Ein Capcom-Entwickler gibt an, er habe Nintendo gedroht, um die Entwicklung von „Zelda: Oracle of Ages/Seasons“ durchzusetzen

Während Link’s Awakening von vielen Fans als bestes Game-Boy-Zelda-Spiel gilt, stehen die Oracle-Spiele dem kaum nach. Entwickelt vom Flagship-Team bei Capcom unter der Aufsicht von Nintendo, hatten Oracle of Seasons und Oracle of Ages eine bekanntermaßen schwierige Entstehungsgeschichte – überraschend ist eigentlich, dass die Spiele angesichts des kontroversen Projektstarts überhaupt erschienen sind.

Die Ursprünge der Partnerschaft

Die Zusammenarbeit zwischen Capcom und Nintendo geht auf Yoshiki Okamoto zurück, der bei Capcom bereits Klassiker wie Final Fight und Street Fighter 2 produziert hatte. In den späten 1990ern wollte er mit seinem Team zunächst das originale The Legend of Zelda für den Game Boy Color remaken, um darauf aufbauend anschließend eine Trilogie eigenständiger Original-Spiele für die Plattform zu entwickeln. Von diesen vier geplanten Titeln erschienen letztlich nur zwei: die Oracle-Spiele.

Die Drohung gegenüber Miyamoto

Diese Informationen sind größtenteils auf verschiedenen Fan-Wikis bereits dokumentiert, doch ein kürzlich neu übersetztes Zitat von Okamoto zeigt, wie forsch er bei der Durchsetzung seiner Pläne vorging. Laut einem 1999 im deutschen Magazin TOTAL! veröffentlichten Interview, das kürzlich von Did You Know Gaming aufgegriffen wurde, erklärte Okamoto, dass er das originale Zelda besonders mochte, Nintendo aber keinen Port für den Game Boy Color plante. Er habe daraufhin Miyamoto angeboten, das Remake selbst zu produzieren – man habe sich jedoch nicht einigen können. Schließlich habe er Miyamoto gedroht: Sollte Nintendo nicht mitziehen, werde man ein identisches Spiel mit anderen Charakteren veröffentlichen und es einfach anders nennen.

Miyamoto scheint dabei mehr Humor bewiesen zu haben als es Nintendos Rechtsabteilung heute vermutlich täte – die Drohung führte letztlich zu ernsthaften Verhandlungen zwischen beiden Unternehmen.

Das Ergebnis

Letztlich konnte Capcom seinen Teil der Abmachung nicht vollständig einlösen: Das geplante Remake scheiterte an Entwicklungsproblemen, wodurch Okamotos ursprünglicher Traum nie vollständig Wirklichkeit wurde und die geplante Trilogie auf zwei Spiele reduziert wurde. Dennoch entwickelten sich The Legend of Zelda: Oracle of Seasons und The Legend of Zelda: Oracle of Ages zu gefeierten Titeln, und Nintendo arbeitete kurze Zeit später erneut mit Capcom zusammen – diesmal an The Minish Cap.

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