Splatoon Raiders Hands-on: Schatzsuche, Tinte und ein sehr hilfsbereiter Robo-Kumpel

Mit Splatoon Raiders bekommt die Nintendo Switch 2 ein Splatoon-Spinoff spendiert – und ich hatte die Gelegenheit, mir das Abenteuer auf den geheimnisvollen Spiralit-Inseln schon vor dem Release genauer anzusehen. Mein Fazit vorweg: Wer Splatoon kennt, sowie Salmon Run, fühlt sich sofort zuhause. Wer es nicht kennt, wird trotzdem sehr schnell warm damit.

Für die Vorschau standen zwei unterschiedliche Ausgangspunkte zur Verfügung. Zum einen ein komplett neuer Spielstand ohne jeglichen Fortschritt, zum anderen ein bereits angelegter Spielstand auf Level 10, der entsprechend schon etwas mehr Ausrüstung mitbrachte.

Die Story beginnt damit, dass das Surimi Syndicate auf der Suche nach ihrem nächsten großen Beutefang ist, dabei jedoch in einen Wirbelsturm gerät, der ihren Heli auf den unbekannten Spiralit-Inseln abstürzen lässt.

Ohne Speicherstand standen folgende Abschnitte zum Anspielen bereit:

  • Tazuten-Strand
  • Äsnelch-Küste
  • Bélnach-Meerenge
  • Nuppsche-Tiefenruinen

So ganz ohne weiteren Kontext sagen die Namen der Level recht wenig aus, diese Aufzeichnung von Nintendo Treehouse: Live gibt euch aber einen guten Einblick:

Mit Speicherstand, bei dem mein Charakter bereits auf Level 10 war, ließen sich dagegen schon deutlich mehr und auch anspruchsvollere Gebiete erkunden:

  • Felfortak-Bucht (Level 5)
  • Ranacobra-Sümpfe (Level 7)
  • Valioda-Klippen (Level 9)
  • Kostprobe-Dungeon
  • Rutan-Salmschlupf (Level 8)
  • Barraibata-Tiefenruinen (Level 10)
  • Munafori-Tempel (Level 12)

Darüber hinaus durften wir von diesem Spielstand aus auch den Koop-Modus ausprobieren, und zwar in den Gebieten Ranacobra-Sümpfe (Level 7) und Barraibata-Tiefenruinen (Level 10). Die Levelangaben hinter den Gebietsnamen geben eine grobe Empfehlung, ob man sich daran versuchen sollte, oder lieber erstmal in anderen Gebieten nach neuen Schätzen sucht.

Sollte man von den Salmoniden zu Fall gebracht werden, behält unsere Figur jedoch den erspielten Fortschritt, weshalb man es ohne Umschweife gleich nochmal probieren kann.

Charaktererstellung und vertraute Steuerung

Los geht’s klassisch mit der Charaktererstellung: Inkling oder Oktoling, dazu Frisur, Klamotten und allerlei Strandgut-Accessoires – das Spiel hat sichtlich Spaß an upgecyceltem Treibgut als Mode-Statement. Anders als in den Hauptteilen ist die Kleidung hier aber rein kosmetisch und bringt keine Effekte mehr mit – diese Rolle übernehmen stattdessen die Tanks und Gimmicks. Dazu gleich mehr.

Sobald die Figur steht, geht es direkt ins Tutorial und damit auf die Spiralit-Inseln.

Die Steuerung fühlt sich erfreulich vertraut an: Mit dem rechten Stick gibt man die grobe Blickrichtung vor, die Feinjustierung erfolgt über die Bewegungssteuerung des Controllers. Wer schon andere Splatoon-Teile gespielt hat, wird sich sofort zurechtfinden – Die Tintenfischrolle und die anderen bekannten Bewegungstechniken sind weiterhin mit an Bord. Aber auch für Neueinsteiger ist der Einstieg überraschend angenehm, weil das Spiel die Grundlagen geduldig erklärt: Tinte verschießen, Tintentank im Blick behalten, in der eigenen Tinte schwimmen, um schneller voranzukommen und Munition aufzuladen.

Eine kleine, aber spürbare Neuerung: Es gibt jetzt eine sichtbare Lebensanzeige unten links im Bild. In den bisherigen Hauptspielen war die eigene Gesundheit eher ein Bauchgefühl – hier sieht man gleich, wie kritisch die Lage gerade ist.

Und kritisch wird sie schnell, sobald man versehentlich ins offene Wasser gerät: Ink- und Oktolinge mögen Tintenmeere lieben, aber im echten Wasser sind sie alles andere als sicher. Eine Berührung und man ist sofort erledigt – zumindest fast. Die Gesundheitsanzeige zeigt eine Gefahrenlage an, unsere Figur springt zurück ans rettende Ufer, wir sollten allerdings nicht sofort wieder in den Kontakt mit Wasser kommen oder anderweitig Schaden nehmen.

Splatoon Raiders ist kein Spiel in dem man nasse Füße bekommen sollte!

Salmoniden mit Kochlöffel

Tonangebend für die Beutezüge sind erneut die Salmoniden – diesmal mit einem klaren kulinarischen Thema. Die Gegner hantieren mit Pfannen, Zangen und Spießen, als wären sie auf dem Weg zu einem Grillfest, und greifen entsprechend furchtlos an. Ihr werdet alte Bekannte sehen, aber auch auf neue Widersacher stoßen.

Aber man kämpft nicht mit bloßen Händen. Die wohl größte spielerische Neuerung betrifft das Ausrüstungssystem: Statt der klassischen Sekundärwaffen gibt es jetzt Gimmicks – zwei davon trägt man gleichzeitig. Dazu eine Nah-/Fernkampfwaffe mit ordentlich Wumms, Relikt-Effekte und natürlich der Farbtank auf dem Rücken.

Im Spiel gibt es den Power-Tank, Tempotank und Tricktank, die jeweils ihr eigenes Gimmick mitbringen. Bevorzugt ihr knallharte Kraft, um Gegner wegzuputzen, möchtet euch schnell und mobil machen oder eher taktische Tricks ausüben?

Während ein Gimmick durch euren Tank vorgegeben ist, könnt ihr bei der Wahl des zweiten Gimmicks ganz eure Vorlieben ausleben. Die Kombination aus offensiven und defensiven Gimmicks fühlt sich spürbar taktischer an als das alte Sub-Waffen-System – gerade weil man nicht mehr auf ein einzelnes Werkzeug festgelegt ist.

Ressourcen auf den Spiralit-Inseln sind knapp, weshalb Objekte und Kleidung gerne mal aus Gegenständen bestehen, die auf den Inseln so angespült wurden, wie Plastikflaschen oder ähnlichem. Laut Nintendo soll es bis zu 100 verschiedene Waffenvariationen dieser Art geben, sodass für jeden Spielstil etwas dabei sein dürfte.

Beutezüge mit Rückenwind: Der Erkundungs-Robo

Bei jedem Beutezug ist man nicht allein: Ein Mitglied des Surimi Syndicate – dem schmissigen Musiktrio, das einen als Mechanikerin oder Mechaniker engagiert hat – begleitet einen im Erkundungs-Robo. Der Robo ist weit mehr als nur Rückendeckung: Mit ihm lassen sich hohe Wände per „Bot-Hop“ überwinden, man kann ihn als Fluchtmöglichkeit in brenzligen Situationen heranrufen, und sammelt sich genug Energie über sogenannte Mega-Powereier, wird eine spektakuläre Spezialattacke ausgelöst.

Je nachdem ob Mako, Muri oder Mantaro euer Robo-Partner sind, werden verschiedene Spezialattacken ausgelöst. Mantaros Surimi-Solo ist das Mantarussell. Reite auf einem unbesiegbaren Mantaro und ramme deine Feinde.

Muris Surimi-Solo ist der Muränen-Monsun. Muris Flötenspiel lässt ihre Muränen einen weiten Bereich angreifen. Makos Surimi-Solo ist der Megalo-Overdrive. Mako führt auf Meister Megalo einen Rammangriff aus.

Die Schätze findet man an Stellen, die durch Lichtsäulen markiert sind – meist bewacht von ganzen Salmoniden-Trupps. Wer die Gegner besiegt, kann mit dem Robo die leuchtenden Kristalle durchbohren, um mysteriöse Fragmente zu erhalten – ein inselspezifisches Material, das man fürs Aufrüsten auf dem Basiskutter benötigt. Praktisch: Jede Beute, die während eines Beutezugs eingesammelt wird, gehört einem auch dann, wenn der Raid am Ende nicht erfolgreich abgeschlossen wird.

Man bleibt beim Erkunden auch nicht nur an der Oberfläche, sondern kann sich – ähnlich wie in Donkey Kong Bananza – nach unten Bohren, um tiefere Ebenen zu erforschen.

Auf unserem Basiskutter können wir uns neu ausrüsten und auch bestehende Ausrüstung verbessern. Mehr Lebenspunkte, ein prozentual stärkerer Schaden von Waffe und/oder Gimmick. Solltet ihr mal nicht weiterkommen, dann passt eure Ausrüstung entsprechend an.

Die Gimmicks lassen sich über Mods weiter anpassen, die im Spielverlauf gefunden werden. Da der Platz an jedem Gimmick aber begrenzt ist – wenn auch im Laufe des Spiels erweiterbar – muss man hier immer wieder abwägen, ob sich eine Mod lohnt.

Es gibt in Splatoon Raiders klassische, eher lineare Kampagnen-Abschnitte, die stark an Salmon Run erinnern – nur dass hier nicht Gold-Fischeier in einen Korb gebracht werden müssen, sondern man sich stattdessen Stück für Stück durch alle erscheinenden Gegner kämpft, aufgelockert durch kleinere Platforming-Einlagen wie Surfbretter oder Windböen, die einen auf höhere Ebenen tragen.

Daneben gibt es offene Gebiete ohne festgelegten Pfad, in denen man gegen die Zeit antritt und versucht, an verschiedenen Stellen so viele Ressourcen wie möglich einzusammeln.

Auch gibt es Höhlen-Level, in denen man sich Etage für Etage tiefer vorkämpft. Hier zählt statt reinem Gegner-Besiegen vor allem das Sammeln von Fischeiern, die von den Salmoniden hinterlassen werden – größere, schwierigere Gegner bringen dabei mehr Eier, was die Levels deutlich taktischer macht. Nutzt hier unbedingt auch den Erkundungs-Robo, von dem man jederzeit abspringen kann, um sich neu zu positionieren. Am Ende wartet außerdem ein Boss. Als Belohnung gibt es ein Relikt, das sich entweder teuer ans Surimi Syndicate verkaufen lässt oder dessen Spezialeffekt man sich selbst aneignen kann – etwa einen Doppelsprung mit kleinem Flächenschaden.

Drei Schwierigkeitsgrade für jeden Spielstil

Wer lieber entspannt die Inseln erkunden will, kommt ebenso auf seine Kosten wie Hardcore-Fans: Splatoon Raiders bietet drei wählbare Schwierigkeitsgrade – Reisegast, Raider und Raubein. Wichtig dabei: Die Wahl beeinflusst ausschließlich die Schwierigkeit der Kämpfe, nicht die Menge oder Qualität der Beute. Wer also nur die Geschichte und die Inseln genießen möchte, muss dafür keine Abstriche bei den Schätzen machen.

Ersteindruck zu Splatoon Raiders

Ich mag es wie die Tinte im Licht glänzt und an Wänden herunterläuft. Optisch hätte bei manchen Umgebungstexturen sicherlich mehr drin sein können, allerdings lief während meiner Anspielsession von der Performance her ziemlich rund, weshalb ich das in Kauf nehme. Ruckler sind mir keine aufgefallen, egal wie viele Salmoniden mir das Spiel auch entgegengeworfen hat. Splatoon Raiders zeigt die technische Stärke von Nintendo Switch 2.

Der Mehrspieler-Modus war spaßig. Mangels Online-Verbindung, hat ein Spieler lokal eine Runde gestartet, welcher ich dann nahtlos beitreten konnte. Splatoon Raiders kann mit bis zu drei weiteren Spielern gespielt werden, entweder online oder drahtlos lokal, Ihr dürft also eure Crew zusammenrufen und euch mit euren Freunden auf Beutefang machen.

Splatoon Raiders geht bewusst einen eigenen Weg innerhalb der Reihe, mit einer perfekten Mischung aus Loot-Loop, Erkundung und sichtbarem Fortschritt. Das Gimmick-System bringt frischen taktischen Tiefgang, der Erkundungs-Robo sorgt für einige richtig befriedigende Spielmomente und die Salmoniden eignen sich prima als Kanonenfutter. Bis zum Release am 23. Juli ist es nicht mehr lange – und mein Interesse ist definitiv geweckt.

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