Satoru Iwatas Aussage zu Entlassungen gewinnt angesichts der Branchenkrise neue Aktualität

GamesRadar hat eine Aussage des 2015 verstorbenen Nintendo-Präsidenten Satoru Iwata aus dem Jahr 2013 wieder ausgegraben, die angesichts der aktuellen Entlassungswellen in der Spielebranche neue Aktualität gewinnt. Damals, als der Nintendo 3DS nicht wie erhofft anlief und das Unternehmen drei Jahre in Folge Betriebsverluste einfuhr, wandte sich Iwata mit bemerkenswert klaren Worten an Investoren.

Bemerkenswert ist dabei, dass Iwata 2011 sein eigenes Gehalt um 50 % kürzte, anstatt Mitarbeiter zu entlassen. Andere Nintendo-Führungskräfte folgten mit kleineren Gehaltskürzungen – das Unternehmen hielt jedoch selbst während der schwierigen Wii-U- und 3DS-Ära an seiner gesamten Belegschaft fest.

Iwata erklärte damals gegenüber Investoren:

Bezüglich der Frage, warum wir die Mitarbeiterzahl nicht reduziert haben: Es stimmt, dass unser Geschäft alle paar Jahre Höhen und Tiefen erlebt, und natürlich ist es unser Idealzustand, auch in schwachen Phasen Gewinne zu erzielen, diese an Investoren zurückzugeben und einen hohen Aktienkurs aufrechtzuerhalten. Ich glaube, wir sollten weiterhin auf dieses Ideal hinarbeiten. Wenn wir jedoch die Mitarbeiterzahl für bessere kurzfristige Finanzergebnisse reduzieren, wird die Arbeitsmoral der Mitarbeiter sinken, und ich bezweifle aufrichtig, dass Mitarbeiter, die befürchten, entlassen zu werden, in der Lage sein werden, Softwaretitel zu entwickeln, die Menschen auf der ganzen Welt beeindrucken könnten.

Ich weiß, dass einige Arbeitgeber ihre Umstrukturierungspläne veröffentlichen, um ihre finanzielle Performance zu verbessern, indem sie eine Reihe von Mitarbeitern entlassen. Aber bei Nintendo leisten die Mitarbeiter wertvolle Beiträge in ihren jeweiligen Bereichen, daher glaube ich, dass die Entlassung einer Gruppe von Mitarbeitern Nintendo langfristig nicht stärken wird. Unsere aktuelle Politik ist es, günstige Ergebnisse zu erzielen, indem wir unnötige Ausgaben kontinuierlich reduzieren und die Geschäftseffizienz steigern.

Japanische Arbeitsgesetze machen Massenentlassungen deutlich schwieriger als etwa in den USA – Nintendos Politik ist also nicht ausschließlich einer ethischen Entscheidung, sondern auch rechtlichen Rahmenbedingungen geschuldet. Das Zitat wurde bereits 2024 viral, als die Entlassungswellen in der Branche ihren bisherigen Höhepunkt erreichten – und ist heute erneut hochaktuell.

Allein in der vergangenen Woche hat Microsoft/Xbox den Abbau von 3.200 Stellen angekündigt – einer der größten Stellenabbau-Wellen in der Geschichte der Spielebranche.

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