Wenn man an Nintendo denkt, fallen einem sofort Mario, The Legend of Zelda oder Pokémon ein. Zwar experimentiert das Unternehmen hin und wieder mit neuen Marken, doch der Großteil des Erfolges basiert weiterhin auf bestehenden Reihen.
In einem Gespräch mit Bloomberg hat nun der ehemalige Nintendo-Entwickler Ken Watanabe interessante Einblicke in die Firmenphilosophie gegeben.
Gameplay vor Marke
Laut Watanabe steht bei Nintendo immer das Gameplay an erster Stelle – die Mechanik, die für eine neue Spielerfahrung sorgt. Erst danach wird entschieden, wie das Ganze präsentiert wird:
„Neue Franchises sind einfach nicht entstanden, weil es keinen echten Bedarf dafür gab“, erklärt Watanabe. „Wenn Nintendo etwas Neues machen will, geht es im Grunde zuerst um die Gameplay-Mechanik – darum, eine neue Art zu spielen zu erschaffen. Was die ‚Verpackung‘ angeht, darum macht man sich weniger Gedanken. Man wählt einfach das, was am besten passt.“
Das bedeutet nicht, dass Nintendo keine neuen Marken ausprobiert:
- Drag x Drive (Switch 2, 2025) konnte trotz Experimentierfreude nur gemischte Kritiken einfahren.
- ARMS war ein besonderes Beispiel der ersten Switch-Generation, ist seit 2017 aber nicht mehr aufgegriffen worden.
- Am erfolgreichsten ist ohne Zweifel Splatoon, das sich in weniger als zehn Jahren zu einer festen Größe im Nintendo-Kosmos entwickelt hat.
Kreative Freiheit im Unternehmen
Watanabe schilderte außerdem, wie viel Freiheit Entwickler bei Nintendo genießen:
Die Unternehmenskultur – oder wie man es auch nennen will – ermutigt dazu, Eigeninitiative zu zeigen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass jemand heimlich an etwas arbeitet, ohne den Chef einzuweihen – nach dem Motto: ‚Ich habe das hier in meiner Freizeit gebaut.‘ Wenn es spannend genug ist, kann daraus ein echtes Produkt werden. In dieser Hinsicht gibt es bei Nintendo wirklich viel Freiheit.
Eigentlich zeigt Pikmin, Xenoblade, Splatoon und Arms, dass es ja doch immer neue Reihen gibt für jede neue Konsole eine 😉
Wie sieht es bei der Konkurrenz aus?
Pikmin (welches auf Mario 128 basierte) ist mein Lieblingsbeispiel für eine sehr gute Spielreihe, welche den Flop des GameCubes überlebt hat.
Sehr gutes Beispiel für eines meiner Lieblingsfranchises. 🙂