Zelda-Timeline aktualisiert: Nintendo bestätigt offenbar Fan-Theorie

Nintendo hat die offizielle Zelda-Zeitlinie aktualisiert und scheint damit eine langjährige Fan-Theorie zu zwei getrennten Hyrule-Gründungen zu bestätigen.
Link aus Ocarina of Time steht in einem mystischen Wald, bereit für ein Abenteuer mit seiner Fée.

Passend zur Enthüllung des Remakes von The Legend of Zelda: Ocarina of Time hat Nintendo auch die japanische Zelda-Webseite aktualisiert – inklusive einer vollständigen Darstellung der offiziellen Zelda-Zeitlinie. Eine Änderung darin scheint eine seit Jahren unter Fans diskutierte Theorie zu bestätigen.

Die Ausgangslage: Drei Zeitstränge, ein gemeinsames Ende

Die Zeitlinie beginnt mit der Erschaffungsgeschichte, gefolgt von The Legend of Zelda: Skyward Sword. An The Legend of Zelda: Ocarina of Time spaltet sie sich durch die Zeitreise im Spiel in drei Stränge auf: zwei durch die Zeitreise verursachte Parallel-Zeitlinien sowie eine dritte, in der Link die Niederlage gegen Ganondorf nicht verhindern kann. Alle drei Stränge münden laut der Webseite in dieselbe, unausweichliche Zukunft – die „Wild-Ära“ mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild und Tears of the Kingdom.

Der Streitpunkt: Eine oder zwei Hyrule-Gründungen?

Bislang war unklar, wann genau die von Prinzessin Zelda in The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom besuchte ferne Vergangenheit – die Gründungszeit Hyrules unter König Rauru und Königin Sonia, die Hyrule Warriors: Chronik der Versiegelung ausführlich beleuchtet – innerhalb der Zeitlinie liegt. Strittig war vor allem, ob es sich dabei um dieselbe Gründung Hyrules handelt, die auch in Ocarina of Time, Twilight Princess und A Link to the Past vorausgesetzt wird, oder um eine zweite, eigenständige Neugründung, die nur mit der Wild-Ära verbunden ist. Diese zweite Möglichkeit hatte Tears-of-the-Kingdom-Regisseur Hidemaro Fujibayashi bereits 2023 in einem Interview mit Famitsu kurz nach Spielrelease angedeutet, ohne sie explizit zu bestätigen.

Was sich geändert hat

Die aktualisierte Zeitlinie zeigt nun tatsächlich zwei separate Einträge mit dem Titel „Gründung des Königreichs Hyrule“: einen wie gehabt nach The Legend of Zelda: Skyward Sword, einen weiteren kurz vor dem Versiegelungskrieg – zeitlich deutlich nach allen anderen Spielen der Reihe.

Ein gängiges Gegenargument lautet, die Wild-Ära sei ohnehin ein Reboot ohne Verbindung zu den übrigen Spielen – auf der Webseite trennt sie eine deutliche Linie von den drei Zeitsträngen. Dem widerspricht allerdings der Quellcode der Seite: Dort werden die Wild-Ära-Spiele als „gemeinsamer Epilog“ bezeichnet, was sie explizit als gemeinsames Ende aller drei Zeitstränge ausweist, statt als eigenständigen Kanon.

Zusätzliche Hinweise im Ocarina-of-Time-Remake

Auf derselben Seite findet sich zudem bislang unveröffentlichtes Zusatzmaterial zum Remake. Eine Szene zeigt Link im Schattentempel bei der Nutzung der Linse der Wahrheit – im Remake als Sheikah-Brille umgesetzt, aber weiterhin mit dem klassischen Sheikah-Augensymbol versehen. Das Wirbelmuster rund um dieses Symbol ähnelt stark dem Shiekah-Muster aus der Wild-Ära, wie es auf uralten Shiekah-Maschinen und -Bauwerken in Breath of the Wild zu sehen ist. Dasselbe Muster taucht auch auf Impas Rüstung auf.

Ein weiteres Detail betrifft die Tätowierungen einiger Kokiri-Charaktere wie des Ladenbesitzers und Mido: Sie sind nahezu identisch mit jenen von Königin Sonia, Raurus Gemahlin in der fernen Vergangenheit von The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom.

„Spuren der Zeit“ als mythologisierte Rückschau

Statt eines klassischen Abenteuerprotokolls führt das Remake die neue Funktion „Spuren der Zeit“ ein: einen Wandteppich, der sich im Spielverlauf mit Details füllt. Die Art der Präsentation – bis hin zur Formulierung der einzelnen Einträge – wirkt, als würden die Ereignisse des Spiels bereits in der Vergangenheit liegen und im Nachhinein als Legende erzählt. Auch der Enthüllungstrailer war bereits ähnlich gerahmt, mit an das Original angelehnten, aber umformulierten Erzähltexten.

Der Zelda-Art-Designer von The Legend of Zelda: Majora’s Mask, Takaya Imamura, hatte laut dem Video zudem auf eine stilistische Nähe zu Ningyō Jōruri hingewiesen, einer traditionellen japanischen Puppentheaterform, die Shigeru Miyamoto besonders schätzt – was die porzellanartige Optik der Charaktergesichter erklären könnte.

Ein weiteres Detail: Der Weise Rauru, dem Link im Kammer der Weisen begegnet, wurde bislang in keinem gezeigten Material des Remakes gesichtet, obwohl Nintendo bereits die meisten Dungeons, Bosse und Charaktere präsentiert hat. Ein Foto der Spielverpackungs-Rückseite zeigt jedoch den ursprünglichen, hylianischen Rauru auf dem Wandteppich abgebildet, was zumindest nahelegt, dass sich Ocarina of Time in dieser Hinsicht seiner eigenen Geschichte treu bleibt.

Einordnung bleibt Spekulation

Abschließende Klarheit über die tatsächliche Bedeutung dieser Details gibt es erst mit Release des fertigen Spiels. Bis dahin bleibt vieles davon Interpretation und Spekulation innerhalb der Fangemeinde.

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