Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa hat sich im Rahmen der jüngsten Hauptversammlung zum anhaltenden Scalping-Problem beim Pokémon-Sammelkartenspiel geäußert. Das Thema hatte zuletzt eine derartige Dimension erreicht, dass es auf Aktionärsebene thematisiert wurde.
Furukawa erklärte:
Im Zusammenhang mit dem von The Pokémon Company, einer nach der Equity-Methode bilanzierten Tochtergesellschaft von Nintendo, angebotenen Pokémon-Sammelkartenspiel sind uns Fälle bekannt, in denen Karten in limitierter Auflage in großen Mengen aufgekauft und anschließend zu überhöhten Preisen auf dem Markt weiterverkauft werden. Als Reaktion darauf ergreift The Pokémon Company verschiedene Maßnahmen, darunter den Verkauf auf Reservierung und Vereinbarungen mit Marktplatzbetreibern. Was die Online-Prioritätsverlosungen für bestimmte Produkte betrifft, so gehe ich davon aus, dass „The Pokémon Company“ ebenfalls plant, ein Verfahren zur Kontoüberprüfung einzusetzen, das auf „My Number Cards“ [den offiziellen, von der japanischen Regierung ausgestellten Personalausweisen] basiert. Nintendo steht zudem bei Bedarf im Austausch mit „The Pokémon Company“, um geeignete Wege für die Auslieferung der Produkte an die Verbraucher zu erörtern. Wir gehen davon aus, dass „The Pokémon Company“ weiterhin Maßnahmen ergreifen wird, um auf dieses Problem zu reagieren.
Ausmaß des Problems
Das Scalping-Problem hat in den vergangenen Jahren extreme Ausmaße angenommen. Neue Kartensets sind bei Erscheinen regelmäßig ausverkauft, während Kartenboxen zunehmend Ziel von Ladendiebstählen werden – darunter mehrere bewaffnete Überfälle auf Kartenläden in den USA. Allein 2025 wurden weltweit 10 Milliarden Pokémon-Karten produziert – mehr als die Anzahl der Menschen auf der Erde – und dennoch reichte die Menge nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Insgesamt wurden seit 1996 bislang 85 Milliarden Karten produziert.
Mit dem 30-jährigen Jubiläumsset, das im September erscheint, dürfte sich die Situation vorerst kaum entspannen.
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