Bei der Nintendo-Switch-2-Version von Final Fantasy VII Remake Intergrade ist einigen Spielern aufgefallen, dass Clouds Haare stellenweise ausgefranst oder gezackt wirken. Nun hat Director Naoki Hamaguchi die technischen Hintergründe erläutert.
TAA, Auflösung und feine Haarstrukturen
In einem Interview mit Automaton erklärte Hamaguchi, dass das Spiel auf TAA (Temporal Anti-Aliasing) setzt, um Kanten zu glätten. Dabei werden nicht nur Informationen aus dem aktuellen Frame, sondern auch aus vorherigen Frames genutzt, um ein ruhigeres, nahezu hochauflösendes Bild zu erzeugen.
Gerade Haare bestehen jedoch aus extrem feinen Details. Um Flimmern einzelner Strähnen zu vermeiden, wird jede Haarlinie auf Pixelebene von Frame zu Frame an- oder ausgeschaltet. In Kombination mit TAA ergibt sich normalerweise eine saubere, verbundene Darstellung über mehrere Frames hinweg.
Handheld-Modus mit dynamischer Auflösung
Auf der Nintendo Switch 2 kommt jedoch ein zusätzlicher Faktor hinzu: der Handheld-Modus. Um die Performance stabil zu halten, senkt das Spiel in fordernden Szenen die interne Auflösung. Zum Einsatz kommt dabei DRS (Dynamic Resolution Scaling), das die interne Renderauflösung je nach Last zwischen HD und Full HD anpasst.
Die vereinfachte Kette laut Hamaguchi:
- Hohe Last → interne Auflösung sinkt → Haare wirken eher gezackt
- Geringe Last → interne Auflösung steigt → Haare erscheinen glatter
Sinkt die Auflösung, wird auch TAA weniger stabil, wodurch die rauen Kanten sichtbarer werden.

DLSS als zusätzlicher Faktor
Auf Nintendo Switch 2 wird die reduzierte interne Auflösung anschließend mittels DLSS rekonstruiert. Diese KI-gestützte Technik soll das Bild wieder auf eine höhere Qualität bringen. Laut Hamaguchi ist DLSS grundsätzlich leistungsfähiger als TAA bei der Rekonstruktion.
Allerdings verträgt sich die spezielle Haar-Rendering-Methode – bei der Pixel pro Frame gezielt an- und abgeschaltet werden – nicht optimal mit DLSS. Dadurch können in bestimmten Situationen gezackte Kanten entstehen.
Weitere Optimierungen geplant
Hamaguchi betont, dass gewisse Einschränkungen bei Handheld-Hardware grundsätzlich bestehen. Dennoch arbeite das Team weiter an Optimierungen, um die Darstellung zu verbessern.
Die Diskussion um Clouds Haare reiht sich in eine breitere Debatte über technische Kompromisse bei Third-Party-Ports auf Switch 2 ein – insbesondere dort, wo dynamische Auflösung, Upscaling-Techniken und komplexe Rendering-Methoden aufeinandertreffen.
Auch Resident Evil Requiem oder PRAGMATA werden ähnliche Probleme mit Haaren haben.