Capcom rechnet nicht damit, dass die zunehmende Verlagerung der Spielebranche hin zu einer rein digitalen Zukunft nennenswerte Auswirkungen auf die eigenen Verkaufszahlen haben wird.
Hintergrund: Physische Disc-Spiele vor dem Aus
Sony hatte vor rund einem Monat angekündigt, physische Disc-Spiele für PlayStation-Konsolen ab Januar 2028 einzustellen. Auch bei Xbox wird Berichten zufolge an einem Disc-to-Digital-System gearbeitet, mit dem Spieler ihre vorhandenen Xbox-One- und Xbox-Series-X-Discs in digitale „Käufe“ umwandeln können. Spekulationen zufolge könnte auch die kommende Konsole Project Helix ihre Spiele künftig ausschließlich digital anbieten.
Rund 90 Prozent der Verkäufe bereits digital
In der offiziellen Q&A-Zusammenfassung zu den Q1-Finanzergebnissen des laufenden Geschäftsjahres äußerte sich Capcom auf die Frage, welche Auswirkungen das Unternehmen vom schrumpfenden physischen Spielemarkt mittel- bis langfristig erwarte, wie folgt:
Approximately 90% of our unit sales are digital. We do not anticipate a significant impact at this time.
Auf Deutsch: Rund 90 Prozent der verkauften Einheiten seien bereits digital, weshalb das Unternehmen derzeit keine signifikanten Auswirkungen erwarte. Das liegt vor allem daran, weil hier die PC-Verkäufe mit rein zählen, wo es ja ohnehin keine Discs mehr gibt.
Resident Evil Requiem hat sich mittlerweile mehr als 8 Millionen Mal verkauft, der Großteil davon digital.
Starkes Quartalsergebnis stützt Capcoms Haltung
Capcoms Position dürfte auch mit den zuletzt starken Geschäftszahlen zusammenhängen: Sowohl Umsatz als auch Gewinn legten im Jahresvergleich deutlich zu. Laut Unternehmensangaben lag der Nettoumsatz im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (1. April bis 30. Juni) bei 70,41 Milliarden Yen (rund 430 Millionen US-Dollar), ein Plus von 54,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn stieg um 66,9 Prozent auf 41,05 Milliarden Yen (rund 250 Millionen US-Dollar).
Getragen wurde dieses Ergebnis vor allem durch starke Spieleverkäufe: Im Berichtszeitraum wurden 23,81 Millionen Einheiten abgesetzt, gegenüber 14,16 Millionen Einheiten im Vorjahreszeitraum.
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