Rhythm Paradise Groove Vorschau für Nintendo Switch

Es war still um Rhythm Paradise. Zu still. Fans warten sehnsüchtig auf eine Rückkehr der absurd-charmanten Rhythmusspielreihe. Rhythm Paradise Groove war zuletzt bei Nintendo Treehouse: Live zu sehen – und wir hatten die Gelegenheit uns das Spiel bei Nintendo vor Ort anzuschauen. Ich kann euch sagen: Die lange Wartezeit hat sich mehr als gelohnt.

Mit über 80 Rhythmusspielen im Einzelspieler-Modus und mehr als 30 Spielen im Mehrspieler bietet Rhythm Paradise Groove eine umfangreiche Auswahl. Dazu gesellt sich mit Beatspell ein komplett neuer „Rollenspiel“-Modus, der das Franchise in Richtungen lenkt, die man ihm vielleicht nicht zugetraut hätte. Die Musik? Wie gewohnt taktvoll!

Rhythm Heaven Groove, hierzulande als Rhythm Paradise Groove und in Asien als Rhythm Heaven: Miracle Stars bekannt, ist ein in Kürze erscheinendes Rhythmusspiel, das für Nintendo Switch veröffentlicht wird. Spielbar auf Nintendo Switch 2. Es ist der fünfte Teil der „Rhythm Heaven“-Reihe von Nintendo und folgt auf Rhythm Heaven Megamix (2016) für den Nintendo 3DS. Wie bei den vorherigen Teilen der Serie komponiert der japanische Musiker Tsunku♂ die Musik für das Spiel. Der Release ist am 2. Juli 2026 und es handelt sich damit um das erste neue Spiel der Reihe seit knapp einem Jahrzehnt.

Rhythm Heaven Groove folgt dem Gameplay früherer Titel, bei denen die Spieler eine Reihe von Rhythmus-Minispielen im Takt der Musik absolvieren müssen, ähnlich den „Mikrospielen“ in der WarioWare-Reihe.

Es gibt visuelle Hinweise, doch die Spieler werden dazu ermutigt die Augen zu schließen und dem Beat der Musik zu folgen, um ein Gefühl für den Rhythmus zu bekommen.

Das Spiel verfügt über eine „Sprachausgabe“. Stimmlinchen liest Texte laut vor, kann aber auch abgeschaltet werden, falls einem diese Text-to-Speech-Stimme zu anstrengend ist.

Zu Beginn durfte ich mit dem Spiel Ringe-Reihe üben – allerdings ohne Rhythmus. Es fiel mir unglaublich schwer durch die Ringe zu springen. Erst nachdem der Beat eingesetzt hat und andere Figuren vor mir an der Reihe waren, gelang es mir den richtigen Rhythmus zu finden.

Einzelspieler-Modus: Chaos in Bestform

Der klassische Einzelspieler-Modus war die erste Station meiner Anspiel-Session – und ich war nicht darauf vorbereitet. Bislang habe ich Rhythmusspiele eher gemieden, könnte mich für Rhythm Paradise Groove jedoch begeistern, wenn der Inhalt stimmt. Das erfahre ich dann – zusammen mit euch – wenn Daniela ihren ausführlichen Testbericht veröffentlicht.

Fünf Minispiele waren uns erlaubt zu spielen, die bereits einen guten Teil dessen demonstrierten, was Rhythm Paradise ausmacht: eingängige Melodien, skurrile Prämissen und dieses unbeschreibliche Hochgefühl, wenn der Rhythmus endlich sitzt.

Gespielt wird (zumindest am Anfang) mit erfreulich simplen Steuerungskonzepten – ein oder zwei Knöpfe pro Spiel – doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail: dem Timing.

Wer wie ich partout nicht in den Groove kommt, kann außerdem einfach wegschauen oder die Augen schließen: Das Spiel läuft über die Ohren, nicht über die Augen. Die visuellen Hinweise brachten mich eher aus dem Takt, können vielleicht aber auch mal helfen.

Ringe-Reihe

Gleich zu Beginn eine Lektion in Sachen Rhythmusgefühl: In Ringe-Reihe hüpft die Spielfigur im Takt durch farbige Ringe. Das erste Tutorial lief dabei zunächst komplett ohne Musik – und wer in diesem Moment versucht, den richtigen Zeitpunkt zu erahnen, merkt schnell, wie sehr man sich normalerweise auf den Beat verlässt. Erst wenn die Musik einsetzt und andere Figuren vorangehen, findet sich der Rhythmus wie von selbst.

Das Timing-Fenster ist präzise, doch sobald der Flow einmal greift, entfaltet sich ein echter Sog.

Schirmchen-Show

Kleine Wesen öffnen und schließen ihre Schirme im Takt einer verspielten Melodie. Taste A öffnet den Schirm, der Steuerkreuz-Knopf nach unten schließt ihn – simpel in der Theorie, tückisch in der Praxis. Variationen im Beat und überraschende Pausen sorgen dafür, dass Konzentration gefragt bleibt. Der visuelle Stil ist dabei so niedlich, dass man sich schnell ablenken lässt. Das Spiel verzeiht kleine Fehler mit einem charmanten Seitenblick der Figuren, bewertet aber konsequent jeden Takt.

Scheibenfangen

Ein Hund wartet auf die perfekt getimte Scheibe seines Frauchens. Anfangs hilft noch die Wurfbewegung als visueller Hinweis. Dann rückt die Kamera näher heran – und plötzlich ist alles anders. Was vorher noch eine Orientierungshilfe war, fällt einfach weg. Ab diesem Moment zählt nur noch das Gehör.

Wer zu sehr nachdenkt, oder nur auf den Bildschirm achtet, verpasst die Scheibe – wer sich dem Rhythmus hingibt, schnappt sie mühelos. Ein perfektes Beispiel für das Grundprinzip.

Fütterungszeit

Ein Dinosaurier will gefüttert werden. Fütterungszeit lebt von seinem unaufgeregten Grundrhythmus, den man schnell verinnerlicht, und von dem Moment, in dem er sich unvermittelt verändert.

Remix 1

Den vorläufigen Abschluss bildete Remix 1 – und wie es sich für einen Rhythm-Paradise-Remix gehört, verknüpft er Elemente aller zuvor gespielten Minispiele zu einem musikalischen Parcours. Das Ergebnis ist chaotisch und euphorisierend. Remixe waren schon immer die Seele der Reihe, und dieser erste Vorgeschmack machte Lust auf mehr.

Alle zuvor gespielten Minispiele tauchen hier in neuen Kombinationen und mit veränderten Takten wieder auf. Was man sich mühsam erarbeitet hat, wird kurz darauf auf den Kopf gestellt. Gerade das macht den Remix so befriedigend: Es zeigt, wie viel man bereits gelernt hat – und wie wenig das manchmal reicht.

Der Einzelspieler-Modus wurde von mir ausschließlich im Handheld-Modus angespielt.

Beatspell – Rhythmus-Rollenspiel

Das Herzstück unserer Anspiel-Session war zweifellos Beatspell. Ich durfte die ersten beiden Kapitel vollständig spielen, inklusive Endgegner. Das war überraschend spaßig, aber auch anstrengend für den Kopf.

In Beatspell durfte ich mit der magischen Kraft des Rhythmus zaubern, um Monster zu besiegen. Dabei greift das Spiel tief in die Rhythmus-Trickkiste: Verschiedene Zaubersprüche werden durch unterschiedliche Tastenfolgen im Takt eingegeben. Der Feuerzauber erfordert eine andere Sequenz als der Heilzauber – und beide wollen rhythmisch präzise ausgeführt werden. Das bedeutet: Man muss nicht nur den Takt halten, sondern gleichzeitig die passende Kombination abrufen.

Im ersten Kapitel erlernt man einen Angriffszauber, der zwei verschiedene Tasten im Wechsel verlangt – rhythmisch präzise, versteht sich. Im zweiten Kapitel kommt ein Heilzauber hinzu, der eine dritte Tasteneingabe erfordert. Denn die Gegner schlagen zurück. Plötzlich geht es nicht mehr nur darum, den Takt zu halten, sondern auch darum, im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen: Angreifen oder heilen? Das verleiht Beatspell eine taktische Note, die man zu Anfang nicht erwartet hätte.

Besonders Bossgegener sind fordernd in der Ausführung, aber befriedigend im Abschluss. Zur Hintergrundgeschichte des Modus kann ich an dieser Stelle gar nicht viel sagen, dürfte aber erwartungsgemäß keine all zu tiefe und herzzerreißende Story sein, die der Hauptgrund zum Spielen von Beatspell wäre. Spaß gemacht hat der kurze Einblick aber.

Deutsche Bildschirmtexte sind vorhanden. Presse-Screenshots sind lediglich auf Englisch verfügbar.

Mehrspieler-Modus: Gemeinsam im Takt versagen – und lachen

In Rhythm Paradise Groove wurde vor Ort bei unserer Anspiel-Session das gemeinsame Spielerlebnis im TV-Modus auf dem großen Bildschirm zelebriert, mit vier Personen rund um eine Konsole.

Nach dem Einzelspieler-Teil wechselte die Session in den TV-Modus – und damit in eine völlig andere Spielerfahrung. Zu viert vor dem Fernseher hört zwar jeder denselben Rhythmus, aber jeder reagiert minimal anders. Plötzlich beobachtet man nicht nur den Bildschirm, sondern auch die Mitspieler: Wer nickt schon im Takt? Wer zählt mit? Wer greift zu früh zum Kuchen?

Ninja-Garde

Im kooperativen Ninja-Garde schützt das Team gemeinsam einen Fürsten vor einem Hagel aus Pfeilen – jeder schwingt sein Katana im richtigen Moment. Treffen alle den Rhythmus, läuft die Szene sauber. Sobald jemand aus dem Takt fällt, wird es hektisch. Zwischendurch fliegen auch Herz-Pfeile ins Bild: Wer diese im richtigen Augenblick zerteilt, stellt Energie wieder her. Ein kooperativer Modus, der tatsächlich Teamgefühl erzeugt.

Das war jedoch das Spiel, bei dem unsere Gruppe viel zu lachen hatte, da wir den passenden Rhythmus einfach nicht hinbekommen haben.

Pünktlich Naschen

Vier Figuren sitzen an einem Tisch, vor ihnen ein letztes Stück Torte. Punkt 15 Uhr darf gegessen werden – wer dem Zielmoment am nächsten ist, bekommt es. Was klingt wie ein harmloses Geduldsspiel, entwickelt vor dem Fernseher eine absurde Eigendynamik: Alle zählen im Kopf mit, niemand will zu früh drücken, und wer es doch tut, muss zusehen, wie ein Mitspieler ihm das Stück aus der Hand reißt.

Manchmal entscheiden Hundertstelsekunden. Im Verlauf des Spiels lässt auch die Controller-Vibration als Hilfe nach – dann muss jeder den Takt wirklich selbst halten. Das erzeugt eine Konzentration, die für ein Spiel über Kuchenessen geradezu lächerlich hoch ist. Und genau das macht es so wunderbar.

Rhythm Paradise ist zurück – und wie

Rhythm Paradise Groove macht nach unserer Anspiel-Session genau das, was ein gutes Rhythmus-Spiel machen soll: Es zieht einen in seinen Bann, lässt einen an sich zweifeln, und belohnt einen schließlich mit diesem unvergleichlichen Gefühl absoluter Rhythmus-Meisterschaft – nur um beim nächsten Spiel von vorne zu beginnen. Der Einzelspieler-Modus ist gewohnt brillant, Beatspell überrascht und der Mehrspieler verspricht unvergessliche Spieleabende.

Am 2. Juli werden wir es wissen und Daniela informiert euch zeitnah über ihre Meinung.

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