Rune Factory 5 – Die Saison ist eröffnet

Die bekannte Spielereihe Rune Factory hat zum 25. März 2022 nun endlich die lang erwartete Fortsetzung mit Rune Factory 5 bekommen. Zuvor konnten wir uns ja bereits über den Port von Rune Factory 4 für Nintendo Switch freuen und fröhlich vor uns hin “farmen” – entweder in Dungeons oder auch auf unserer eigenen Farm.

Was uns Rune Factory 5 nun an Story und Gameplay bringt, erfahrt ihr in diesem Test.

Altbekanntes Prinzip das funktioniert

Die Story ist simpel. Wir finden uns ohne Erinnerungen in einem Wald wieder und retten einen Mitbewohner der verschlafenen Grenzstadt Rigbarth. Wir werden, erstmal in der Stadt angekommen, zügig in die Reihen der SEED, einer Militäreinheit, aufgenommen, die die Stadt beschützt und Aufträge erfüllt um den Frieden in der Stadt zu wahren.

Kaum angekommen, bekommen wir mit, dass mysteriöse Dinge in Rigbarth geschehen und der Captain der SEED Einheit in Rigbarth schickt uns los, um diese mysteriösen Geschehnisse aufzuklären und den Bewohnern der Stadt zu helfen. 

Unter anderen gibt es Störungen in der Runenenergie welche wir beheben müssen, damit die Stadt bestehen bleibt. 

Die Story an sich ist ein interessantes Setting, wirkt aber etwas grob in einigen Stellen. Ist die Anfangs Aufgabe noch sinnig, vermisste Menschen zu finden, wird es schnell etwas schwierig, zu verstehen, warum die Stadt einem wildfremden Menschen, der keine Ahnung hat wer er ist, so weit vertraut dass das Schicksal der Stadt in seinen Händen liegt und die ehemaligen Ranger von SEED helfen dann in den Geschäften mit, anstelle weiter bei SEED zu helfen.

Auch ist das auftauchen von starken Monstern in der Nähe einer Stadt, die als verschlafenes Nest gilt, gerade in dem Moment, wo wir in die Stadt kommen, sehr seltsam und umso mehr würde ich mir wünschen, dass die Stadtbewohner teils doch argwöhnischer wären als sie es sind. Denn wir verdienen das Vertrauen des Captains nur mit hilfe eines Seelensteins der ungewöhnlich hell leuchtet. Das ist alles was wir tun mussten.

Jedoch spielt man Rune Factory nicht unbedingt der Story wegen sondern wegen des entspannten und entschleunigenden Gameplays wegen. Es heißt ja nicht umsonst Farming Sim.

Solide und Detailreich mit altbekannten und neuen Nuancen

Rune Factory 5 glänzt vor allem mit seinem soliden Gameplay, wie es auch bereits erwartet wurde.

Wir können die Story des Spiels in unserem eigenen Tempo spielen, während wir Felder auf unserem Erddrachen und hinter dem Haus des SEED Hauptquartiers bestellen können, Monster fangen und dadurch Wolle, Milch und Eier erhalten können, oder auch einfach mal Angeln oder mit den Stadtbewohnern flirten.

Man sieht, es wird definitiv nicht langweilig. Am Anfang des Spiels werden wir an die Hand genommen und bekommen durch Aufgaben die wir erledigen müssen, nach und nach unsere Werkzeuge für die Feldbearbeitung. Durch weitere Aufgaben, die wir von dem Quest-Board annehmen können, schalten wir nach und nach immer weitere Möglichkeiten frei, das Spiel so zu genießen, wie wir es wollen. Ob wir nun kochen, angeln oder unsere eigenen Waffen schmieden und Werkzeuge herstellen möchten, die Möglichkeiten sind vielfältig und wir können mit hilfe vom Sammeln von Rohstoffen und anbauen von Gemüse und dem Zähmen von Kühen, Hühnern und Schafen vieles selber herstellen.

Mithilfe von Rezeptbroten, die wir von Yuki der Bäckerin kaufen können, können wir, sobald wir eine bestimmte Wissensstufe erreicht haben, weitere Rezepte lernen, um unser Können immer weiter zu steigern.

Sollte uns das ruhige Stadtleben jedoch trotzdem irgendwann zu langweilig werden, können wir unser Schwert, den Zauberstab oder den Hammer zücken und die Welt ausserhalb der Stadt erkunden. Diese Gegenden sind überraschend offen und man kann die Tage auch locker damit verbringen, einfach nur die Karten zu erkunden, Monster zu besiegen, Schatztruhen aufzuspüren, oder auch einfach neue Monster zu zähmen. Dabei sind die Monster vom Level her in Farben angezeigt. Monster mit weißen Schriftzug sind ok für dein Level. Wenn sie höher als dein Level sind, wird das mithilfe eines roten Schriftzugs angezeigt. 

Sollten wir uns in die Dungeons wagen, gibt es vor dem Dungeon ein Hinweisschild, welche Ressourcen und Monster in diesem zu finden sind, was bei einigen Aufträgen, die wir in der Stadt annehmen können, äußerst hilfreich ist, da es recht unterschiedlich ist, welche Art von Monster aus den Toren spawnen. Wo man vorher ein Wooly gezähmt hat, kann beim nächsten mal ein Goblin spawnen. Diese Abwechslung hilft jedoch nicht dabei, dass das Farmen von Monstern und erkunden der Gegend nicht auf Dauer etwas einseitig ist. Vor allem wenn man im Level fortgeschrittener ist. Spätestens dann sollte man auch die Story mal weiterspielen, damit man weitere Karten freischaltet.

Ein anderer Teil des Gameplays worin Rune Factory 5 glänzt sind die große Anzahl an Charakteren mit denen wir interagieren können. Und hier tritt eine der Neuerungen in Kraft, die es in Rune Factory 5 gibt. Zum ersten mal in der Rune Factory Serie, kann man eine gleichgeschlechtliche Ehe eingehen. Im Generellen gibt es auch diesmal wieder eine große Anzahl an NPCs mit denen man die Beziehung vertiefen könnte und man kann sagen, für jeden ist etwas dabei. Vom Ritter bis zu einer Succubus ist fast alles an NPC Typen vertreten und jeder hat seinen eigenen Charakter und seine eigenen Vorlieben, die man erst einmal herausfinden muss. Hat man sie erst einmal herausgefunden, dann geht das Spiel erst richtig los. Wir beschenken den Kandidaten mit dem wir die Beziehung vertiefen wollen, und sobald der Freundschaftslevel hoch genug ist, können wir den NPC daten und am Ende auch heiraten.

Technik und Grafik – das geht besser

Das alles klingt nach sehr viel Spielspaß, und das ist es auch. Jedoch klingt hier ein “aber” mit. Unser Spielspaß wurde hier nur durch die technische und grafische Ausführung ein wenig getrübt.

Die grafische Darstellung in der Stadt Rigbarth selber ist detailreich und schön, jedoch trügt der Schein. Sobald wir aus der Stadt herausgehen, merken wir, dass das Hauptaugenmerk auch bei Rune Factory 5 auf die Stadt und den Farming Aspekt liegt und nicht auf die Kämpfe. Die Texturen in den Dungeons und Wäldern um der Stadt herum sind verwaschen und blockig. Die Animationen wirken manchmal etwas unfertig, was man in einem Rune Factory 5, welches für Nintendo Switch programmiert wurde und kein Port ist, enttäuscht.

Neben der unfertig wirkenden Grafik haben wir zusätzlich noch technische Schwierigkeiten gefunden. Wenn man in die Stadt läuft, aus Gebäuden heraustritt oder eine neue Gegend geladen wird, gibt es Framerate Einbrüche runter bis auf 10-15 FPS und das ist merkbar. Sobald fertig geladen ist, läuft es jedoch wieder richtig flüssig und man gewöhnt sich nach ein paar mal auch daran und dann ist es nicht mehr so störend. Ein anderes technisches Detail was ich so nicht von einem neuen Rune Factory erwartet hätte sind aufploppende Objekte. Auch wenn es spieltechnisch keinen Einfluss hat, sind aufploppende Bäume und Sträucher oder nur halbe Baumkronen schon etwas, was auch hier hätte gefixt werden können. 

Die Vertonung der Charaktere ist nicht durchgehend und nur auf englisch und Japanisch gehalten. Wo die englische Vertonung ganz ok ist, sticht hier die japanische Vertonung hervor und ist passend. Leider hat unser Charakter nicht viele Voice Lines, was bei der Farmarbeit auffällt, da wir uns irgendwann nur noch wiederholen.

Bei den NPCs ist es auffallend, dass die Gespräche mal vertont sind und dann wieder nicht, was sehr zufällig wirkt. 

Der Soundtrack besteht aus mehreren ruhigen und entspannenden Songs, die das Feeling eines entschleunigenden Spiels unterstreichen. Auch die Songs wiederholen sich, jedoch stört es nicht so sehr wie die wiederholenden Voice Lines, da der Soundtrack auf das Spiel selbst gut abgepasst ist.

Da ist Luft nach oben

Rune Factory 5 macht wieder vieles richtig aber leider nicht alles. Das Gameplay ist, wie bereits bei Rune Factory 4 solide und stimmig, wobei die Neuerungen im Spiel es noch interessanter machen. Ich mein, wer wollte nicht immer schonmal auf einer Kuh oder einem Elefanten reiten?

Rune Factory 5 ist ein Farm-Simulations Spiel mit Rollenspiel-faktoren und so wirkt es auch. Der Fokus liegt hier ganz klar auf das Anbauen der Felder, das Interagieren mit den NPCs und das aufbauen seiner eigenen kleinen Welt. Der Rollenspiel Faktor mit Monsterjagd, Aufgaben lösen und Ausrüstung zusammenstellen ist ein angenehmes Plus und bringt Abwechslung ins Gameplay.

Grafisch muss ich leider sagen, dass Rune Factory 5 hinter meinen Erwartungen zurückbleibt. Die Texturen und Animationen erscheinen unpoliert, rau und nicht vollständig. Der Soundtrack ist passend, aber genauso wie die Voice Lines des Spieler Charakters wiederholend, was für mich nicht so störend ist, da ich das Spiel dann im Zug auch ohne Ton spielen kann.

Eher störend empfand ich anfangs die ruckler, Framerate Einbrüche und die aufploppenden Gegenstände und Gegner, woran man sich jedoch mit der Zeit gewöhnt. Jedoch hoffe ich hier, dass das noch gepatcht wird, um den Spielspaß zu erhöhen.

Im generellen ist Rune Factory 5 ein gutes und entschleunigendes Farm-Simulationsspiel welches Spaß macht zu spielen, wenn man sich auf diese Art von Spielen einlassen möchte. Die Möglichkeit, die Story zu seinem eigenen Gusto zu spielen, und auch einfach mal links liegen lassen zu können, wenn man einfach nur mal etwas Gemüse anbauen, angeln oder mit NPCs interagieren möchte, und auch die Möglichkeit, die Karten zu erkunden und sich relativ frei auf den freigeschalteten Karten zu bewegen ist ein Plus und trägt zum angenehmen zwanglosen Gameplay bei.

Die, die die Rune Factory Reihe mögen und wieder einmal Lust haben auf einen aktuellen neuen Anstrich der Serie, denen kann man das Spiel empfehlen. Die, die sich für Rune Factory 5 interessieren, die Spielereihe aber nicht kennen denen lege ich nahe, sich Gameplay Videos im Netz anzuschauen um zu sehen, ob das Spiel etwas für sie wäre.

70/100
Total Score

Pro

  • Belohnendes und befriedigendes Gameplay
  • Detailreiche und stimmige Farmarbeit
  • Große Auswahl an verschiedenen NPCs zum Interagieren
  • Immersives Spielerlebnis
  • Viele Möglichkeiten, den eigenen Charakter zu entwickeln
  • Großes Skill-system mit multiplen Herstellungsmöglichkeiten
  • Gut ausgearbeitete Anime Sequenzen

Contra

  • Repetitive Gegner Kämpfe
  • Grafik auf freigeschalteten Karten verwaschen und blockig
  • Wiederholende Voice Lines des Spieler Charakters
  • Framerate Einbrüche
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