Das auf Technikanalysen spezialisierte Team von Digital Foundry hat sich Xenoblade Chronicles 2 – Nintendo Switch 2 Edition genauer angesehen und zeigt sich im Vergleich zur originalen Switch-Version durchaus beeindruckt.
Ausgangslage
Die originale Switch-Version von Xenoblade Chronicles 2 konnte ihre Open-World-Ambitionen nie ganz einlösen – schlechte Bildqualität und häufige Framerate-Einbrüche unter dem angepeilten 30-fps-Ziel prägten das Spielerlebnis. Diese technischen Schwächen blieben über Jahre unangetastet, bis Monolith Soft dem Titel nun mit einer eigenen Switch-2-Edition neues Leben einhaucht. Nintendo verspricht dabei ambitionierte Werte: 4K bei 60 fps im Docked-Modus sowie 1080p bei 60 fps im Handheld-Betrieb.
Deutlich verbesserte Bildqualität
Die auffälligste Verbesserung ist ein spürbarer Sprung in der Bildqualität. Im Vergleich zur originalen Switch-1-Version, die mit einem sauberen, kohärenten Bild kämpfte, bietet die neue Edition deutlich verbesserte Kantendetails und Bildstabilität, feinere Texturen sowie weniger Bildartefakte.
Laut Digital Foundry stammt der Großteil dieser Verbesserungen von temporalem Upscaling – erkennbar an der internen Auflösung von 720p sowie leichtem Ruckeln bei Kameraschnitten. Gleichzeitig deuten scharfe Kantenlinien in Kombination mit einer gewissen Weichheit bei Oberflächendetails darauf hin, dass zusätzlich ein cleverer räumlicher Upscaler zum Einsatz kommen könnte – ähnlich wie bereits bei der Switch-2-Edition von Xenoblade Chronicles X beobachtet. Beide Techniken dürften gemeinsam für die 4K-Ausgabe sorgen, wobei das Spiel weiterhin keine echte 4K-Bildschärfe erreicht. Denkbar wäre laut Digital Foundry auch, dass ein bislang unbekannter, hauseigener Upscaler von Monolith Soft zum Einsatz kommt, der auf deren Arbeit an Xenoblade Chronicles 3 aufbaut – eine offizielle Bestätigung des Entwicklers dazu gibt es jedoch nicht.
Weitere optische Anpassungen
Über die reine Bildqualität hinaus hat Monolith Soft mehrere subtile ästhetische Anpassungen vorgenommen: Gras wirkt großzügiger platziert, Tiefenschärfe-Effekte sind spürbar weniger unscharf. Die Beleuchtung wurde ebenfalls überarbeitet, mit reduziertem Bloom-Effekt und lokalerer Ambient Occlusion, während vorgerenderte Videosequenzen nun mit einer höheren Bitrate laufen.
Deutliche Performance-Verbesserungen
Während die originale Switch-Version oft Schwierigkeiten hatte, stabile 30 fps zu halten, und bei Fortbewegung oder Zwischensequenzen häufig in den Zwanzigerbereich einbrach, zielt die Switch-2-Edition auf 60 fps ab. Zwar treten weiterhin kleinere Framerate-Einbrüche bei alpha-intensiven Zwischensequenzen oder während der Fortbewegung auf, insgesamt sei das Spielerlebnis jedoch spürbar flüssiger und reaktionsfreudiger. Das Spiel nutzt offenbar Double-Buffer-V-Sync, wodurch die Framerate bei mehreren aufeinanderfolgenden, zu rechenintensiven Frames auf 30 fps abfallen kann.
Noch deutlicherer Sprung im Handheld-Modus
Besonders dramatisch fällt die Verbesserung im Handheld-Modus aus. Die originale Switch-Version litt hier häufig unter niedrigen Auflösungen – teils bis auf 368p herunter –, verschärft durch aggressive Schärfungsfilter. Die Switch-2-Version liefert hingegen ein sauberes Bild, das sich auch auf einem 1080p-Panel gut behauptet. Trotz einer internen Renderauflösung von nur etwa 468p sorgt die Kombination aus cleverem Upscaling für ein Handheld-Bild, das schärfer und sauberer wirkt als die Docked-Darstellung der Originalversion auf einem Fernseher.
Auch die Performance im Handheld-Modus überzeugt: Größtenteils stabile 60 fps mit gelegentlichen kleineren Einbrüchen. Subjektiv wirkt der Handheld-Modus sogar etwas flüssiger als der Docked-Modus, was laut Digital Foundry auf die Nutzung von VRR (Variable Refresh Rate) hindeuten könnte.
Letztlich sei die Switch-2-Edition von Xenoblade Chronicles 2 ein gelungenes Upgrade und ein sicherer Kauf. Sie vermeide die Stabilitätsprobleme, wie sie etwa bei Xenoblade Chronicles X auf der neuen Hardware auftraten, und biete stattdessen ein poliertes, hochwertiges Erlebnis, das nahezu alle technischen Kritikpunkte des Originals behebt. Auch wenn die Docked-Ausgabe der Switch 2 nicht vollständig ausgereizt werde, ergebe die von Monolith Soft gefundene Balance zwischen Performance und visueller Qualität die bislang beste Art, dieses Rollenspiel zu erleben. Was ist eure Meinung zur neuen Umsetzung?
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