Japan: Ex-Capcom-Designer sorgt mit Kritik an Palworld für heftige Gegenreaktionen

Die laufende Patentklage von Nintendo und The Pokémon Company gegen Pocketpairs Survival-Spiel Palworld sorgt weiterhin für Diskussionen in der Gaming-Branche. Nun hat sich auch der ehemalige Capcom-Entwickler Yoshiki Okamoto zu Wort gemeldet – und mit seinen Aussagen einen Shitstorm ausgelöst.

„Eine Grenze, die nicht überschritten werden darf“

Okamoto, heute Vorsitzender der Japan Game Culture Foundation und bekannt für seine Arbeit an Klassikern wie Street Fighter 2, Resident Evil und Monster Strike, veröffentlichte am 27. September ein Video auf YouTube. Darin erklärte er, dass Palworld „eine Linie überschritten hat, die nicht überschritten werden sollte“.

Weiter sagte er:

Wenn eine Einigung mit Nintendo erzielt wird, dann wird es ein Spiel, das man offiziell spielen kann. Aber aktuell wird es verklagt – also ist es inakzeptabel. Wer es spielt, unterstützt es. Bitte kauft es nicht.

Besonders umstritten war jedoch seine Wortwahl, als er Entwickler Pocketpair als „anti-xxxx“ bezeichnete – das letzte Zeichen wurde im Video unkenntlich gemacht. Viele Zuschauer interpretierten dies als „anti-soziale Kraft“ (jap. hansha), ein Ausdruck, der häufig mit kriminellen Organisationen wie der Yakuza in Verbindung gebracht wird.

Heftige Reaktionen der Community

In den Kommentaren brach daraufhin ein Sturm der Entrüstung los. Kritiker warfen Okamoto vor, Pocketpair indirekt mit der Yakuza zu vergleichen – ein Vorwurf, der rechtlich sogar als Verleumdung gelten könnte.

Ein langjähriger Monster Strike-Spieler schrieb:

Dein Argument, dass man fragwürdige Spiele nicht spielen sollte, weil man sie damit unterstützt, ist nachvollziehbar. Aber sie als anti-sozial zu bezeichnen, geht zu weit. Wegen dieser Worte höre ich nach 20 Jahren auf, dein Spiel zu spielen.

Weitere Reaktionen lauteten etwa:

  • „Etwas nur deshalb als schlecht abzustempeln, weil es verklagt wurde, ist falsch.“
  • „So sehr man Pocketpair auch kritisieren will – sie anti-sozial zu nennen, überschreitet eine Grenze.“

Doppelmoral-Vorwürfe gegen Okamoto

Viele User erinnerten zudem daran, dass auch Okamotos eigene Projekte Einflüsse anderer Spiele übernommen hätten. So seien Parallelen zwischen Street Fighter 2 und Konamis Yie Ar Kung Fu unverkennbar, ebenso wie Ähnlichkeiten zwischen der Monster Strike-Oberfläche und Puzzle & Dragons.

„Wie kann jemand, der selbst solche Dinge gemacht hat, Palworld kritisieren?“, hieß es in einem Kommentar.

Darüber hinaus kritisierten Fans, dass Okamoto das Gerücht wieder aufleben ließ, Pocketpair habe Generative KI beim Spieldesign eingesetzt – ein Vorwurf, den das Studio bereits öffentlich widerlegt hat.

Angst vor Präzedenzfall

Okamoto warnte außerdem, dass ein möglicher Sieg Pocketpairs im Rechtsstreit ein gefährliches Signal an die Branche senden könnte: Wenn Palworld trotz der Vorwürfe erfolgreich bleibe, könnten künftige Entwickler eher dazu neigen, Marken wie Mario oder Zelda offener zu kopieren – insbesondere durch neue Technologien wie KI.

Er selbst gab an, Palworld noch nie gespielt zu haben und dies auch nicht zu beabsichtigen. Trotzdem positionierte er sich klar als Gegner des Spiels, betonte aber: „Ich verstehe, dass es Fans gibt.“

Wie geht es weiter?

Bezüglich der Zukunft von Palworld zeigte sich Okamoto überzeugt, dass Pocketpair bereits eine Einigung mit Nintendo vorbereitet habe, was die geplante Vollversion des Spiels erklären würde. Offizielle Informationen dazu gibt es allerdings bisher nicht.

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