SteelSeries Arctis Nova 3P Wireless im Test

Der Markt für kabellose Gaming-Headsets ist inzwischen unübersichtlich groß. Zwischen günstigen Einsteigerlösungen und teuren High-End-Modellen klafft eine breite Mittelklasse, in der sich Hersteller besonders beweisen müssen. Mit dem Arctis Nova 3P Wireless positioniert SteelSeries genau hier ein Headset, das mit vielseitiger Konnektivität, hohem Tragekomfort und einer starken Akkulaufzeit punkten will.

Doch wie gut schlägt sich das Modell im Alltag – und lohnt sich der Kauf wirklich? Ich war selbst auf der Suche nach einem neuen Headset. Eines, welches ich sowohl am PC für einige Runden ARC Raiders nutzen kann, als auch an der Konsole. Umso mehr hat es mich gefreut, als mir das Arctis Nova 3P Wireless von Steelseries zum Testen angeboten wurde.

Fast vier Wochen später kann ich nun meine Erfahrungen teilen. Auch wenn ich die Kopfhörer zuletzt bei meinen Reisen dabei hatte, um sie sowohl mit der Nintendo Switch 2 als auch meinem iPhone zu verwenden, würde ich für unterwegs wohl eher die Arctis GameBuds bevorzugen. Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, diese auch zu testen.

Design und Verarbeitung: Leicht, bequem – aber nicht perfekt verarbeitet

Optisch bleibt SteelSeries seiner Linie treu: Das Arctis Nova 3P Wireless setzt auf ein schlichtes, modernes Design ohne auffällige Gaming-Ästhetik. Das Headset wirkt zurückhaltend, aber hochwertig genug, um sowohl am Gaming-Setup als auch unterwegs eine gute Figur zu machen.

Mit rund 260 Gramm gehört es zu den leichteren Over-Ear-Headsets seiner Klasse – ein klarer Vorteil bei längeren Sessions. In Kombination mit den AirWeave-Memory-Foam-Ohrpolstern und dem typischen Skibrillen-Kopfband entsteht ein hoher Tragekomfort, der auch nach mehreren Stunden nicht nachlässt. Besonders positiv fällt auf, dass das Headset auch für mich als Brillenträger angenehm bleibt und keinen unangenehmen Druck erzeugt.

Allerdings zeigt sich bei der Verarbeitung eine der größten Schwächen: Die Kunststoffbauweise wirkt teilweise etwas klapprig und weniger robust als bei teureren Modellen der Nova-Reihe. Funktional ist das kein Problem, haptisch bleibt aber ein leicht günstiger Eindruck zurück.

Ausstattung und Bedienung: Durchdacht

Die Bedienung erfolgt direkt über die linke Ohrmuschel und ist bewusst simpel gehalten. Neben einem Lautstärkerad, einer Mute-Taste für das abnehmbare Mikrofon und dem Power-Button, der gleichzeitig für das Pairing und den Wechsel zwischen Verbindungsmodi zuständig ist, gibt es keine überflüssigen Elemente.

Wenn ich während der Bahnfahrt mal keine Lust mehr auf Pokémon Pokopia Zocken hatte, habe ich mit dem Smartphone Musik gehört, was reibungslos funktionierte. Das Lautstärkerad übernimmt hier die Pause- und Skip-Funktionen.

Bei voller Lautstärke ist der Musikgenuss nicht nur schlecht für die Ohren, sondern man belästigt dann natürlich auch Mitreisende – auf moderater Einstellung hat sich aber niemand bei mir belagt.

Konnektivität: Flexibel, aber ohne echte Dual-Nutzung

Ein großer Pluspunkt des Headsets ist seine Vielseitigkeit bei der Verbindung. Nutzer können zwischen zwei Modi wählen:

  • 2,4-GHz-Funk über USB-C-Dongle für latenzarmes Gaming
  • Bluetooth 5.3 für mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets

Der Wechsel zwischen beiden Modi funktioniert schnell und unkompliziert per Knopfdruck. Dadurch eignet sich das Headset gleichermaßen für PC, PlayStation, Nintendo Switch und mobile Nutzung.

Was allerdings fehlt, ist echte Dual-Connectivity: Beide Audioquellen können nicht gleichzeitig genutzt werden. Wer also während des Spielens parallel Musik vom Smartphone hören oder Anrufe annehmen möchte, muss manuell umschalten.

Software und Anpassung: Große Stärke des Systems

Ein klarer Vorteil des Arctis Nova 3P Wireless liegt im Software-Ökosystem. Über die SteelSeries GG-Software (inklusive Sonar) am PC und eine Companion-App auf dem Smartphone lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen.

Besonders hervorzuheben sind:

  • Über 200 Game-Audio-Presets
  • Individuelle Equalizer-Anpassungen
  • Mikrofon-Feintuning
  • ChatMix-Konfiguration

Gerade Software ermöglicht ein sehr detailliertes Sound-Tuning. Allerdings ist die volle Funktionalität primär am PC verfügbar – auf Konsolen bleibt der Funktionsumfang eingeschränkt.

Klangqualität: Stark im Gaming, mit Abstrichen bei Musik

Im Gaming-Bereich liefert das Arctis Nova 3P Wireless eine überzeugende Performance. Die 40-mm-Neodym-Treiber sorgen für:

  • klare Höhen
  • präzise Mitten
  • gute räumliche Darstellung

Gerade in kompetitiven Spielen wie Shootern profitieren Spieler von der exakten Ortung von Geräuschen. Schritte, Schüsse und Umgebungsgeräusche wurden mir während der ARC Raiders Sessions zuverlässig wiedergegeben, was einen echten spielerischen Vorteil bringen kann.

Für Musik ist das Headset nur bedingt geeignet. Besonders basslastige Genres profitieren weniger vom Klangprofil. Mit Hilfe des Equalizers lässt sich das zwar verbessern, aber nicht vollständig auf das Niveau höherpreisiger Modelle bringen.

Mikrofonqualität: Solide

Das abnehmbare Mikrofon liefert eine ordentliche Sprachqualität, die für Gaming, Discord oder Videocalls völlig ausreicht. Laut meinen Mitspielern war ich stets klar zu verstehen, ohne nervige Störgeräusche und auch nicht zu leise, als wäre ich zu weit vom Mikrofon entfernt.

Für Streaming oder professionelle Aufnahmen ist das Mikrofon vielleicht eher eingeschränkt geeignet. Da würde ich dann andere Mikrofone in Betracht ziehen.

Akkulaufzeit und Laden: Große Stärke mit kleinen Ärgernissen

Mit bis zu 40 Stunden Laufzeit (Bluetooth) beziehungsweise rund 30 Stunden im 2,4-GHz-Modus gehört das Headset zu den ausdauernden Vertretern seiner Klasse. Es hält damit eben so lange, wie der Nintendo Switch Pro-Controller – praktisch.

Hinzu kommt eine praktische Schnellladefunktion:
15 Minuten Ladezeit ermöglichen mehrere Stunden Nutzung – ideal für spontane Gaming-Sessions. Davon durfte ich im Testzeitraum auch 1x Gebrauch machen, da ich auf eine Anfrage zum gemeinsamen Zocken an diesem Abend gar nicht eingestellt war.

Kritik gibt es allerdings beim Zubehör:

  • Das mitgelieferte USB-C-Kabel ist mit rund 30 cm extrem kurz
  • Ein USB-A-Adapter für den Dongle fehlt komplett

Gerade bei Desktop-Setups kann das schnell unpraktisch werden. Und auch das Dock der Nintendo Switch verfügt über keinen USB-C-Anschluss.

Preis-Leistung und Konkurrenz: Gute Wahl

Mit einem Preis von derzeit 92,99 € bei Amazon (UVP: 109,99 €) positioniert sich das Arctis Nova 3P Wireless im unteren Mittelklasse-Segment.

In dieser Preisklasse liefert es:

  • hohen Tragekomfort
  • starke Akkulaufzeit
  • vielseitige Nutzung
  • gute Gaming-Performance

Allerdings steht es sich selbst im Weg: Das Arctis Nova 5 Wireless aus dem eigenen Hause kostet nur marginal mehr und bietet – soweit ich das in Erfahrung bringen konnte – in vielen Bereichen die bessere Gesamtleistung, wie etwa eine Akkulaufzeit von rund 60 Stunden.

*Affiliate-Link. Über einen qualifizierten Kauf erhält Nintendo Connect eine kleine Provision von Amazon.

Starkes Gesamtpaket mit klarer Zielgruppe

Das SteelSeries Arctis Nova 3P Wireless ist ein Gaming-Headset, das vor allem durch Komfort, Akkulaufzeit, flexible Einsatzmöglichkeiten und einem überschaubaren Einstiegspreis überzeugt. Im Gaming-Bereich liefert es eine starke Leistung, insbesondere bei kompetitiven Titeln.

Schwächen zeigt es bei der Verarbeitung und beim Zubehör.

Unterm Strich ist es eine empfehlenswerte Option für alle, die ein leichtes, kabelloses und unkompliziertes Headset für mehrere Plattformen suchen. Wer jedoch das Maximum aus Klang und Features herausholen möchte, sollte einen Blick auf höherwertige Modelle von Steelseries werfen.

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