Wer sich für Cozy Games interessiert, wird in der letzten Zeit sicherlich über Trailer von Outbound gestolpert sein. Bereits in den Screenshots und Trailern von Outbound erkennt man, hier sind Basenbau, Ressourcensammeln und gleichzeitig Cozy-Gaming an der Tagesordnung.
Outbound ist ein Open-World-Game, in dem es hauptsächlich darum geht, die Welt zu erkunden, unseren Camper nach und nach auszubauen.
Hierbei kommt wahres Roadtrip-Feeling auf. Wir starten an der Schranke zu einem Nationalpark anmutenden Gelände und erkunden uns immer weiter und weiter durch die verschiedenen Gebiete.
Viel zu entdecken
Bereits im ersten Gebiet können wir uns Stunden um Stunden aufhalten. Es gibt eine Menge zu erkunden, sei es besondere Orte wie eine Mühle, ein Bauernhof oder Funktürme, von denen wir uns Anleitungen herunterladen können, um weitere Gegenstände bauen zu können.

Wir haben im späteren Verlauf quasi unser gemütliches Eigenheim immer mit dabei.

Zusätzlich zu den offensichtlichen Dingen, die wir entdecken können, gibt es auch kleinere Gegenstände, welche ebenfalls gefunden werden wollen. Sei es Steinhaufen, die wir bauen können, oder auch verschiedene Gartenzwerge. Hier lohnt es sich, einfach mal auszusteigen und abseits der Wege zu wandern.
Survival-Elemente im Cozy-Gewand
Aber ich würde das Spiel nicht Cozy-Survival nennen, wenn es nicht auch Survival-Aspekte hätte.
Unser Charakter hat eine Hunger-Anzeige und auch unserem Camper geht nach und nach die Energie aus. Für uns müssen wir Beeren, Pilze etc. sammeln oder auch anbauen, damit wir immer genug zu essen haben.
Für unseren Campervan benötigen wir pflanzliche Materialien wie Fasern oder Holz, damit die Batterie wieder aufgeladen werden kann. Im weiteren Verlauf des Spiels kann dies auch durch gebaute Teile wie Windturbinen oder Solarzellen übernommen werden.
Geht uns das Wasser für unseren kleinen Garten aus, können wir eine Wassersammelstelle bauen, in welcher sich Regenwasser sammelt – womit wir unsere Pflanzen gießen können.
Crafting-System und Basisbau
Neben unserem Garten brauchen wir aber auch verarbeitete Materialien. Das, was wir finden können, ist alles unverarbeitet und wir können nur eine bestimmte Anzahl an Gegenständen damit bauen.
Hier kommt es jetzt darauf an, welche Anleitung wir uns bei den Funktürmen herunterladen. Da haben wir teilweise echt die Qual der Wahl und es kommt auf unsere eigenen Präferenzen an. Will man zuerst Fasern verarbeiten, Holz oder doch Metallschrott?
Das Schöne ist, dass das Spiel nicht bestraft, egal wie man wählt. Denn die Anleitungen, die man nicht heruntergeladen hat, werden nach einiger Zeit wieder verfügbar.
Entspanntes Gameplay ohne Zeitdruck
In Outbound erkunden wir und bauen in unserem eigenen Tempo. Wir sind nicht an Zeiten oder Fristen gebunden, sondern können einfach durchweg sammeln, bauen und erkunden.
Das Einzige, was uns in unserer Sammelwut stoppen kann, ist der Tag-Nacht-Zyklus. In der Nacht werden wir müde und können nicht mehr sprinten. Auch können wir aufgrund der Dunkelheit nicht so gut erkennen, was wir sammeln und wo wir sind.
Je weiter man in Outbound erkundet und gebaut hat, desto mehr fällt auf, wir haben wahnsinnig viel zu tun. Sei es Planken craften, Muttern bauen, Metall schmelzen oder Fasern zu Garn spinnen.
Wir brauchen nicht immer all diese Gegenstände, jedoch macht es Sinn, seine Basis so auf den Camper zu bauen, dass wir die Stationen alle aufgebaut lassen können.
Hier muss man sagen, ist es schon fast zu feinteilig. Wo man in anderen Games eine Station für mehrere Gegenstände nutzen kann, gibt es hier jeweils eine Station pro Material.
Dies bedeutet viel Platzverbrauch, viel Organisation und man kann auch schon mal den Überblick verlieren.
Backtracking gehört dazu
Eine Anmerkung für unsere Leser ist jedoch folgende. Ihr müsst euch daran gewöhnen, immer mal wieder zu backtracken.
Es gibt gewisse Materialien, welche ihr nur im ersten Biom findet. Das heißt, seid ihr auf der dritten Karte unterwegs und benötigt eine bestimmte Holzsorte, kann es sein, dass ihr quer über die Karten tuckern müsst, um wieder in die erste Karte zu kommen.
Ko-op-Modus mit Freunden
Was das Spiel zusätzlich abwechslungsreicher macht, ist, wenn wir im Ko-op-Modus spielen.
Hier können wir bis zu 4 Spielern zusammenspielen. Entsprechend können wir dann mit unseren Freunden zusammen Ressourcen sammeln, craften und erkunden.
Es gibt keinen In-Game-Chat, aber in diesem Fall hilft uns die Voice-Chat-Möglichkeit der Nintendo Switch 2 enorm. Wir hatten bei unserem Test im Ko-op-Modus keine Verbindungsabbrüche oder andere Schwierigkeiten.
Outbound lief stabil und jeder konnte woanders auf der Karte erkunden gehen. Wichtig hierbei ist nur, dass wir in der gleichen Karte bleiben.
Hunde als Begleiter
Nach einiger Zeit, sobald wir die zweite Karte freigeschaltet haben, finden wir auch eine Hütte, in welcher wir verschiedene Hunde auffinden. Hier können wir einen der Hunde adoptieren und dieser begleitet uns auf unserer weiteren Reise.

Technischer Eindruck auf Nintendo Switch 2
Wer die Demo auf der Switch gespielt hat, der wird vielleicht gemerkt haben, dass diese nicht optimal lief. Es war grafisch wie auch frame-technisch optimierungsbedürftig.
Nachdem Square Glade Games hier das Releasedatum nach hinten verschoben hatte, konnten wir klare Qualitätsverbesserungen im Spiel feststellen.
Wir haben mehr Aktivität von Vögeln und Schmetterlingen in der Spielwelt, es konnten bislang keine Framerate-Einbrüche oder Ähnliches festgestellt werden.
Unser Chefredakteur, Kevin, durfte zudem auf der PlayStation 5 hineinschnuppern. Diese Version liegt optisch natürlich etwas vorne, wer Outbound jedoch lieber beim nächsten Camping-Ausflug in die Natur spielen mag, macht mit der Version für Nintendo Switch oder Nintendo Switch 2 sicherlich auch nichts falsch.
Grafik und Soundkulisse
Die Grafik an sich ist eher minimalistisch in einem Comic-Look gehalten. Was in der Nintendo Switch 2-Version auffällt, sind aufploppende Bäume und Sträucher und an den Texturen können wir ab und an diese Treppenbildung der Pixel erkennen.
Dies schmälert aber nicht den Spielspaß, da der Fokus hier nicht auf der Grafik, sondern auf dem Gameplay liegt.
Die Soundkulisse des Spiels ist teilweise leider etwas zu ruhig. Auch wenn hier der Fokus auf dem Gameplay liegt, wäre hier eine Art stetige Lo-Fi-Untermalung schön gewesen.
Teils haben wir Klavier-Untermalung, teils bricht diese ab, wodurch die Stimmung etwas sehr ruhig wird.
Ansonsten sind die Ambience-Sounds wie Vogelgezwitscher, Regen- oder Gewittergeräusche und andere Sounds sehr passend und unterzeichnen das Gameplay in einer angenehmen Cozy-Art und Weise.

Kleine Schwächen bei der Steuerung
Was das Gameplay vielleicht noch angenehmer hätte gestalten können, wäre gewesen, dass wir beim Ausbau unserer Basis und der Gestaltung den Maus-Modus der Nintendo Switch 2 hätten nutzen können.
Auch ist aufgefallen, dass das Leitern-Erklimmen scheinbar noch buggy ist. Sowohl auf Nintendo Switch 2, als auch PS5. Laufen wir nicht im richtigen Winkel auf die Leiter zu oder schauen während des Kletterns zur Seite, kommen wir nicht rauf oder fallen wieder herab.
Entweder unser Charakter fängt nicht an zu klettern oder wir rutschen wieder herunter.
Beim Leiterhinunterklettern das Ähnliche. Wir müssen gerade auf die Leiter zulaufen, damit unser Charakter eben diese nutzt. Wir hoffen sie besser an der ein oder andere Stelle nach.
Mit Outbound hat der Entwickler Square Glade Games ansonsten definitiv ein gelungenes Cozy-Game mit Survival-Aspekten geschaffen.
Auch wenn die grafische Darstellung simpel ist, hat es uns beim Spielen viel Spaß bereitet. An stressigen Tagen habe ich gerne abends mehrere Stunden in diesem Spiel versenkt.
Es bietet eine angenehme Abwechslung zu anderen Spielen. Gerade weil wir in Outbound keinen Zeitdruck, keine Gegner und keine Strafen bei unseren Entscheidungen haben.
Wir haben wirklich die freie Wahl in dem Spiel. Wenn wir lieber einfach nur sammeln wollen, können wir sammeln. Wenn wir unsere Basis ausbauen wollen, bauen wir die Basis weiter aus. Wollen wir die Karte weiter erkunden, erkunden wir die Karte.
Die Entscheidungsvielfalt und zwanglose Atmosphäre ist es, was Outbound zu einem so gelungenen Cozy-Survival macht.
Ja, wir haben in dem Spiel keine wirkliche Story und grafisch holt das Spiel nicht jeden ab – Aber das muss es auch nicht.

Das Ziel von Outbound ist es, entspannt ein Spiel zu erkunden und die Zeit zu vergessen, um einfach abzuschalten. Dies gelingt in Outbound sehr gut.
Ein gelungenes Cozy-Survival-Game
OutboundPro
- Gemütliche comic-hafte Grafik
- Große Spielwelt mit 4 Karten zum erkunden
- Viele verschiedene Anleitungen und Optionen des Basenbaus
- Fehler sind erlaubt
Contra
- Aufploppende Grafiken
- Hintergrundmusik nicht konsistent
- Backtracking
- Endgegner; die Leiter
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