Ken Levine, der kreative Kopf hinter BioShock, hat sich in einem neuen Interview kritisch zur zunehmenden Fokussierung der Videospielbranche auf fotorealistische Grafik geäußert. Dabei nannte er auch die Nintendo Switch 2 als positives Beispiel dafür, dass Spieler zunehmend andere Aspekte als reine Technik priorisieren.
Im Gespräch mit IGN erklärte Levine, dass realistische Grafik oft schlechter altere als stilisierte Artstyles:
Realismus altert nicht so gut wie stilisierte Dinge. BioShock sieht meiner Meinung nach auch heute noch gut aus, weil es nicht versucht hat, jede Schraube und jedes Detail superrealistisch darzustellen.
„Diminishing Returns“ bei Grafikleistung
Laut Levine habe die Industrie mittlerweile einen Punkt erreicht, an dem größere technische Sprünge nicht mehr automatisch für bessere Spielerlebnisse sorgen würden.
Dabei verwies er unter anderem auf die Strategie der Nintendo Switch 2 sowie auf kommende Steam-orientierte Geräte von Valve:
Schaut euch die Switch 2 oder auch die neue Steam Machine an. Das sind keine riesigen technologischen Sprünge. Das war nicht ihre Strategie. Ich glaube, die Leute merken langsam, dass wir bei der Grafik gewisse „abnehmende Erträge“ erreichen.
Levine ist der Ansicht, dass langfristig vor allem eine starke kreative Vision und ein eigener visueller Stil entscheidend seien – nicht ausschließlich modernste Technik.
Fokus auf kreative Inhalte statt maximale Technik
Auch sein kommendes Spiel Judas setzt laut Levine weniger auf rohe Rechenleistung als auf erzählerische Systeme und Designarbeit:
Man muss nicht ständig an der technologischen Spitze stehen. Selbst die narrativen Systeme, an denen wir in Judas arbeiten, sind nicht CPU-intensiv. Sie sind arbeitsintensiv auf unserer Seite.
Ob Judas auch für Nintendo Switch 2 erscheinen wird, ist bislang allerdings weiterhin unklar.
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