Ay: Ay (Splattablo: Salmon Wars)
Salmon Run. Die Erlösung aller Splatoon-Fans, die für PvP zu doof sind (also zumindest für mich). Neben dem Singleplayer für mich die einzige Möglichkeit, PvE weiterhin in Splatoon spielen zu können. Der Hordemodus bietet dabei alles: taktisches Vorgehen, gerade gegen Boss-Salmoniden, gegenseitiges Unterstützen und vor allem viel Gekleckse!
Und nun gehen wir mit Splatoon Raiders, einem komplett auf PvE ausgelegten Spin-off mit Bewegungssteuerung, auf die Schatzjagd. Auch wieder mit dabei: Salmoniden. Viele Salmoniden. Kann das funktionieren? Die Hoffnungen sind groß!
Ay! (Der Auftakt!)
Splattsville steht in der Kreide. Sehr tief in der Kreide. Einer der Gründe, warum unser liebstes Idol-Trio* ‚Surimi Syndicate‚, bestehend aus Mako, Muri und Mantaro, sich neben ihrer Musikkarriere auch als Schatzsucher sieht: Sie finden Schätze und verkaufen diese. Der Erlös wird dem guten Zweck gespendet, abzüglich einer winzigen ‚Aufwandsentschädigung‘ versteht sich. Als dann einige einst versunkene Inseln wieder auftauchen, die zu einer im Keller gefundenen Schatzkarte passen, wittern die drei das große Glück und mieten sich einen Hubschrauber, um sich die Sache anzuschauen.
*Das Surimi Syndicate ist das unter Spielern wohl am meisten bekannte Idol-Trio, also ist es per Default das beliebteste. Da braucht es kein Splatfest für: Fakt.

Natürlich geht etwas schief, sonst würden die drei und ihr Pilot nicht abstürzen und wir hätten kein Splatoon Raiders. Einen Monat nach dem Absturz stehen wir als Pilot und Mechaniker auf dem Basiskutter, den die Truppe zusammengeknüppelt hat. Hier begrüßt uns auch der bekannte Splatoon-Charaktereditor und lässt uns unseren Mechaniker oder unsere Mechanikerin gestalten, wie wir möchten.

Nach einem Ausflug durch einen Splatoon-typischen Tutorial-Schlauch bringen wir einen seltsamen Roboter zurück auf den Basiskutter, wo dieser sich rasch als essenzieller Bestandteil der Schatzsuche herausstellen wird.

Dabei wird dieser Roboter von einem Idol-Mitglied des Surimi Syndicate auf dem Feld gesteuert und fungiert als Support, neben der „Schatzkarten“-Funktion, mit der wir auf dem Basiskutter unsere nächsten Ziele auf der Karte auswählen.
Nicht viel später finden wir unsere erste Schatztruhe mit Tintentanks (unserem Skilltree) und schon beginnt die Loot-Spirale, die uns über die Spiralit-Inseln begleiten wird.
Ay. (Die Spirale der Spiralit-Inseln.)
Mit den Tintentanks können wir Gimmicks ausrüsten, die unser Leben auf der Schatzsuche erleichtern, welche wir wiederum mit Mods anpassen können. Das können Tintenlaser, Geschütztürme oder eine Axt sein. Anfangs sind die Mods simpel und geben mehr Reichweite oder einfach mehr Schaden, den wir auf Knopfdruck abfeuern können. Dann gibt es auch Mods, die die Abklingzeiten verringern, Elementarschaden hinzufügen oder mitunter auch von selbst den Auslöser betätigen.

Dabei müssen wir darauf achten, wie viel Mod-Kapazität der Tank zur Verfügung hat und dass wir eine bestimmte Anzahl an Mods nicht überschreiten. Mods gibt es auch in verschiedenen Qualitätsstufen (dazu gleich mehr) und sie benötigen unterschiedliche Kapazität, um eingebaut zu werden. Die Kapazität erhöhen wir durch Talentpunkte, die wir durch Aufleveln erhalten, oder durch das Abschließen von Kostprobe-Dungeons. Die Talentpunkte werden aber auch genutzt, um die Lebenspunkte und den Schaden von Waffen und Gimmicks zu erhöhen. Und wenn wir genug Talentpunkte investieren, können wir sogenannte Limiter entfernen und am Ende noch mehr an den Tanks herumtüfteln.
Wir leveln übrigens durch das Sammeln von Fischeiern auf, was, abseits der verteilten Talentpunkte, allgemein die Basispunkte erhöht. Aber nicht nur wir leveln durch das Sammeln von Fischeiern auf, sondern auch unseren Tank! Fischeier erhalten wir beim Abschuss von Salmoniden und sie dienen bei einem Großteil unserer Schatzsuchen als Energiequelle fürs Weiterkommen, ähnlich wie beim Salmon Run der Hauptspiele. Und natürlich gibt es auch Boss-Salmoniden, wie im Salmon Run, welche riesige Fischeier fallen lassen.
Es gibt verschiedene Arten von Levels, etwa das Erforschen eines Gebietes, der Abbau eines riesigen Spiralit-Kristalls, das Bergen von Schätzen aus Tiefenruinen, aber auch die erwähnten Kostprobe-Dungeons. Beim Erforschen absolvieren wir ein Level und besiegen unterwegs Gegner. Am Ende hilft uns der Roboter nicht nur beim Finden von Schätzen, sondern dient auch als Sprungplattform, um entlegene Stellen zu erreichen oder Gegner von oben zu beharken.
Die Auswahl des Idol-Mitglieds bringt auch eine Sonderfähigkeit mit sich, die viel Schaden verursachen und im Falle von Mantaro durch die kurzzeitige Unbesiegbarkeit echt den Hintern retten kann, während man Beute und Spiralit sammelt. Geht man drauf, hat man in der Regel eine bestimmte Anzahl an Versuchen, bevor die Schatzjagd endet – es sei denn, der Timer läuft in den Arenen aus, dann ist auch Game Over und wir landen wieder auf dem Kutter, wo wir praktisch nie ohne unsere bisherige Beute aufschlagen. Immerhin ein Trost.
Spiralit ist eine Ressource des Spiels, die wir für alle Aufwertungen benötigen. Diese finden wir praktisch überall, am meisten davon aber, indem wir große Vorkommen abbauen, wobei wir beim Abbau eines großen Kristalls eine Mindestmenge an Fischeiern aufsammeln müssen. Sammeln wir noch mehr, gibt es sogar noch mehr Spiralit! Unterwegs können aber auch Anomalien passieren, oder es spawnt sogar ein alter bekannter Gegner in Gold, der besonders viel Spiralit fallen lässt. Loot-Goblins aus Diablo lassen grüßen!
In den Tiefenruinen kämpfen wir uns durch eine Arena und sammeln Fischeier, bis wir eine Etage weiter herabsteigen können, auf der Suche nach dem großen Schatz auf den unteren Ebenen. Die Kostprobe-Dungeons schalten wir mit Kompass-Collectibles auf der Schatzkarte frei und sie erinnern an die Testkammern aus dem Splatoon 2 DLC Octo Expansion. Wir werden mit einer festen Konstellation aus Tank, Waffen und Gimmicks (oder halt ohne diese) in ein Level geschickt und müssen dieses lösen. Als Belohnung winkt ein Talentpunkt für unseren Tank!
Unterwegs, jenseits der Kostprobe-Dungeons, fallen uns dabei nicht nur Mods für unsere Gimmicks aus den Schuppen der Gegner oder den Schatztruhen, sondern auch Waffen. Diese sind anfangs sehr basic und nach Leveln aufgeteilt. Dabei haben Waffen auf demselben Level, egal in welcher Qualität, denselben Basisschaden. Dieser kann bis zu einem bestimmten Maße mithilfe von Materialien und Spiralit aufgewertet werden, aber sobald die Nebeneffekte wie „Grill“ oder „Gären“ dazukommen, wird es richtig interessant.

Ay. (Die Flora und Fauna der Spiralit-Inseln.)
Materialien fallen übrigens auch beim Besiegen von Boss-Salmoniden und als Belohnungen an, womit wir ENDLICH richtig auf dem Spielfeld wären: Salmoniden sind überall, in allen Formen und Würzungen, bekannt, nur rustikaler angezogen oder komplett neu. Viele Bosse, bekannt aus dem Salmon Run, sind wieder da, nur etwas anders angezogen, und es gibt auch einige Raiders-exklusive Bosse. Bekannte Bosse sehen aber nicht nur umgebungsbedingt etwas anders aus, sie verhalten sich auch etwas anders als ihre Kollegen aus Splattsville und Inkopolis.
So etwa RakZak, welcher, anders als sein Salmon-Run-Gegenstück, nun direkt besiegt wird, indem man den Piloten wegkleckst. Der Grablax trägt auf seinem Bauch einen Bootsrumpf, hat aber dadurch sein Maul versperrt. Er kann euch also nicht instant besiegen, schubst euch aber dafür gut durch das Level, wenn er euch erwischt. Im Salmon Run musste man geschickt Granaten werfen, um beide zu besiegen. Etwa dem Grablax eine Granate ins Maul, oder beim RakZak durchs Wegsprengen seiner Raketenwerfer-Mülleimer.
Es gibt aber keine Granaten-Gimmicks, weswegen es sich schwierig gestalten könnte, das in Raiders so zu machen. Stattdessen konzentriert man sich auf den Spiralit-Inseln mit seinem Beschuss auf den RakZak-Piloten, oder auf den Rücken des Grablax (weil sein Bauch durch das Boot geschützt wird). Dafür gibt es neue Waffen, die gegen Pfannditen helfen, die sich uns mit einem Panzer vorne nähern und sonst nur von hinten beschädigt werden können: Panzerbrechende Gimmicks! Das Kopfkino überlasse ich euch.
Ein paar neue Bosse will ich euch nicht vorenthalten, wie etwa der Happsa, der sich wie ein fetter Fisch auf uns zubewegt, gut etwas einstecken kann und versucht, uns mit einem „Happs“ zu besiegen. Räucherlax sehen aus wie Regenwürmer, pusten aber eine Wolke in eure Richtung, die euch Schaden zufügt, solltet ihr darin stehenbleiben. Aber damit nicht genug, er verstärkt andere Salmoniden, die sich in diesem Rauch aufhalten.
Dann gibt es Salzmoniden, was Bosse mit einer Salzkruste sind. Dadurch werden sie noch etwas beefiger und erhalten auch neue Fähigkeiten. Etwa schnappte der „Happschnappsa“ nicht mehr zu, sondern feuerte einen Ultraschall-Laser ab, dem wir ausweichen sollten. Sehr lästig im Gemenge! Der Pfanndit wird zum „Hackpfanndit“ und dieser hat vorne nicht nur einen Panzer, sondern auch eine Walze, gespickt mit Spitzen, um aus uns Hack-Calamares zu machen. Und wer den Stapla schon absurd fand, freut sich sicher schon jetzt auf den Hochstapla.
Dabei sind wir in unterschiedlichen Biomen unterwegs, wobei Strände, Lava und Eis die Abwechslung mit ihren Eigenheiten mit sich bringen (Eis ist rutschig, Überraschung). Einiges passiert dennoch innerhalb vieler Arenen im Spiel unter Tage, wo ein paar Biom-Eigenheiten – wie zum Beispiel Eisflächen – mit einfließen. Diverse Arenen erkennt man übrigens aus Salmon Run wieder! Veteranen können sich freuen.
Hier ist aber auch ein kleiner Wermutstropfen: Das Spiel bietet schon bald die Option, ältere Level auf einer höheren Stufe, namens ‚Pikant‚, neu zu spielen. Dabei werden Gegner nicht nur stärker, auch die Komposition der Gegner ändert sich gemäß der Auswahl von Bossen, die wir bereits anderweitig kennengelernt haben. Es hat aber wiederum gute Seiten: Auf höheren Stufen gibt es natürlich entsprechend mehr Beute und vor allem mehr Waffen, was uns beim Zerlegen und Verstärken der Waffen helfen wird.

Ay… (Die Spirale dreht sich und dreht sich und dreht sich…)
Neben der Story, welche übrigens das „zu kurz kommen“ des Surimi Syndicate in Splatoon 3 mehr als wettmacht, machen wir immer wieder dasselbe: Salmoniden über den Haufen schießen, looten, leveln, Gimmicks überarbeiten, Talentpunkte verteilen. Das ist der Kern des Spiels und, gelinde gesagt, auch der Kern des Salmon Run aus den Hauptspielen. Nur dieses Mal mit der Möglichkeit, sich offline als Ein-Inkling- bzw. Ein-Oktoling-Armee so vielen Gegnern zu stellen, die wir auf höheren Rängen im Salmon Run sonst nie gesehen hätten.
Das ist aber der Kernpunkt: Ihr müsst an so einem kurzweiligen Loop Spaß haben! Erst recht, wenn ihr öfter dieselben Arenen besucht, weil ihr bestimmte Sachen farmen möchtet.
Natürlich könnt ihr auch online mit anderen Spielern spielen. Dabei skalieren die Level gemäß dem eigenen Level und so bleibt die Herausforderung erhalten, auch wenn wir mit Maximalstufe 50 unserem Freund auf Stufe 5 helfen. Die Beute passt sich auch an und ist für jeden Spieler individuell. Auch können wir um Hilfe rufen und Hilfe anbieten.
Dabei sucht das Spiel 3 Minuten lang Spieler und versucht die Lobby vollzubekommen. Nur ein Spieler hat die Kontrolle über den Roboter – die eigene Auswahl des Idols bleibt, also keine Sorge! Ihr zündet euer „Surimi-Solo“ weiterhin individuell. Aber mal eben den Roboter heranpfeifen, um mit einem Sprung aus der Menge von Gegnern zu entkommen, ist dann nicht.
Knackpunkt: In gemütlichen Runden zu zweit sind keine Probleme im Multiplayer aufgetaucht. Während größerer Sessions mit bis zu vier Spielern passierten aber öfter Lags, und Salmoniden sind plötzlich ganz woanders als erwartet. Natürlich könnte das auch nur an einzelnen Usern gelegen haben – die übliche Kabel-vs-WLAN-Problematik –, es kann das Erlebnis dennoch sehr schmälern.
Sollte der Host übrigens weiter fortgeschritten sein, orientiert sich seine Karte am Spieler mit dem geringsten Spielfortschritt. Sollte der Host Level wählen, die dem Fortschritt dienen, so bekommt der Spieler diesen Fortschritt dann auf seinem Spielstand gutgeschrieben.
Ay. (Musikalische Begleitung und Ramsch mit Stil.)
Fernab von einer Stadt haben wir natürlich nicht die üblichen poppigen Songs, die wir sonst in Splatoon hören. Aber dennoch passt sich die Musik dem Szenario an und klingt, mangels eines besseren Wortes, „wilder“. Natürlich gibt es dennoch wieder musikalische Highlights, wie man es gewohnt ist – da möchte ich aber nicht zu viel verraten!
Aber wo wir von wild sprechen, kommen wir zum Ramsch, aus dem unsere Waffen bestehen (bzw. designt sind). Unsere Waffen sehen visuell aus allem zusammengeschraubt aus, was bei einem solchen Inselarchipel an den Strand gespült werden könnte. Meine Highlights sind z. B. ein Satz Senf- und Ketchupflaschen als Doppler oder ein Wasch-Konzentrator – für ein „frühlingsfrisches Klecksgefühl„. Mit einem Sortiment aus Drogerieartikeln ein Scharfschützengewehr basteln und es legitim aussehen lassen? Cosplayer, zeigt mal, was ihr könnt!

Outfits sind quasi unsere bragging rights und schalten sich nach diversen Meilensteinen frei. Und sei es nur, eine Menge an Waffen zerlegt zu haben, oder indem wir einem anderen Spieler zu Hilfe gekommen sind und den Dungeon abgeschlossen haben.
Ay. (Das Fazit mit Bleiche.)
Splatoon Raiders ist das, was ich mir als Fan von Salmon Run gewünscht habe, und es macht mir immer wieder Freude, mich in härtere Level zu werfen, um dann zu versuchen, den Timer zu schlagen und das Level zu lösen, ohne selbst in Haufen von Salmoniden unterzugehen.
Aber auch wenn ich gegen kurzweilige Runden von 3–5 Minuten im Durchschnitt als Dauerloop nichts habe – denn irgendwas gibt es immer irgendwie zu verbessern –, hoffe ich, dass hier vielleicht noch saisonaler Content oder Events Einzug halten. Angekündigt wurde bisher, zumindest meiner Recherche nach, nichts.
Wer seine Motivation aber grundlegend aus so einem Gameplay-Loop ziehen kann, der wird mit Splatoon Raiders auf Nintendo Switch 2 noch sehr lange Spaß haben. Eine feste Gruppe könnte den Spaß wie beim Salmon Run sogar noch sehr viel weiter tragen.
Die Credits liefen bei mir nach etwa 17 Stunden. Das geht sicherlich schneller, aber ich hatte durchaus meinen Spaß dabei, in jeder Ecke der Karte nochmal nachzuschauen, wie ich meine Ausrüstung weiter optimieren kann. Und ein Kostprobe-Dungeon, den ich bis heute nicht geknackt habe, hat auch mindestens eine Stunde Lebenszeit gekostet…
Die Dialoge haben mich stets unterhalten und fangen wieder den typischen Splatoon-Humor ein – ebenso die an den Haaren herbeigezogene Überspitzung der Situation und der Hintergründe, in denen man sich im Spiel befindet.

Ay! (Spritzig!)
Splatoon RaidersPro
- Unzählige und kurzweilige Runden reinster Splatoon-Spaß
- Motivierende Loot-Spirale
- Typisch überzogener und selbstironischer Humor
- Mantaro
Contra
- Man muss es mögen, oft dasselbe – immer und immer wieder – zu tun
- Kein Mausmodus zum Zielen (war aber auch nie Anspruch)
Nintendo Connect bei Google
Markiere uns als bevorzugte Quelle und bekomme unsere Nintendo-News künftig häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und Feeds angezeigt.
Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen