UK: Spielehändler GAME ist insolvent – Schulden von 16 Millionen Pfund

Laut einem Bericht des Herald Scotland ist der einst führende britische Videospiel-Einzelhändler GAME insolvent gegangen und schuldet Gläubigern rund 15,8 Millionen Pfund – davon 3,5 Millionen Pfund an den gesicherten Gläubiger und 12 Millionen Pfund an ungesicherte Gläubiger. Letzteren droht laut den Insolvenzverwaltern ein Totalverlust. James Saunders und Lauren Wentworth von KR8 Advisory wurden im April als gemeinsame Insolvenzverwalter eingesetzt.

Eine lange Talfahrt

Das Unternehmen, ursprünglich 1990 gegründet, war einst die größte britische Highstreet-Anlaufstelle für Videospiele und Konsolen mit über 300 Filialen im ganzen Land. Nach einer ersten Insolvenz im Jahr 2011 wurde das Unternehmen als Game Retail Limited neu gegründet und kehrte zunächst zur Profitabilität zurück. Doch schon 2016 meldete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 10 % auf 584 Millionen Pfund sowie einen Gewinnrückgang von 71 % auf 6,8 Millionen Pfund. Ein Jahr später, 2017, rutschte GAME mit einem Umsatz von 493 Millionen Pfund in die Verlustzone – minus 7,1 Millionen Pfund vor Steuern. Bis 2019 weitete sich der Verlust auf 43 Millionen Pfund aus.

Die Insolvenzverwalter nennen mehrere Gründe für den Niedergang: „Die Marktbedingungen blieben in den Folgejahren schwierig, getrieben durch Veränderungen im Verbraucherverhalten, einschließlich des Übergangs von physischen Spielen zu digitalen Downloads, Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit und verstärktem Wettbewerb im Sektor.“

Keine großen Konsolen-Releases seit 2020

Besonders bitter: Die Insolvenzverwalter weisen darauf hin, dass es – abseits der Nintendo Switch 2 – seit 2020 keine großen Konsolen-Releases mehr gegeben habe und große Hersteller globale Chip-Engpässe als Grund für weitere Verzögerungen angeführt hätten. Hinzu kommt der branchenweite Wandel zu Digital-First-Launches.

Trotz zwischenzeitlicher Bemühungen – darunter die Übernahme des geistigen Eigentums durch Frasers Group – verschlechterte sich die finanzielle Lage im letzten Quartal 2025 weiter, ausgerechnet in einem der traditionell umsatzstärksten Zeiträume des Jahres. Schließlich zog auch der gesicherte Gläubiger seine Unterstützung zurück. Die Insolvenzverwalter kamen zu dem Schluss: „Das Unternehmen war nicht länger lebensfähig.“

Im ganzen Land gibt es weiterhin GAME-Konzessionsstände, da Frasers Group die Marke am Leben hält.

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