‘Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles’ – Butterweiche Prügelei

Anime Fans haben von Demon Slayer (Kimetsu no Yaiba) sicher schon gehört. Die Nintendo Switch-Version mit dem Untertitel “The Hinokami Chronicles” ist auf anderen Plattformen, wie PlayStation und Xbox schon länger erhältlich, verzögerte sich für Nintendos Hybrid-Konsole jedoch. Entsprechend war die Sorge groß, ob diese Fassung des Spiels vielleicht dann nicht so gut wird. Am 10. Juni 2022 war es soweit und das Spiel erschien im Handel und dem Nintendo eShop. Wir haben für euch einen Blick auf das Prügelspiel geworfen!

Und um die Info direkt an alle loszuwerden, die sich über Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles schon lange informiert, aber auf die Nintendo Switch-Fassung gewartet haben: Jep, der Port ist bis auf wenige Ruckler makellos! Alle anderen, die mehr zum Spiel erfahren wollen, bleiben bitte hier in dieser Review am Ball.

Ein typischer Racheplot

Das Spiel setzt zur dritten Folge des Anime an und folgt den Fußstapfen von Tanjiro. Dessen Familie wurde von Dämonen, auf Japanisch den Oni, förmlich abgeschlachtet, als er selber im Nachbardorf gezwungen war, die Nacht zu verbringen. Nur seine Schwester Nezuko hat überlebt, aber auch nur, weil sie… schaut die erste Folge, das nehm ich euch nicht hier in einem Review zu einem Spiel. Jedenfalls möchte Tanjiro nun ein Demon Slayer werden und das Spiel setzt am Ende seines Trainings in besagter dritten Folge an.

Wir steuern seine Geschicke durch den Plot aus dem Anime und erleben auch ein paar kleinere Seitengeschichten. Mit der Zeit schließen sich immer mehr Kameraden Tanjiro an, um ihm beim Abenteuer zu helfen.

Im Herzen ein Brawler mit Story

Wer sich mit dem Spiel auseinandersetzt, merkt vielleicht sehr schnell, dass Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles eigentlich nur ein glorioser Brawler mit aufgesetzter Story ist. Und das meine ich nicht im Negativen! Ähnlich wie in Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm hangeln wir uns von Kapitel zu Kapitel und erleben Story-Stränge liebevoll animiert in der Engine des Spiels. Oft beginnt der Einsatz damit, dass wir die Gegend erkunden und mithilfe von Tanjiros feiner Nase die Fährte des Dämonen aufnehmen.

Unterbrochen werden wir dabei öfter von niederen Dämonen, die schnell weggeschnetzelt sind, aber nicht so oft, dass es stört. Beim letzten Dämonen des Kapitels kommt dann ein Bosskampf, der die Mechaniken eines normalen Brawlers sprengt und mehrere Mechaniken PvE-konform auch telegrafiert, also anzeigt, wenn wir aus einem bestimmten Gebiet des Kampfes verschwinden sollten.

Die Kämpfe enden dann mit Quicktime-Events, welche sich bis auf einen Punkt hervorragend ins geschehen einfügen und auch super umgesetzt sind. Was stört, ist, dass das Schlachtfeld kurz zum Stillstand kommt und alle sich einmal fein säuberlich aufrichten, bevor die Sequenz letztlich beginnt.

Ansonsten können wir im Training gegen diverse Figuren antreten und sie auf immer höheren Schwierigkeitsgraden herausfordern. Dabei erhalten wir sogenannte Kimetsu-Punkte, womit wir Belohnungen wie Profilbilder, Zitate bzw. „Denkwürdige Worte“ für unser Multiplayer-Profil freischalten. Kämpfer schalten sich im Verlauf der Story frei, einige können aber auch mit Punkten freigeschaltet werden, sind dann allerdings auf den Multiplayer beschränkt. Mehrere Skins für die Kämpfer gibt es ebenso, so hat Tanjiro zum Beispiel sieben verschiedene Outfits.

Es gibt übrigens einen bei den Kämpfern, was aber wohl erst im Multiplayer wirklich ins Gewicht fällt, während wir in der Story das mal so und mal so passiert. Und zwar treten alle menschlichen Kämpfer (und Nezuko) als Paar im Multiplayer an, während die freischaltbaren Dämonen immer einzeln agieren. Der Unterschied ist hier, dass wir, offensichtlich, zwischen zwei Kämpfern auf der Menschenseite wechseln können, solang es der Balken zulässt, der sich stetig auflädt. Auch können wir eine Gegner-Combo so einfacher brechen, weil uns der Partner per kurzem Druck aus der Schusslinie des Gegners zerrt, was eine halbe Aufladung des Balkens kostet.

Dämonen erhalten dafür ein paar zusätzliche Angriffe, die gut Schaden verursachen, welche auch nahtlos an Combos angekettet werden können. Ansonsten erhalten zudem alle Kämpfer eine Technikanzeige für Angriffe auf der Taste X. Diese Angriffe sind etwas stärker und der Balken verhindert, dass wir diese bis zur Unendlichkeit einfach nur spammen.

Ein anderer Balken, am unteren Bildschirmrand, ist die Spezialanzeige. Je öfter diese sich füllt, umso mächtigere Angriffe können wir vom Stapel lassen, die auch mit einer eigenen Animation einhergehen… wenn sie Connecten. Ansonsten können wir den Balken auch abarbeiten und so für kurze Zeit mehr Schaden machen und flinker über das Feld wuseln.

Für Brawler Fans und Anime Freunde

Der Schwierigkeitsgrad im Story-Modus ist angenehm, kann aber nicht verändert werden, weswegen Brawler-Profis wohl sehr unterfordert sein dürften, wenn sie eine KI-Herausforderung suchen. Dennoch werden Kämpfe bewertet, was auch für den Neuling den Ehrgeiz weckt nochmal einen Kampf zu starten, was bequem über die Kapitelauswahl möglich ist. Fans des Anime kommen also auch auf ihre Kosten, selbst, wenn ihre Brawler-Erfahrung marginal ist, was wohl die Kernzielgruppe des Spieles entspricht. Die Profis kommen da eher im Trainingsmodus auf ihre Kosten.

Abseits davon, dass die Erkundungen mitunter etwas schleppend vorkommen, nicht zuletzt weil einige Texturen der Segmente recht matschig wirken und Tanjiro gerne auch mal etwas schneller unterwegs sein dürfte. Dennoch hilft eine großzügige Karte bei der Orientierung und hilft auch bei der Suche von Sammelitems wie Kimetsu-Punkten und Erinnerungsfragmenten, welche in der Kapitelauswahl noch etwas mehr die Story ausschmückt. Etwa einige Sequenzen, die im Anime als Rückblenden erzählt werden, können hier nach dem Aufsammeln im Kapitelmenü angeschaut werden.

Die Ladezeiten sind okay, wenn auch manchmal zu langsam und doch wieder zu schnell für die Tipps und Trivia Schriften, die dort auftauchen. Die rotieren auch durch, weswegen wir manchmal Sekunden lang einen Einzeiler anstarren oder aber gerade mal einen Absatz beendet haben, bevor das Spiel den Ladebildschirm verlässt oder eben den Text selber austauscht.

Ein Fest für Fans und Abwechslung im Genre

Für wen nun Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles ein gutes Spiel sein könnte, ist recht leicht zu sagen: Fans des Anime werden es mögen und an keiner Skillwand so bald zerschellen, wenn auch Brawler-affine Fans hier über die Story hinaus ihren Spaß haben dürften. Für die Pros sehe ich hier viel Abwechslung, wenn auch eine kaum vorhandene Herausforderung im Story Modus den Spaß da sicher was schmälern wird.

Noch etwas, was essenziell für viele zu wissen ist: Das Spiel verfüg über eine Englische wie japanische Tonspur, wobei deutsche Texte vorhanden sind.

Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles erschien am 15. Oktober 2021 für PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X|S sowie Xbox One und Steam. Die Fassung für Nintendo Switch erschien am 10. Juni 2022 und ein Testmuster dieser Fassung wurde uns vorab zur Verfügung gestellt.

90/100
Total Score

Pro

  • Hervorragende Brawler-Umsetzung eines Anime
  • Butterweich animiert und perfekt eingefangener Stil des Anime
  • Sowohl für Binge- und kurze Gameplay Sessions geeignet

Contra

  • Matschige Texturen bei Erkundungen
  • Für Brawler-Profis ist der Story Modus zu seicht
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