schöner wird alles. Neben dem “normalen” Gameplay finde ich diese kleine Simulation immer sehr entspannend und auch praktisch. Denn ihr werdet dafür belohnt, wenn ihr viele Forschungen ausführt. Dadurch verbessert ihr quasi alles: Waffen, Rüstungen, Zauber oder auch Gnuffis.

Optisch hui, technisch in Ordnung


Ni No Kuni sah damals schon extrem schön aus, was besonders auf den recht einzigartigen Zeichenstil von Studio Ghibli zurückzuführen ist. Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreichs setzt noch einmal eine Schippe rauf und erstrahlt mit vielen knalligen Farben, schönen Charaktermodellen und Effekten. Allerdings erschien der Titel ursprünglich für die stärkeren Konsolen der letzten Generation, was natürlich einige Abstriche erfordert.
Schatteneffekte und Auflösung sind Dinge, die ein wenig heruntergeschraubt wurden. Insgesamt stört das überhaupt nicht, allerdings ist die Bildrate des Spiels nicht immer 100 % optimal. Auf der Weltkarte hat man des Öfteren Ruckler im Bereich von 20 Bildern pro Sekunde, manchmal aber auch nicht. Dasselbe gilt auch für Städte, wo die Bildrate gerne einmal heruntergeht. In Kämpfen hingegen ist das Spiel immer flüssig und stört somit das Kerngameplay nicht. Ab und zu geht die Bildrate sogar in den 60-er Bereich, da das Spiel keine Limitierung diesbezüglich aktiviert hat. Vielleicht bringt Bandai Namco hier ja noch einen kleinen Patch, der zumindest die Performance auf der Weltkarte ein wenig anpasst. Insgesamt ist die Performance aber gut und der Titel ist sehr gut spielbar in den meisten Fällen.
Der Soundtrack des Spiels ist wie bei Teil 1 extrem passend und wird auch nach 10 mal hören nicht langweilig, da die Melodien sehr schön komponiert sind. Das Hauptthema von Ni No Kuni ist auch wieder mit dabei und spielt unter anderem auf der Weltkarte.

Rundes Gesamtpaket


Auch wenn der Titel schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, ist auch für wiederkehrende Spieler etwas dabei. Denn diese Version beinhaltet alle bereits veröffentlichten zusätzlichen Inhalte, was für viele weitere Stunden Spielspaß sorgt, auch wenn man schon den Abspann gesehen hat. Gute 40-50 Stunden wird man für das Durchspielen benötigen und dies ist wesentlich mehr, wenn man alles entdecken und erreichen möchte. Erfreulich ist ebenfalls, dass das ganze Spiel auf dem Modul ist und die Sprachausgabe jeweils zwischen Englisch und Japanisch gewählt werden kann.

Fazit: Feine Umsetzung des magischen Königreiches

Fazit: Feine Umsetzung des magischen Königreiches
85 100 0 1
Fans des ersten Ni No Kuni können mit der Umsetzung von Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreiches nichts falsch machen, denn es wurden viele Aspekte verglichen zum Vorgänger verbessert. Der Titel lädt erneut auf eine magische Reise in die Fremde Welt ein und bietet viele verschiedene Gameplay-Möglichkeiten. Das Königreich Minapolis könnt ihr nun auch in seiner schönen Pracht unterwegs erbauen.
Fans des ersten Ni No Kuni können mit der Umsetzung von Ni No Kuni II: Schicksal eines Königreiches nichts falsch machen, denn es wurden viele Aspekte verglichen zum Vorgänger verbessert. Der Titel lädt erneut auf eine magische Reise in die Fremde Welt ein und bietet viele verschiedene Gameplay-Möglichkeiten. Das Königreich Minapolis könnt ihr nun auch in seiner schönen Pracht unterwegs erbauen.
85/100
Total Score

Pro

  • Optisch magisch und schön aber...
  • Viele verschiedene Gameplay Mechaniken, die immer etwas neues ins Spiel einwerfen
  • Alle DLC inkludiert

Contra

  • Bildrate ist nicht immer perfekt
  • Protagonist ist manchmal zu positiv (lasst uns alle Freunde sein!)
  • Auf Normal sehr leicht
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