James Pond Legacy: System 3 erklärt KI-Kommunikationspanne

System-3-CEO Mark Cale erklärt, wie es zu widersprüchlichen Aussagen zur KI-Nutzung bei James Pond Legacy kam. Der Grund: eine Formulierung von Antstream.

Um James Pond Legacy: The Pond Is Not Enough gibt es seit Wochen Streit über den Einsatz generativer KI. Bereits im August hatte System 3 über sein PR-Team pauschal erklärt, es sei keinerlei generative KI für das Charakter-Artwork im Trailer verwendet worden – eine Aussage, der viele Fans aufgrund des sichtbaren Materials skeptisch gegenüberstanden. Auch James-Pond-Schöpfer Chris Sorrell, der an dem Projekt nicht beteiligt war, äußerte sich damals kritisch. Nun hat sich System-3-CEO Mark Cale gegenüber GameSpot erneut zur Situation geäußert und dabei ein Missverständnis mit Entwickler Antstream eingeräumt.

Die Formulierung von Antstream aus dem Dezember 2025

Cale zeigte GameSpot eine Erklärung, die Antstream bereits im Dezember 2025 an System 3 übergeben hatte – lange bevor der umstrittene Trailer öffentlich wurde: „Die Art-Pipeline für einige Nicht-Ingame-Assets umfasst algorithmusgestützte Tiefen- und Formübersetzung: Ursprüngliche 2D-Konzepte werden in ein Modell eingespeist, um Volumen und Beleuchtung zu schätzen und Pseudo-3D-Entwürfe zu erzeugen. Künstler:innen übermalen, rendern und finalisieren anschließend alle Illustrationen manuell auf Basis dieser Pipeline. Die finalen Assets sind vollständig von Menschenhand erstellt, Algorithmen kommen nur zur Zwischenvisualisierung zum Einsatz.“

„Das war die Aussage, die uns Antstream damals gegeben hat“, erklärte Cale. „Wir waren an dem Prozess nicht beteiligt. Sie haben uns sämtliches Artwork geliefert, einschließlich der Work-in-Progress-Illustration.“

Fehlende Erwähnung von „KI“ sorgte für Verwirrung

Das Fehlen des Begriffs „KI“ in dieser Formulierung führte laut Cale dazu, dass System 3 die Aussage als Bestätigung interpretierte, es sei überhaupt keine generative KI zum Einsatz gekommen. Man habe die Erklärung angefordert, „um sie branchenübergreifend zu verwenden, einschließlich Steam, und um geltende Anforderungen des EU-KI-Gesetzes zu erfüllen, einschließlich der Transparenzvorgaben, die am 2. August 2026 in Kraft traten.“

Cale weiter: „Antstream argumentiert nun, dass wir, weil wir die Erklärung zu diesem Zweck angefordert haben, das Ausmaß ihrer KI-Nutzung gekannt haben müssten. Ihre Erklärung beschreibt die finalen Assets jedoch ausdrücklich als ‚vollständig von Menschenhand erstellt‘, wobei Algorithmen ’nur zur Zwischenvisualisierung‘ verwendet würden. Das sagt nicht ‚generative KI‘. Und wenn sie überhaupt generative KI verwendet haben, hätte das in dieser Erklärung klar sein müssen. […] Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie man definieren soll, wann etwas Prompt-basiertes als ‚generative KI‘ im Gegensatz zu Algorithmen gilt. Und deshalb haben wir das ehrlich so verstanden, dass keine KI im Spiel war.“

GameSpot konnte Antstream für eine eigene Stellungnahme zu diesem Vorgang nicht erreichen.

Warum Antstream für das Projekt ausgewählt wurde

Trotz der Verwirrung betonte Cale, er wolle Antstream nicht „unter den Bus werfen“. Das Studio sei wegen seiner beeindruckenden Arbeit an früheren System-3-Retro-Sammlungen wie The Last Ninja Collection ausgewählt worden. Vollständig von Hand neu gezeichnetes Artwork sei für das Projekt zudem schlicht nicht wirtschaftlich gewesen: „Wenn Leute denken, wir würden das in dieser Qualität komplett neu zeichnen und rendern lassen und dafür 20 oder 30 Leute zwei Jahre lang beschäftigen – vergesst es, das wird nicht passieren.“ Die Investition stünde in keinem Verhältnis zum Ertrag, so Cale, der ergänzte, dass klarere interne Richtlinien dazu, was System 3 als generative KI betrachtet, künftig ähnliche Situationen vermeiden sollen.

Release weiterhin für Oktober geplant

James Pond Legacy: The Pond Is Not Enough erscheint weiterhin exklusiv für Nintendo Switch 2 im Oktober 2026, ein genaues Datum steht noch aus.

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