Square Enix: Final Fantasy IV war ursprünglich für das NES geplant

Die Pixelhelden von Final Fantasy IV stehen stolz vor dem ikonischen Logo des Spiels in bunten Farben.

Anlässlich des 35. Jubiläums von Final Fantasy IV (19. Juli 2026) hat Square Enix ein Sonderinterview mit Takashi Tokita und Yoshinori Kitase veröffentlicht, das interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Spiels liefert.

Ursprünglich für das NES geplant

Laut Tokita begann die Entwicklung im Jahr 1989 – ursprünglich für das NES:

Ich glaube, die Entwicklung begann ’89, aber die Entwicklungsperiode war für damalige Verhältnisse ungewöhnlich lang. Als das Projekt startete, war es ursprünglich für das NES gedacht, aber ich denke, es wurde aufgrund einiger unerwarteter Veränderungen stattdessen für das SNES entwickelt.

Kitase erläuterte den Hintergrund des Plattformwechsels:

Als ich dem Projekt beitrat, wurde es bereits für das SNES entwickelt. Zu dieser Zeit gab es eine Messe für Spielzeuggroßhändler und -vertreiber [die später als Nintendo Space World bekannt wurde], auf der es viele beeindruckende Demos gab, die das Mode-7-Feature des SNES zeigten, mit dem man den Hintergrund vergrößern, verkleinern und drehen kann. Als Herr Sakaguchi es sah, bestand er darauf, dass wir davon Gebrauch machen. So entstand die Eröffnungsszene mit dem Luftschiff.

Die tatsächliche Entwicklungszeit für die SNES-Version betrug laut Tokita letztlich unter einem Jahr, wenn man die bereits in der NES-Phase investierte Zeit abzieht.

Fast kein „Final Fantasy IV“

Besonders überraschend: Es gab intern sogar die Überlegung, Final Fantasy IV komplett zu überspringen. Kitase:

Jetzt, wo ich darüber nachdenke, gab es doch Gespräche darüber, 4 zu überspringen und direkt 5 zu machen, oder?

Tokita bestätigte dies: „Das gab es. Der damalige CEO erklärte, wir würden 4 überspringen und direkt zu 5 gehen, um Dragon Quest zu schlagen. Was für ein innovativer Ansatz. [lachen]“

Speicherlimits und technische Herausforderungen

Selbst mit dem Wechsel auf das SNES war die Entwicklung alles andere als einfach. Tokita:

Sogar mit 8 Megabit nahm die Verwendung aller sechzehn Farben sehr viel Speicher in Anspruch, also verwendeten wir für die meisten Grafiken acht Farben.

Aufgrund des begrenzten Speichers konnte letztlich nur ein Viertel des ursprünglich geplanten Szenariotexts ins fertige Spiel aufgenommen werden:

Nachdem wir die von Herrn Sakaguchi geschriebene Handlung ausgearbeitet und den gesamten Text im Spiel implementiert hatten, stellten wir fest, dass wir nur ein Viertel davon ins Spiel einbauen konnten.

Tetsuya Nomuras erste Begegnung mit FFIV

Ein weiteres Detail am Rande: Tetsuya Nomura, der damals neu bei Square war, half beim Debugging von Final Fantasy IV. Tokita erinnert sich:

Ich glaube, das erste Mal, dass ich mit Tetsu [Tetsuya Nomura] sprach, fragte ich ihn, was er von dem Spiel hielt, und er antwortete mit einem sehr direkten ‚Es macht Spaß.‘

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