Zack is back in Crisis Core: Final Fantasy VII – Reunion

Das Spiel Final Fantasy VII hat 1997 nicht einfach nur Videospielgeschichte geschrieben, sondern ist auch in den Köpfen vieler das beste JRPG, wenn nicht das beste Videospiel aller Zeiten.

Kein Wunder also, dass Square Enix eines Tages beschloss, das Universum um Teil 7 zu revitalisieren und zu erweitern mit der Compilation of Final Fantasy VII. Es war das erste Mal in der Geschichte von Final Fantasy, dass ein Teil der Reihe weitere Ableger spendiert bekam, denn normaler Weise haben die einzelnen Spiele zumindest storytechnisch nichts miteinander zu tun. Zusammen mit dem Film Advent Children (AC), erschienen damals die Spiele Before Crisis (BC), Dirge of Cerberus (DC) und eben Crisis Core (CC). 

Auch wenn diese Titel die Story stark erweiterten und uns mit einem offenen Ende zurückließen, wurde Final Fantasy VII gerade nach dem kritisch erfolgreichen Crisis Core über viele Jahre hinweg nicht mehr angerührt… bis vor einigen Jahren, als das Remake zum eigentlichen Spiel Final Fantasy VII erschien.

Das Interesse von Square Enix an der Marke war also nicht erloschen oder zumindest wieder entflammt und nach 15 Jahren wurde nun auch der wohl zweitbeliebteste Titel der Compilation wiederbelebt. 

Zack Fair, der “Vorgänger” und Waffenbruder von FFVII Held Cloud Strife, kämpft sich nun sogar seinen Weg auf der Nintendo Switch durch in Crisis Core: Final Fantasy VII – Reunion

Dabei handelt es sich aber nicht um ein Remake, sondern um ein Remaster.

Sephiroth sieht wie immer atemberaubend aus!

Früher war alles besser und nicht jeder war böse…?

Crisis Core versetzt uns zurück in die Zeit, etwa 7 Jahre vor den Geschehnissen von Final Fantasy VII.

Wir spielen den Helden Zack Fair, einen jungen, lebhaften und optimistischen Anwärter zum SOLDIER erster Klasse. (Ich werde bewusst SOLDIER in diesem Review schreiben, anstatt von SOLDAT, da ich damals die PC Version von FFVII spielte und die deutsche Schreibweise trotz deutschen Texten daher als sehr befremdlich, sogar irreführend empfinde.)

SOLDIER sind die Elitekrieger des Megakonzerns Shinra, der sich, zum Zeitpunkt unseres Eintauchens in die Geschichte, im Krieg mit Wutai am anderen Ende der Welt befindet.

In diesem Krieg ist nun scheinbar Genesis, SOLDIER erster Klasse, desertiert und es wird zur Mission von Zack und seinem Mentor Angeal, Genesis zu finden.

Letztendlich verschwindet aber auch Angeal spurlos, was zusätzlich den großen Helden und später um so größeren Hauptbösewicht in Final Fantasy VII auf den Plan ruft: Sephiroth. (Also nicht ich selbst, sondern mein Videospiel Alterego!)

Gemeinsam mit Zack, der nach dem Sieg über Wutai endlich zur ersten Klasse befördert wurde, gehen die beiden dem Verschwinden von Genesis und Angeal auf den Grund, ohne auch nur annähernd eine Ahnung davon zu haben, was sie bald alles herausfinden würden…

Soweit der grobe Umriss der anfänglichen Story, die später noch mit der ein oder anderen Überraschung aufwarten kann. Und natürlich wird das Ganze mit einem erstklassigen Soundtrack garniert, wobei die globale Lautstärke des Spiels zumindest im Handheldmode überaus leise ist und mein sein Gerät deutlich lauter als sonst einstellen muss, um die gewohnte Lautstärke zu erzielen, was vor allem dann etwas negativ auffällt, wenn gerade ein Freund mit lautem Geräusch online geht oder man vom aktiven Spiel aus ins Menü wechselt und dort von den lauten Klicksounds fast erschlagen wird.

Serviert wird die Geschichte in stets präsenten, schön vertonten Dialogen und vielen Sequenzen. Wer das Original kennt, wird sich allerdings mit neuen Stimmen anfreunden müssen, was mich auch etwas Zeit gekostet hat. Und leider gibt es im Gegensatz zum Remake von FFVII auch keine deutsche Sprachausgabe, was sich meiner Meinung nach absolut angeboten hätte. Zumindest bleibt die Wahl zwischen englischer und japanischer Synchro.

Schlauchig, schlauchiger, am schlauchigsten

Dafür sieht Crisis Core Reunion aber wirklich hübsch aus und die vielen Sequenzen lassen sich so absolut genießen, auch wenn man einigen Animationen dann doch ihr Alter anmerkt.

Ebenfalls spürt man das Alter des Spiels am Leveldesign. Wobei dieses natürlich auch in der Natur des Spiels liegt, welches ursprünglich für die PSP erschien und dort mit den Limitierungen der Hardware einen Kompromiss aus Optik und Design eingehen musste. 

Wer also beim Remake von Final Fantasy bereits Probleme mit dem Schlauchleveldesign hat, wird hier mindestens an seine Grenzen stoßen, denn mehr Schlauch geht nicht. Und auch wenn es später ein paar Level gibt, die etwas größer ausgelegt sind und teilweise auch über mehrere Ebenen gehen, bleibt dieses Prinzip stets präsent. Mindestens in den unzähligen, optionalen Missionen, die man im Rahmen von Shinra Nebentätigkeiten absolvieren kann. Klar: Das Spiel sieht auf der Switch fantastisch aus und läuft mit ziemlich stabilen 30 FPS, aber das Leveldesign ist überschaubar, schlauchig und bietet in sich recht wenig Abwechslung. Die offeneren Areale sehen dabei auch direkt grafisch etwas schwächer aus.

Besonders auffällig wird dies in den Nebenmissionen, die man schon früh im Spiel zur Verfügung gestellt bekommt. Denn viele davon kann man direkt nacheinander weg spielen – sofern der Charakter stark genug ist – und da sie oft nur von kurzer Dauer sind und man sich gleich in die nächste, freigeschaltete Missionen stürzen kann, sieht man sofort “Wieder die gleiche Wüste.”, “Wieder der Wald.” etc. dabei ändert sich oft nur die Passierbarkeit bzw. Standort der unsichtbaren Wände innerhalb einer Karte.

Zudem kann dieses nacheinander absolvieren doch sehr schnell ziemlich repetitiv werden, da es selten über die Aufgabe “Gelange an Ort X und besiege Y.” hinausgeht und auf dem mal mehr, mal weniger langen Weg dorthin gilt es dann Z Truhen zu öffnen für Bonusitems.

Neben Geld und Erfahrungspunkten (Ja, die gibt es in Crisis Core, sind aber unsichtbar – dazu später mehr) gibt es zur Belohnung einer erfolgreich absolvierten Mission dann immer noch ein Item, mal mehr, mal weniger nützlich.

Interessant sind hierbei aber vor allem die Missionen, die einem Rückkämpfe gegen Bestias anbieten, um diese danach in seinen Dienst stellen zu können, da es sich hier um etwas abwechslungsreichere Kämpfe handelt, die auch einen interessanten Mehrwert für das weitere Spiel bieten.

In den etwas offeneren Arealen sieht man gleich die etwas heruntergefahrene Grafik.

Kein Ruhm ohne Kampf!

Das klingt vielleicht alles nicht allzu ansprechend und etwas langweilig. Was diesen Aspekten aber entgegenwirkt, ist das spaßige Kampfsystem!

Auf den ersten Blick spielt es sich ähnlich, wie das Kampfsystem des Final Fantasy VII Remakes (dem ich insgesamt ein solides Fundament, aber auch viele Fehler bzw. schlechten Designentscheidungen attestiere).

Keine Rundenstrategie, sondern in Echtzeit mit dem Schwert auf die Gegner eindreschen ist hier angesagt. Auf den zweiten Blick hat das Kampfsystem aber auch viel, wenn nicht gar mehr von einem Kingdom Hearts. 

Zusätzlich zum normalen Angriff hat man nämlich bis zu sechs Slots für wahlweise Fertigkeitspunkt (FP) oder Magiepunkt (MP) basierende Angriffe und Aktionen, was einem insgesamt zwei Pools an Ressourcen für den Kampf spendiert.

Außerdem können natürlich im Kampf Items benutzt werden.

Hinzukommen die Aktionen Blocken und Ausweichen.

Aufgrund zahlreicher Materia im Spiel, welche dann in die sechs Slots gesockelt werden, kann man sich hier ziemlich austoben beim Charakterbuild und auch einige, favorisierte Sets speichern, um nicht jedes Mal alles manuell neu umtauschen zu müssen, weil die Gegner im aktuellen Gebiet völlig andere Elementschwächen haben, als im vorherigen.

Jede Materia kann durch Kämpfe bis zu vier Mal aufgewertet werden. Das macht sie nicht nur stärker, sondern erlaubt es auch in der sogenannten Materiafusion, noch stärkere Versionen zu erzeugen, die zusätzlich noch verschiedene, passive Statusboni mit sich bringen können.

Materia zum Beschwören von Esper können nicht ausgerüstet werden, sondern bleiben nach dem Erhalt einfach im Inventar und werden im Kampf später anders abrufbar…

Das absolute Alleinstellungsmerkmal des Kampfsystems in Crisis Core ist das leichte Zufallselement der digitalen Bewusstseinswellen (DBW). Zu jeder Zeit im Kampf drehen sich oben links auf dem Bildschirm 3 Bilder und Zahlen wie bei einer Slotmachine. Stimmen die drei Bilder überein, oder ergeben die Zahlen bestimmte Muster, werden entsprechende Effekte ausgelöst. 

Diese gehen über zeitlich begrenzte, kostenfreie Nutzungen von MP oder FP, physischer oder magischer Resistenz bis hin zu starken Limitattacken oder eben der Möglichkeit eine Bestia auf die Gegner loszulassen.

Selten werden auch kleine Erinnerungssequenzen mit anderen Charakteren ausgelöst, die dann im Kampf abgespielt werden, die ein wenig Einblick in ansonsten nicht gesehene Interaktionen geben und das Verhältnis von Zack zu seinen Mitmenschen näher beleuchtet, als auch Zacks Charakter etwas näher bringen.

Schlussendlich, hat Zack genug der “unsichtbaren” Erfahrungspunkte im Kampf gesammelt, lösen die DBW auch einen Levelanstieg aus.

Insgesamt fühlt sich das Kampfsystem sehr dynamisch an und funktioniert für mich WEIT besser, als das des Remakes.

Um sich zusätzlich für einen Kampf zu stärken, kann Zack außerdem bis zu vier Accessoires ausrüsten, die seine Attribute verstärken und auch positive Effekte verleihen können.

Die Videosequenzen sind auch heute noch ein Augenschmaus. Ach, ich könnte die Screenshottaste nur so hämmern bei Sephiroth 😉

Endlich wieder ein richtiges Final Fantasy!

Das Remaster von Crisis Core macht einiges richtig.

Die technische Umsetzung auf der Nintendo Switch kann sich absolut sehen lassen, wobei man hier natürlich optisch stark vom Schlauchdesign profitiert.

Aber Kurz. Es sieht fantastisch aus!

Crisis Core: Final Fantasy VII – Reunion lässt einen erneut in die Welt von Final Fantasy VII eintauchen, in eine fesselnde Story mit sympathischen Charakteren. Ein Wiedersehen mit jüngeren Versionen längst bekannter Figuren inklusive.

Das Missionsdesign mag nicht mehr ganz Schritt halten können in der heutigen Zeit, aber das spaßige Kampfsystem, sowie der grandiose Soundtrack lassen einen das fast vergessen und das Spiel in allen Facetten genießen.

Einmal in seinem Sog, kann man das Spiel nicht mehr so einfach loslassen und wer das Original nie gespielt hat, kommt um Reunion ohnehin nicht herum – sofern man etwas mit Final Fantasy VII am Hut hat. Und es erstaunt mich jedes Mal aufs Neue, wie ein zwar für die Gesamthandlung wichtiger Charakter, der aber im originalen FFVII quasi nie zu sehen war und deshalb eher blass blieb, in Crisis Core zu einer strahlenden und sympathischen Figur mit so viel Bedeutung gemacht wird, mit dem man ständig mitfiebert und mitfühlt. Ein Geniestreich.

So und nicht anders muss ein Remaster aussehen!

Außerdem weckt das Crisis Core Reunion Remaster zwei Hoffnungen in mir:

Das Fortsetzen der Compilation of Final Fantasy VII, die uns zuletzt mit dem offenen Ende von Dirge of Cerberus und eben jenem Genesis zurückließ, den wir ursprünglich erst ein Jahr später überhaupt kennenlernen durften.

Und dann noch die Möglichkeit einer Portierung des Final Fantasy VII Remakes auf die Nintendo Switch. So viel weitläufigere Areale hat das Remake schließlich auch nicht und grafisch dürfte das es sicher auf Crisis Core Level auf der Nintendo Switch heruntergeschraubt werden können.

Man wird ja noch träumen dürfen…

88/100
Total Score

Pro

  • Spaßiges Kampfsystem
  • Grandioser Soundtrack
  • Fesselnde Story
  • Sehr hübsche Grafik

Contra

  • Schlauchförmiges Leveldesign
  • Unzählige Missionen sind sehr repetitiv
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