Letztes Jahr wurde, vorerst nur für Apple Arcade, ein Rougelike Adventure mit den vier beliebten Ninja Turtles angekündigt und dieses Jahr haben Nintendo und Super Evil Megacorp angekündigt, dass Teenage Mutant Ninja Turtles: Splintered Fate für Nintendo Switch erscheinen wird. Mir hatte, besonders für ein iOS-Spiel schon damals sehr viel Spaß bereitet, umso glücklicher war ich also über die Ankündigung. Doch wie gelungen ist die Umsetzung von Splintered Fate? Wir verraten euch dies in unseren Spieletest.
Teenage Mutant Ninja Turtles: Splintered Fate erscheint am 17. Juli 2024 zum Preis von 29,99 € im Nintendo eShop. Wir haben ein Testmuster zur Verfügung gestellt bekommen.
Vortex-Wirrwarr
Die Geschichte hinter Teenage Mutant Ninja Turtles: Splintered Fate ist kein literarisches Meisterwerk, bietet aber besonders für Fans der grünen Ninja-Schildkröten viele kleine Anspielungen auf bekannte Gesichter. Nicht nur Veteranen wie Splinter, Shredder oder auch Bebop sind mit von der Partie, sondern auch Metalhead und Leatherhead. Leonardo erfährt eines Nachts, dass auf den Dächern von Manhattan der Foot-Clan gesichtet wurde und ist auch schnell auf dem Weg dorthin. Dies dient als Tutorial für das Spiel, gleichzeitig auch aber als Introsequenz für den Titel. Nach einigen Gegnerwellen wird Leonardo von einigen Elite-Foot-Soldaten überrannt und erfährt, dass Shredder Splinter entführt hat und mithilfe von Portalen durch Dimensionen reist. Leonardo wird von Shredder in ein Portal verbannt und taucht dann im Versteck auf bei seinen Brüdern und April auf. Dort werden die Turtles von Splinter aus einer anderen Dimension kontaktiert. Um ihren Meister zu retten, reisen die Teenage Mutant Ninja Turtles durch die Portale durch diverse Gebiete, um am Ende hoffentlich Shredder besiegen zu können.
Leider stellt sich heraus, dass eine weitere höhere Macht am Werk ist und das Unterfangen sich als schwieriger herausstellt, als angenommen.
Wie oben geschrieben sind hierbei die Dialoge zwischen den Turtles und den diversen Charakteren sehr witzig geschrieben und die einzelnen Persönlichkeiten der Geschwister kommen sehr schnell zum Vorschein. Das gesamte Spiel ist komplett auf Englisch vertont und man merkt hier auch, dass die Synchronsprecher ihre Rolle gut herübergebracht haben.
Einige Dialoge sind auch je nach Durchlauf unterschiedlich, da Bossgegner sich zum Beispiel merken, wenn sie die Turtles zuletzt besiegt haben oder selber im Kampf verloren haben. Dadurch gibt es immer wieder neue kleine Sprachfetzen, die einige weitere Details der Spielwelt verraten.

Rougelike Turtles-Action
Wie schon erwähnt handelt es sich bei Teenage Mutant Ninja Turtles: Splintered Fate um einen Rougelike-Titel wo ihr den Titel unter leicht abgeänderten Bedingungen öfter spielen müsst, damit eure Charaktere stärker werden und ihr weiter kommt. Jeder Spieldurchlauf ist, abgesehen von den Gebieten anders und dies gilt auch für die Fähigkeiten, welche ihr erhaltet und verstärken könnt. Fähigkeiten sind in diverse Kategorien unterteilt: Flamme, Utrom, Ooze, Wasser oder auch Beherrschung. Die ersten vier Kategorien sind die Elementar-Kategorien, welche durch diverse Modifikatoren verstärkt werden können.
Eure normalen Fähigkeiten wie Sprint, Wirbelattacke, Turtles Schild oder Shuriken machen im Normalfall immer normalen physischen Schaden. Jeder Charakter besitzt ein Haupttalent, ein Werkzeug und den Sprint. Donatello zum Beispiel hat eine Wirbelattacke, welche eine große Reichweite hat und viele Footclan-Soldaten auf einmal vernichten kann. Als Werkzeug besitzt er einen Schutzschild, welche den Charakter für eine kleine Zeit unverwundbar macht und ein wenig Schaden verursacht. Im Verlaufe eines Durchgangs kann man diese Fähigkeiten verbessern oder sogar austauschen (hauptsächlich die Werkzeuge).
Spielt ihr lieber eher passiv und wartet, bis Gegner durch den Ooze oder Flammenschaden dahinsiechen oder setzt ihr eher auf absoluten Schaden und möchtet alles so schnell wie möglich vernichten. Egal wie ihr euch entscheidet, jeder Durchlauf ist anders und die Fähigkeiten sind auch alle dementsprechend ausgeglichen. Ich hatte nie das Gefühl, dass Fähigkeiten oder Werkzeuge zu stark waren, verglichen zu den anderen. Ich persönlich bin am besten Fähigkeiten klargekommen, welche kritischen Schaden verbessern und gleichzeitig meine Ausweichfähigkeiten sehr vielseitig machen.
Jedes Gebiet, welches ihr betretet, ist in kleine Räume unterteilt und dort werdet ihr von verschiedenen Gegnertypen angegriffen. Üblicherweise von Turtles typischen Gegnern wie Ratten, Foot-Clan-Soldaten oder auch Mousern. In den späteren Gebieten erscheinen auch weitere Gegnertypen und auch sehr häufig Elite-Gegner. Diese mächtigen Feinde halten sehr viel aus, greifen sehr aggressiv und schnell, geben aber viel größere Belohnungen. Neben Schrott erhaltet ihr auch Drachenmünzen oder Träumermünzen, womit ihr eure zukünftigen Spieldurchläufe leichter machen könnt. Je riskanter ihr spielt, umso größer sind natürlich eure Belohnungen. Aber in den einzelnen Kämpfen können nicht nur negative Ereignisse euren Fortschritt verlangsamen. Es besteht immer eine kleine Chance, dass Metalhead feindliche Mouser übernimmt und diese an eurer Seite kämpfen.
Die Wahrscheinlichkeiten hierfür können über Träumermünzen erhöht werden und sind dann für alle zukünftigen Spieldurchläufe aktiv.
Allgemein könnt ihr mit den zwei Münzen eure Turtles selber verbessern (unter anderem Leben, Schaden, Heileffekte, Wiederbelebungen und vieles Mehr). Drachenmünzen sind eher dafür da euren Charakter stärker zu machen und Träumermünzen erhöhen gewisse Wahrscheinlichkeiten, damit euer Durchlauf zu euren Gunsten verläuft.

Süchtig machender Gameplay-Loop
Wie bei jedem gutem Roguelike lebt ein Titel davon, dass man immer wieder eine neue „kleine“ Runde spielen möchte, um wieder weiterzukommen. In Teenage Mutant Ninja Turtles: Splintered Fate seid ihr zwar relativ schnell am Ende bei Shredder angelangt, doch dies ist leider nicht das Ende eurer Reise. Stetig schaltet ihr neue Spielelemente frei, welche nicht nur eure Reise leichter machen, sondern auch den Durchlauf schwerer machen können. Nach eurem ersten Sieg über Shredder erhaltet ihr die Möglichkeit Bosse in einem Hard-Mode herauszufordern. Diese geben euch natürlich auch mehr Belohnungen, allerdings werden die Bossgegner auch sehr schwer und können euren Durchlauf schnell beenden.
Neben den stärkeren Bossen erhaltet ihr auch die Möglichkeit diverse Portale zu durchschreiten, um diverse Modifikationen zu aktivieren. Zum Beispiel können Elite-Gegner stärker werden, mehr Gegner mit Schilden erscheinen oder auch der Angriffsradius von Spezialattacken von Feinden vergrößert werden. Für jedes Portal, welches ihr aktiviert, erhaltet ihr für den Durchlauf 10% mehr seltene Münzen. Solltet ihr ein Portal nicht aktivieren, so könnt ihr für diesen Spieldurchlauf auch kein weiteres Portal mehr aktivieren.
Im Verlaufe des Spiels erhaltet ihr auch seltene Artefakte, welche euch permanente Boni verleihen, sofern ihr das Artefakt ausgerüstet habt. Diese Boni sind über die Träumermünzen auch aufwertbar und können auch eure Spielweise fördern. Rüstet ihr zum Beispiel das Artefakt „Kanaldeckel“ aus, erhaltet ihr mehr Wasserfähigkeiten und könnt euch eher auf das Element Wasser konzentrieren. Die zahlreichen Möglichkeiten euren Durchlauf zu modifizieren sorgen für den Sog, der euch in das Spiel hereinziehen lässt.
Optisch hat sich, verglichen zur Smartphone-Version, nicht viel geändert. Die Schatten sind ein wenig niedriger aufgelöst, sonst sind aber alle Effekte intakt und der Titel macht dadurch ein gutes Bild. Die Bildrate hält sich in den hohen 40 bis 50 Bildern pro Sekunde und sehr häufig auch bei fixen 60. Durch die gute Bildrate und die gute Steuerung (welche durch den Controller enorm aufgewertet wird) macht es Spaß den Titel auf der Nintendo Switch zu spielen. Gleichzeitig gibt es auch einen guten Soundtrack, der genau zu dem Titel passt. Komponist Chris Hülsbeck (Turrican, Little Thor) hat wieder einige Ohrwürmer hergezaubert und es lohnt sich den Titel auch mit höherer Lautstärke zu spielen. Neu in der Konsolenversion ist die Möglichkeit, den Titel mit vier Spielern gleichzeitig auf einem Bildschirm zu spielen. Wir haben dies ausgetestet und es hat hierbei keine Probleme gegeben und sehr viel Spaß gemacht.
Geheimtipp für Rougelike Fans und besonders TMNT Fans
Teenage Mutant Ninja Turtles: Splintered FateCowabunga (+)
- Süchtig machender Gameplay-Loop
- Grafikmodus für stabile 30 FPS
- Zwei Schwierigkeitsgrade
- Permanente Upgrades lassen Fortschritt erkennen
Shellshock (-)
- Performance nicht immer perfekt
- Für einige eventuell zu schwer
- Zäher Einstieg
- Grafische Abstriche verglichen zur iOS Version