EZB startet öffentliche Umfrage zum neuen Euro-Banknoten-Design

Eine Sammlung bunter Euro-Bargeld-Banknoten von 2026 zeigt verschiedene Portraits und Landschaften.

Mal ehrlich: Wann habt ihr zuletzt mit Bargeld bezahlt? Für viele von uns ist das schon fast eine Seltenheit geworden. Aber vielleicht würde sich das ändern, wenn auf den Euro-Scheinen statt Brücken und Bögen ein paar vertraute Gaming-Motive prangen würden. Mario auf dem 10er? Pikachu auf dem 50er? Link auf dem 100er? Man kann ja träumen.

Bildquelle: @Telekom_zockt (X)

Auch wenn Sony ab 2028 die Produktion physischer Datenträger einstellen wird, ist Bargeld noch nicht in einer vollständig digitalen Welt angekommen – was vor allem ältere Menschen begrüßen dürften. Also keine Sorge vor vermeintlicher Überwachung durch den Staat, oder Hacker, denn euer Geld ist in der Sofaritze oder unter dem Bett nach wie vor sicher.

Tatsächlich hat die Europäische Zentralbank (EZB) kürzlich die Finalisten-Gestaltungsvorschläge für die nächste Euro-Banknotenserie vorgestellt – und eine öffentliche Online-Umfrage gestartet, an der alle Menschen in Europa bis zum 21. September 2026 teilnehmen können. Gaming-Motive sucht man dabei leider vergebens.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde kommentierte die Initiative: „Euro-Banknoten sind mehr als ein Zahlungsmittel – sie sind eine der greifbarsten Ausdrucksformen Europas. Durch Designs, die Schönheit und Sinn in sich vereinen, werden sie unsere gemeinsame Identität stärken.“

Die zehn Gestaltungsvorschläge basieren auf zwei Themen: „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“. Sie wurden im Rahmen eines EU-weiten Design-Wettbewerbs ermittelt, an dem sich mehr als 1.200 Grafikdesignerinnen und -designer beworben hatten. 25 von ihnen wurden eingeladen, Vorschläge auszuarbeiten, aus denen eine unabhängige Jury aus 21 Fachleuten – darunter Experten aus Grafikdesign, Kommunikation, Neurowissenschaft und Geschichte – die zehn Finalisten auswählte.

Parallel zur öffentlichen Umfrage wird ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut eine separate Umfrage mit denselben Fragen bei einer repräsentativen Stichprobe von Bürgerinnen und Bürgern des Euroraums durchführen. Die EZB wird die Ergebnisse beider Umfragen veröffentlichen, sobald das endgültige Design feststeht.

EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone ergänzte: „Die Neugestaltung der Euro-Banknoten ist Teil der langfristigen Bemühungen des Eurosystems, dafür zu sorgen, dass Bargeld ein sicheres, effizientes und ansprechendes Zahlungsmittel bleibt und der Zugang der Bürgerinnen und Bürger zu öffentlichem Geld sowie ihre Freiheit bei der Wahl des Zahlungsmittels erhalten bleibt.“

Die neuen Banknoten werden zudem verbesserte Sicherheitsmerkmale erhalten sowie nachhaltiger produziert werden. Der EZB-Rat wird die endgültige Entscheidung voraussichtlich gegen Jahresende 2026 treffen. Wer also mitentscheiden möchte, wie das Bargeld der Zukunft aussieht – auch wenn es leider ohne Pilzkönigreich-Motiv auskommen muss –, kann bis zum 21. September an der offiziellen EZB-Umfrage teilnehmen.

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4 Kommentare
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  1. Allgemein zum Thema. Die abstrakten Gebäude gefallen mir aber besser als die neuen Motive. Und schon zu DM-Mark Zeiten wurden die Moitive mal ersetzt und das zu Zeiten wo bargeldlos kein Thema war. Ich finde man hätte einfach die vorhandene Idee nutzen können und damit etwas spielen.

  2. es ist eine Bargeldvernichtung unter dem Deckmantel neuer Banknoten, die alten werden aus den Verkehr gezogen und ganz sicher nicht durch die gleiche Menge ersetzt

    1. ich bitte dich. Seit Jahrzehnten Geister es durch die Welt, dass das Bargeld abgeschafft werden soll und dies durch den Staat organisiert wird. Mein Schwiegermonster geistert immer wieder mdamit herum und verweist dabei gerne auf unsere skandinavischen Nachbarn, welche bei diesen Thema so vergleichbar sind mit uns wie bei den Wintersportmöglichkeiten. Hätte sich der Gedanke zwei Jahrzehnte eher durchgesetzt, dass man quasi flächenmäßig Geld beim Einkaufen im Supermarkt abheben kann, dann wäre es wohl auch dort anders gekommen.
      Wobei ich und meine Frau in den „großen“ Städten Norwegens bis auf einer öffentlichen Toilette keine Probleme mit unseren Papiergeld hatten.
      Und wenn es eine Überwachung gibt, dann durch deine Geldinstitute, Apps, Browser und Betriebssysteme. Diese wissen deutlich mehr von dir als der Staat. Besonders da der Staat regelmäßig zeigt, dass er sein Wissen über uns nicht vernetzen kann, da schließlich keine technisch einheitlichen Lösungen genutzt werden.

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