NVIDIA hat mit DLSS 5 die nächste Generation seiner KI-gestützten Grafiktechnologie angekündigt. Laut dem Unternehmen soll die Technik fotorealistische Beleuchtung und Materialien in Spielen ermöglichen und wird als der „wichtigste Durchbruch seit Echtzeit-Raytracing“ bezeichnet.
Doch kurz nach der Vorstellung äußerten mehrere Entwickler, Künstler und Gaming-Fans deutliche Kritik an dem Ansatz.
KI soll Beleuchtung und Materialien realistischer machen
Nach Angaben von NVIDIA nutzt DLSS 5 Farb- und Bewegungsvektoren aus jedem einzelnen Frame eines Spiels. Ein KI-Modell verarbeitet diese Daten anschließend, um Szenen mit fotorealistischer Beleuchtung und Materialien zu erweitern.
Das Unternehmen beschreibt die Technologie so:
DLSS 5 verwendet die Farb- und Bewegungsvektoren jedes einzelnen Frames eines Spiels als Eingabe und nutzt ein KI-Modell, um die Szene mit fotorealistischer Beleuchtung und Materialien anzureichern, die an den 3D-Quelldaten verankert und von Frame zu Frame konsistent sind.
Laut NVIDIA soll die Technik die „Lücke zwischen Rendering und Realität“ schließen und eine neue Stufe fotorealistischer Grafik ermöglichen.
Die Veröffentlichung von DLSS 5 ist derzeit für Herbst 2026 geplant.
Unterstützung für mehrere große Spiele
Mehrere bekannte Titel sollen die Technologie bereits unterstützen, darunter:
- Resident Evil Requiem
- Starfield
- Assassin’s Creed Shadows
Kritik von Entwicklern und Künstlern
Einige Entwickler und Artists sehen die Technologie jedoch kritisch, da sie die ursprüngliche Art Direction eines Spiels verändern könnte.
Steve Karolweics, Rendering Engineer bei Respawn Entertainment, schrieb (via VGC):
DLSS 5 wirkt wie ein übertriebener Kontrast-, Schärfe- und Airbrush-Filter. Deutlich unterschiedliche Bildausschnitte mit der Begründung fotorealistischer Beleuchtung? Nein, ich bleibe lieber bei der ursprünglichen künstlerischen Intention.
Auch Concept Artist Jeff Talbot äußerte sich kritisch:
Das ist nicht die Richtung, in die sich Spiele entwickeln sollten. In jeder Szene wurde die künstlerische Gestaltung durch sinnlose ‘Details’ geopfert. Jede DLSS-5-Szene sah schlechter aus und hatte weniger Charakter als das Original.
Entwickler wollen Technik anpassen
Beim Studio Bethesda Game Studios reagierte man bereits auf die Diskussion. Dort betont man, dass die Technologie weiter angepasst wird.
In einer Stellungnahme heißt es:
Vielen Dank für eure Begeisterung und eure Analyse der neuen DLSS-5-Beleuchtung. Dies ist ein erster Eindruck, und unsere Grafikteams werden die Beleuchtung und den finalen Effekt noch weiter anpassen, um das bestmögliche Ergebnis für jedes Spiel zu erzielen.
Die Anpassungen sollen direkt von den Künstlern der jeweiligen Studios gesteuert werden. Zudem soll die Nutzung der Funktion für Spieler optional bleiben.