Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa hat in einem seltenen Interview mit der japanischen Zeitung Kyoto Shimbun ausführlich über die aktuelle und zukünftige Ausrichtung des Unternehmens gesprochen. Themen waren unter anderem die Verfügbarkeit der Nintendo Switch 2, mögliche Preisentwicklungen, kommende Spiele und Marken, sowie Nintendos wachsende Ambitionen im Bereich Filme und Anime.
Außerhalb der üblichen Investoren-Meetings äußert sich Furukawa nur selten öffentlich. Umso bemerkenswerter ist das ausführliche Gespräch, dessen wichtigste Aussagen von Nintendo Patents Watch zusammengefasst wurden.
Switch-2-Verfügbarkeit: Weltweit stabil – Japan braucht noch Zeit
Laut Furukawa habe sich die Lieferlage der Nintendo Switch 2 weltweit stabilisiert. Lediglich in Japan sei weiterhin etwas Geduld erforderlich, bis sich die Versorgung vollständig normalisiert.
Nintendo verfolgt bei der Hardware bewusst einen zugänglichen Ansatz. Die Switch 2 soll ein „entgegenkommendes, großzügiges und verzeihendes“ System sein – also eine Konsole, die möglichst viele Nutzergruppen anspricht und technische Einstiegshürden reduziert.
Dieser Ansatz soll sowohl First-Party- als auch Third-Party-Entwicklern helfen, ihre Ideen besser umzusetzen. Zudem betont Furukawa, dass viele Menschen ihre erste Konsole erst in einem bestimmten Alter kaufen – auch für diese Zielgruppe müsse die Switch 2 leicht zugänglich sein.
Preise und Produktionskosten: Keine Aussagen zu möglichen Erhöhungen
Zu den aktuellen Kosten äußerte Furukawa, dass der derzeitige Speicherpreis keinen unmittelbaren Einfluss auf die finanzielle Performance von Nintendo habe.
Auf die Frage nach möglichen Preiserhöhungen sagte er wörtlich:
Zu hypothetischen Szenarien kann ich keinen Kommentar abgeben.
Damit bleibt offen, ob Nintendo in Zukunft Anpassungen bei Hardware- oder Softwarepreisen plant.
Mehr Spiele ab 2026: Bekannte Serien und komplett neue Titel
Für Spieler besonders relevant: Nintendo plant, sein Software-Angebot ab 2026 weiter deutlich auszubauen. Furukawa erklärte, man arbeite sowohl an neuen Ablegern beliebter Serien, auf die viele Fans bereits warten, als auch an vollständig neuen Spielen. Eine Spekulation dreht sich derzeit darum, ob in der potenziell kommenden Februar Direct nicht bereits das nächste 3D Mario von Nintendo enthüllt werden könnte.
Filmstrategie: Mario-Hype nutzen, Zelda-Infos schrittweise
Auch zur Entertainment-Offensive abseits der Spiele äußerte sich Furukawa. Ziel sei es, die Aufmerksamkeit rund um den kommenden Der Super Mario Galaxy Film gezielt aufzubauen.
Informationen zum geplanten The Legend of Zelda-Film sollen hingegen schrittweise veröffentlicht werden.
Besonders interessant: Für Nintendo stehen bei Filmprojekten nicht kurzfristige Gewinne im Vordergrund, sondern vor allem die Stärkung der Marken und Charaktere. Langfristig möchte Nintendo zudem ein System etablieren, um mehr Filme über Mario und Zelda hinaus realisieren zu können.
Anime als Zukunftsthema für Nintendo
Auch das Thema Anime kam zur Sprache. Furukawa zeigte sich offen für entsprechende Projekte – unter einer klaren Voraussetzung:
Wenn wir Werke erschaffen können, die auf eine eindeutig Nintendo-typische Weise umgesetzt sind, wäre das in Zukunft gut.
Damit deutet Nintendo erstmals öffentlich an, dass eigene Anime-Produktionen langfristig denkbar sind, sofern sie den Markenwert und die kreative Identität des Unternehmens widerspiegeln.
Weitere Details dürften in den kommenden Monaten folgen – insbesondere rund um neue Spiele, Filmtermine und mögliche Erweiterungen des Nintendo-Universums.
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