Zum Launch der Nintendo Switch 2 sorgte vor allem eine Funktion für Gesprächsstoff: GameChat, Nintendos neue Videochat-Integration samt Kamera. Die dazugehörige Werbekampagne mit Paul Rudd spielte voll auf Nostalgie – aber hält die Kamera auch, was der Trailer verspricht?
Wir haben uns die offizielle Switch 2 Kamera – die uns freundlicherweise von Nintendo bereitgestellt wurde – genauer angesehen. Spoiler: Das Ding ist schick – aber nicht ohne Schwächen. Eine speziell für Nintendo Switch 2 entwickelte USB-C-Kamera, die man über den USB-C-Anschluss an der Oberseite der Konsole anschließt, um an Video-Chats mit seinen Freunden teilzunehmen – ob im TV-Modus, im Tisch-Modus oder im Handheld-Modus. Wobei es für letzteres eventuell bessere Alternativen gibt – dazu später mehr.
Die hauseigene Kamera von Nintendo kostet im My Nintendo Store 59,99 € und ist für viele die logischste Wahl. Mit einem modernen, schlanken Design passt sie gut in jedes Wohnzimmer und bietet praktische Features wie einen weiten Sichtwinkel, wodurch auch mehrere Personen im Raum problemlos erfasst werden. Ein mechanischer Sichtschutz sorgt für zusätzliche Sicherheit, wenn die Kamera nicht verwendet wird.
Die Bildqualität ist mit 1080p solide – nicht auf High-End-Niveau, aber für GameChat-Sessions oder entspannte Videogespräche mehr als ausreichend. Preislich bleibt sie zudem im moderaten Rahmen und dürfte damit die erste Wahl für die meisten Nutzer sein.
Design: Klein, unauffällig und erstaunlich edel
Die Kamera überrascht durch ihr kompaktes Format (nur 17 cm hoch, 111 g, der diagonale Betrachtungswinkel beträgt etwa 110°) und minimalistisches Design. Sie fügt sich elegant ins Wohnzimmer ein, ohne euch oder euren Gästen ein Gefühl von Überwachung zu geben.
Optisch ist die Switch 2 Kamera recht schlicht, passt aber gut zur Konsole selbst. Sie ist deutlich kompakter als z. B. Hori’s Piranha-Pflanzen-Kamera, was sie weniger klobig wirken lässt. Ein großes Manko: Die Höhe der Kamera ist nicht verstellbar. In meinem Fall jetzt kein Problem, wer jedoch einen sehr niedrigen TV-Ständer und nicht so viel Platz auf dem TV-Schrank hat, könnte damit Probleme bekommen.
Obwohl klar ist, dass die Kamera für den Docked-Modus gedacht ist, funktioniert sie auch im Handheld-Modus. Allerdings ist das Handling hier nicht besonders praktisch – vor allem, weil das 1,5 m lange Kabel recht kurz ist und der Kamera-Ständer sich nicht abnehmen, verstellen oder die Kamera direkt an der Konsole anbringen lässt. Wer GameChat mobil nutzen will, ist mit Alternativen (z. B. von Hori) unter Umständen besser beraten.
Einrichtung & GameChat: In 30 Sekunden bereit
Ob im Dock oder mobil im Handheld-Modus – das Setup ist simpel: Kamera anschließen, GameChat starten (C-Button), Kamera-Icon antippen, fertig! Filter lassen sich direkt aktivieren, etwa zur Hintergrundentfernung – ideal für alle, die nicht ihr Chaoszimmer zeigen wollen.
Bildqualität: 1080p… aber nicht ganz überzeugend
Mit einer 1080p-Auflösung liefert die Kamera ein anständig scharfes Bild auf dem großen Bildschirm. Der Weitwinkel ist überraschend großzügig, was ideal für Gruppenaufnahmen ist – allerdings sollte man dann vorher das Wohnzimmer aufräumen, um peinliche Hintergründe zu vermeiden.
Aber Vorsicht: Wer keine stabile Internetverbindung hat, wird mit Verbindungsproblemen oder Bildaussetzern zu kämpfen haben. Vor dem Kauf also besser sicherstellen, dass das eigene WLAN stark genug für Videoübertragungen ist. Zudem wirkt das Bild leider schnell körnig oder verwaschen, wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind.
Zoom, Filter & Co: Funktional, aber mit Macken
Die Kamera bietet zwei zentrale Filteroptionen:
- Hintergrund entfernen: Nur du bleibst sichtbar, der Rest wird weich ausgeblendet
- Porträtausschnitt im Kreis: Fokus nur auf dein Gesicht
Beim Experience Event in Berlin gab es die Möglichkeit einen ersten Blick auf Super Mario Party Jamboree – Nintendo Switch 2 Edition in Verbindung mit der Kamera zu erhalten. Der Vibe erinnert stark an die alten EyeToy-Spiele auf der PS2 – ein bisschen retro, ein bisschen verrückt, aber vor allem spaßig im Multiplayer.
Bei Mario Kart World hingegen finde ich die Gesichter meiner Mitspieler eher störend, da sie einem die Sicht rauben könnten, während man sich auf die Action konzentrieren möchte.
Mobilnutzung? Leider nicht direkt am Gerät montierbar
Kritikpunkt: Die Kamera lässt sich nicht direkt an die Switch 2 andocken, wenn du im Handheld-Modus zockst. Hier hat etwa Hori mit der Piranha-Pflanzen-Kamera die Nase vorn: die ist kleiner, direkt aufsteckbar – aber mit niedrigerer 480p-Auflösung.
Gut für uns: Praktisch jede USB-C-Webcam funktioniert mit der neuen Konsole – viele Nutzer dürften also bereits ein kompatibles Modell zu Hause haben. Trotzdem haben sich zwei Kameras im Netz als besonders beliebt hervorgetan: die offizielle Nintendo Switch 2 Kamera sowie die HORI Piranha-Pflanzen-Kamera.
Game Boy Camera
André Segers von GameXplain zeigt uns im Video sogar, wie die Game Boy Kamera mit der Nintendo Switch 2 funktionieren kann – cool, aber unpraktisch für die meisten Nutzer:innen.
Die Game Boy Camera ist ein 1998 erschienenes Peripheriegerät für den Game Boy. Es handelt sich um eine von Nintendo entwickelte, digitale Schwarzweißkamera, die in den Steckmodul-Schacht des Game Boy gesteckt wird und um 180° gedreht werden kann. In Verbindung mit dem gleichzeitig erschienenen Game Boy Printer ist es möglich, Fotos mit dem Game Boy aufzunehmen und direkt auszudrucken. Die Game Boy Camera ist in vier Farben (blau, gelb, grün und rot) in Japan, den USA und Europa erschienen.
HORI Piranha-Pflanzen-Kamera
Die von Nintendo lizenzierte Kamera von HORI ist ein echter Hingucker und kostet im My Nintendo Store moderate 39,99 € – designt wie eine Piranha-Pflanze aus dem Mario-Universum. Das ist nicht nur witzig, sondern auch praktisch: Der biegsame Hals erlaubt es, die Kamera individuell auszurichten. Der Clou: Die Kamera lässt sich „abschalten“, indem man das Pflanzenmaul schließt – ein origineller Sichtschutz.


Der große Nachteil: nur 480p-Auflösung. Für 2025 ist das extrem niedrig und wirkt gegenüber aktuellen Webcams stark veraltet. Für Kinder oder Gelegenheitsspieler ist sie dennoch ein spaßiges Gimmick – für regelmäßige Videochats ist sie aber nicht zu empfehlen.
Welche Kamera ist die richtige für dich?
- Technisch orientierte Spieler, die regelmäßig mit Freunden über GameChat sprechen wollen, sind mit der offiziellen Nintendo-Kamera gut beraten: bessere Bildqualität, dezentes Design, solides Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Jüngere Spieler oder Fans von verspieltem Design finden in der Piranha-Pflanzen-Kamera ein unterhaltsames Accessoire – wenn sie mit der geringen Auflösung leben können. Zudem sieht das Gerät einfach stylisch auf jedem TV-Schrank aus!
Ganz egal, für welche Kamera du dich entscheidest – denk an den Sichtschutz, bevor du dich beim Nasenpopeln filmen lässt. Oder nicht. Was du mit deiner Rhinotillexomanie anstellst, bleibt ganz dir überlassen.
Kein Must-Have, aber ein solides Add-on
Wer regelmäßig mit Freund:innen in Mario Kart World, oder anderen GameChat-kompatiblen Spielen abhängt, bekommt ein nettes Extra zum eigentlichen Spielspaß geboten. Für alle anderen bleibt die Kamera ein Luxus-Gimmick – nützlich, aber kein Pflichtkauf.
Aktuell lohnt sich die Nintendo Switch 2 Kamera vor allem dann, wenn du Zeit in GameChat verbringen willst oder auf die neuen Minispiele in Super Mario Party Jamboree gespannt bist.
Die Videoqualität ist ordentlich, aber nicht immer perfekt, die Einrichtung simpel, das Design funktional und stylisch.
Wünschenswert wären in Zukunft mehr Spiele mit Kamerafunktionen sowie eine verbesserte Version, die auch im Handheld-Modus sinnvoll funktioniert.
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Kleine Ergänzung auch USB-A WebCams kann man an den seitlichen Ports anschließen. Hat mit meiner WebCam zumindest funktioniert.