Nintendo gab im Geschäftsjahr 2026 rund 34 Millionen Euro für Rechtsstreitigkeiten aus

Aus dem aktuellen Geschäftsbericht von Nintendo geht hervor, dass das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr erhebliche Kosten für juristische Auseinandersetzungen tragen musste. Insgesamt beliefen sich die Prozesskosten auf 6,414 Milliarden Yen – umgerechnet knapp 35 Millionen Euro.

Damit entfielen rund 96 Prozent der außerordentlichen Verluste des Konzerns auf Rechtsstreitigkeiten. Der tatsächliche Betrag liegt bei etwa 33,5 Millionen Euro.

Kosten wohl nicht ausschließlich durch den Palworld-Streit verursacht

Welche konkreten Verfahren hinter den hohen Kosten stehen, nennt Nintendo im Finanzbericht nicht. Daher bleibt offen, welchen Anteil der laufende Patentstreit rund um Palworld tatsächlich ausmacht.

Die Klage gegen Pocketpair hatte Nintendo gemeinsam mit The Pokémon Company im September 2024 beim Bezirksgericht in Tokio eingereicht. Im Mittelpunkt stehen mehrere Patente rund um Gameplay-Mechaniken, darunter das Fangen von Kreaturen sowie der Wechsel zwischen Reittieren.

Nintendo fordert in dem Verfahren sowohl Schadensersatz als auch eine gerichtliche Unterlassung.

Laufendes Verfahren spricht gegen vollständige Zuordnung

Mehrere Faktoren sprechen allerdings dagegen, dass die milliardenschweren Prozesskosten hauptsächlich durch den Palworld-Rechtsstreit entstanden sind.

Das Verfahren läuft weiterhin aktiv, und beide Parteien lieferten sich noch im September 2025 juristische Auseinandersetzungen. Pocketpair verfolgt Berichten zufolge dabei eine doppelte Verteidigungsstrategie: Einerseits bestreitet das Studio Patentverletzungen, andererseits wird die Gültigkeit der betroffenen Nintendo-Patente selbst angefochten.

Da hohe Prozesskosten häufig im Zusammenhang mit Vergleichen oder abgeschlossenen Verfahren entstehen, erscheint es eher unwahrscheinlich, dass die gesamten Kosten bereits dem noch laufenden Verfahren zugerechnet wurden.

Vergleich im Switch-Patentstreit gilt als wahrscheinlichere Ursache

Als deutlich wahrscheinlicher gilt deshalb ein anderer Rechtsstreit. Nintendo hatte sich zuletzt mit Malikie Innovations sowie Key Patent Innovations auseinandergesetzt.

Dabei ging es um angebliche Patentverletzungen der Nintendo Switch-Hardware auf Basis ehemaliger BlackBerry-Patente. Das Verfahren wurde 2024 eingeleitet und endete Berichten zufolge Ende 2025 in einem vertraulichen Vergleich. Kurz darauf wurden auch zugehörige Patentprüfungen eingestellt.

Weitere außerordentliche Verluste ebenfalls erwähnt

Neben den Rechtskosten nennt Nintendo zusätzlich rund 1,5 Millionen Euro an außerordentlichen Verlusten durch die Veräußerung beziehungsweise Abschreibung von Anlagevermögen. Konkretere Details dazu wurden im Bericht allerdings nicht veröffentlicht.

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