Metroid Prime 4: Beyond – Nintendo Switch 2 Edition im Test

Von der ersten Ankündigung von Metroid Prime 4 am 13. Juni 2017 hat es ganze 3096 Tage gedauert, bis Metroid Prime 4: Beyond endlich für alle spielbar sein wird. Hat sich die Wartezeit gelohnt oder hätte sich das Entwicklerteam der Retro-Studios weitere 3096 Tage Zeit nehmen sollen? Wir verraten es euch in unserem Testbericht!

Metroid Prime 4: Beyond spielt auf dem Zeitstrahl des Metroid Franchises im kosmischen Jahr 20X9 und dürfte damit zeitlich zwischen Metroid Prime 3: Corruption und Metroid 2: Return of Samus liegen. Da es sich bei den ersten drei Metroid Prime-Titeln um eine in sich geschlossene Trilogie rund um das Element Phazon handelt, ist keinerlei Vorwissen aus den anderen Metroid Prime-Spielen vonnöten, um in Metroid Prime 4 zurecht zu kommen.

Zwischen Corruption und Return of Samus

Überspringt diesen Abschnitt, wenn ihr ohne Vorwissen zur Story loslegen wollt!

Sylux und seine Weltraumpiratenarmee greifen Forschungseinrichtungen der Galaktischen Föderation an. Beim Angriff auf die Einrichtung auf dem Planeten Tanamaar im Desolan System wird Samus, die sich gerade in der Nähe einer Mission befunden hat, zur Hilfe gerufen.

Während einer großartig inszenierten Eröffnungssequenz dürfen wir die Ankunft von Samus beobachten und wechseln ohne Ladezeit direkt in die First-Person-Ansicht und dürfen die Kontrolle übernehmen. Es scheint, als würden die Weltraumpiraten die Oberhand haben und Samus kommt zum genau richtigen Zeitpunkt an.

Nach kurzer Zeit trifft unsere Heldin auf ein hochrangiges Mitglied der Weltraumpiraten, Aberax. Doch bevor es zum Kampf kommt, taucht ein Metroid auf, verschmilzt mit Aberax und übernimmt die Kontrolle über diesen. Diese Verschmelzung sorgt zwar dafür, dass er einige besondere Fähigkeiten erhält, doch im Gegenzug erscheinen einige Schwachpunkte, die wie Metroid-Köpfe aussehen.

Nachdem der Feind besiegt ist, taucht Sylux auf und nimmt die Föderationsmitglieder ins Visier, die ein merkwürdiges Artefakt abtransportieren wollen. Dabei wird dieses getroffen und aktiviert, wodurch eine Schockwelle ausgelöst wird, die ein großes Areal um die Forschungseinrichtung erfasst.

Als Samus wieder zu sich kommt, findet sie sich an einem fremden Ort wieder. Der Ort stellt sich als Chrono Turm auf dem Planeten Viewros heraus, der von der Alienspezies Lamorn erbaut worden ist. Die Lamorn hat ein großes Unglück ereilt und laut einer Prophezeiung wird ein auserwähltes Wesen erscheinen und den Lamorn beistehen.

Mit Hilfe des Teleporters auf der Spitze des Chrono Turms kann Samus den Lamorn helfen und gleichzeitig den fremden Planeten verlassen. Um den Teleporter zu aktivieren, sind fünf Schlüssel erforderlich, die je einem Wächter auf dem Planeten anvertraut worden sind.

Klassisch, erweitert und mit neuen Psy-Kräften

Gameplaymäßig folgt Metroid Prime 4: Beyond der gleichen Formel wie die vorherigen Prime-Titel: Ihr bewegt euch in der First-Person-Ansicht durch die zunächst schlauchartigen Abschnitte und löst mal mehr oder weniger anspruchsvolle Rätsel oder besiegt einfach nur Gegnergruppen.

Dieses Mal ganz neu dabei sind die sogenannten Psy-Kräfte. Mit diesen könnt ihr bestimmte Objekte bewegen, um Türen zu öffnen oder Psy-Steine in dafür vorgesehene Mulden zu setzen.

Aus anderen Spielen bekannte Fähigkeiten wie Bomben, Speedball oder Spiderball sind auch wieder dabei. Diese tragen nun einen entsprechenden “Psy”-Zusatz, denn es gibt einige Objekte in der Welt, die ihr nur dank eures Psy-Visors sehen könnt, um mit diesen zu interagieren.

Für euren Waffenarm gibt es ein paar neue Upgrades. Mittels Elementarmunition könnt ihr Eis, Feuer und Elektrizität verschießen. Mit der Elementarmunition könnt ihr nicht nur euren Gegnern zusetzen sondern auch Lava abkühlen, Netze verbrennen oder ausgeschaltete Maschinen wieder in Gang setzen.

Wieder mit dabei ist die Scan Funktion, die mir schon in den Vorgängern sehr gefallen hat. Durch das Scannen von Gegnern könnt ihr Infos erhalten, wie ihr diese besiegen könnt und durchs Scannen von Inschriften und Tagebüchern könnt ihr mehr über die Geschichte der Lamron erfahren. Scanbare Gegner und Objekte werden grün markiert und bereits Gescanntes wird weiß hervorgehoben.

Obwohl ich keine Probleme habe, die Farbe Grün zu erkennen, hatte ich gelegentlich Probleme, bekannte von unbekannten Scanzielen zu unterscheiden.

Steuert mit Stick, Zeiger und Maus

Auf der Nintendo Switch 2 stehen euch mehrere Steuerungsmethoden zur Verfügung, die sich in zwei Gruppen unterteilen lassen:

  • Control Sticks – Hybrid: Verwendet die Control Sticks zum Bewegen und Zielen. Zusätzlich kann die Maus-Steuerung genutzt werden.
  • Zeiger – Hybrid: Ziele mit Hilfe der Bewegungssteuerung und bewege dich mittels der Control Sticks. Zusätzlich kann die Maus-Steuerung genutzt werden.

Während die erste dieser Steuerungsmethoden der Standard ist und ich den größten Teil des Spiels mit dem Pro Controller verbracht habe, kommt man leider nicht immer ohne Bewegungs- bzw. Zeigesteuerung aus. Unter den Bosskämpfen gibt es solche, bei denen man bestimmte Schwachpunkte angreifen muss, die man nicht direkt anvisieren kann.

Man kann zwar beim Anvisieren eines Gegners durch freies Zielen auch auf diese Schwachpunkte schießen, aber es gestaltet sich nicht gerade einfach, diese in der Hitze des Gefechts auch tatsächlich ins Visier zu nehmen. Daher habe ich bei einem Bosskampf sogar vom Pro Controller auf zwei Joy-Con 2 mit der Zeiger-Steuerung gewechselt.

Auf dem Papier klingt die Maussteuerung gut und das Zielen klappt super, allerdings hatte ich im Kampf Probleme, die vordefinierte Tastenbelegung effektiv zu nutzen. Die Tastenbelegung könnt ihr jedoch bei Bedarf im Spiel selbst ändern.

Die Welt von Viewros – Fünf Gebiete plus Sol-Tal

Auf Viewros dürft ihr insgesamt fünf Gebiete erkunden. Wenn man das wüstenähnliche Sol-Tal mitzählt, die die Gebiete miteinander verbindet, sind es sogar sechs.

Allerdings ist die Wüste nunmal einfach nur eine Wüste, in der es nicht allzu viel zu sehen gibt. Während die Gebiete schön abwechslungsreich gestaltet sind und eine richtig gute Figur abgeben, merkt man beim Sol-Tal, dass das Spiel auch in einer Version für Nintendo Switch erscheint – was jedoch nicht negativ gedeutet werden soll. Highlights stellen hier die wenigen Ruinen dar, in denen ihr das eine oder andere Upgrade erhalten könnt.

Es ist eben am Ende des Tages eine Wüste und so eine Wüste zu Fuß zu durchqueren ist wahrscheinlich etwas mühselig – wenn man doch nur ein Fahrzeug hätte…

VI-O-LA – Das Lamorn-Fahrzeug

Zum Glück gibt es so ein Fahrzeug! Darf ich vorstellen: VI-O-LA – ein Personentransportfahrzeug mit einer Höchstgeschwindigkeit von 1000 Sachen, entwickelt von den Lamorn.

Dieses Fahrzeug könnt ihr jederzeit herbeirufen, vorausgesetzt der Weg dorthin ist nicht von unpassierbarem Gelände blockiert. Zum Teil könnt ihr auch andere Gebiete befahren, in denen ihr aber einer Geschwindigkeitsbegrenzung unterlegen seid.

Trotz der schnell klingenden Höchstgeschwindigkeit kommt beim Fahren kein so richtiges Gefühl von Tempo auf. Jetzt hat nicht nur Link seinen Akira-Moment, sondern auch Samus.

Die fünf großen Gebiete

Bei den anderen Gebieten, die ihr erkunden dürft, handelt es sich um: den Dschungel des Zorns, die Volt-Schmiede, den Eisgürtel, die Flammenbucht und die großen Minen.

Jedes dieser Gebiete ist toll gestaltet und in sich schlüssig. Leider vermisse ich ein wenig die Art, wie die Gebiete verbunden sind, so wie man es bereits aus den ersten beiden Metroid Prime-Teilen her gekannt hatte.

Die Einzelkämpferin ist doch nicht ganz alleine

Gelegentlich trifft Samus auf Föderationsmitglieder, die ebenfalls auf Viewros gestrandet sind und versuchen, von diesem Planeten zu verschwinden.

Die meisten von euch könnten eventuell schon Myles MacKenzie kennen, der bereits in diversen Previews vorgestellt worden ist. Viele Personen – vor allem im englischsprachigen Raum – sind allerdings nicht allzu sehr von ihm angetan, da er ziemlich viel spricht und nicht ins Spiel passe. Ich möchte an dieser Stelle aber Entwarnung geben: Ja, er kann durchaus ohne Punkt und Komma reden. Aber: Er begleitet euch nicht die ganze Zeit bis zum Ende des Spiels und außerdem ist seine Redseeligkeit Teil seiner Persönlichkeit.

Solltet ihr mal zu lange im Sol-Tal unterwegs sein, erhaltet ihr einen Funkspruch von MacKenzie mit einem Hinweis, wo ihr als nächstes nachschauen könntet. Diese Hinweise kamen mir für meinen Geschmack etwas zu häufig und oft auch zu früh, da ich gerade auf der Suche nach Items in eine andere Richtung unterwegs war.

Die anderen Soldaten der Föderation sind deutlich zurückhaltender. Reger Tokabi war einst ein Jäger, der nun als Scharfschütze im Dienst der Föderation steht.

Meine Favoritin ist Private Nora Armstrong, da sie ein Samus-Fangirl ist, sich riesig über deren erste Begegnung freut und vom ranghöheren Sergeant Ezra Duke in ihrem Enthusiasmus ausgebremst werden muss.

Der Kampfandroide VUE-995 ist zwar eine Maschine, aber irgendwie hat’s dann doch etwas gemenschelt, sodass ich manchmal den leichten Verdacht gehegt habe, dass sich darin doch ein Mensch befindet.

Technisch sehr beeindruckend

Das Sounddesign von Metroid Prime 4: Beyond ist großartig. Das Trefferfeedback von Schüssen klingt gut und Explosionen wummern schön.

Obwohl ich mich musikalisch eher im Heavy Metal Bereich wohl fühle, könnte ich den Tracks von Metroid Prime 4: Beyond stundenlang lauschen. Besonders die Musik auf dem Titelbildschirm und im Wald des Zorns sind groß und fett Metroid Prime beschriftet und haben sofort den passenden Vibe übertragen.

Ich kann leider nicht sagen, ob es an den Einstellungen an meinem TV Gerät liegt, aber ich hatte das Gefühl, dass sich das Spiel mit Kopfhörern nochmals deutlich besser anhört als aus den TV Lautsprechern. Wenn ihr also richtig abtauchen wollt, setzt euch welche auf!

Grafisch ist Metroid Prime 4: Beyond eine Wucht! Ich bin kein Spieler, der viel Wert auf tolle Grafik setzt und das eher als nettes Beiwerk sieht. Aber ich kann mich nicht an der Grafik dieses Spiels satt sehen. Wichtig zu erwähnen ist, dass ich Metroid Prime 4: Beyond – Nintendo Switch 2 Edition gespielt habe und daher leider nichts zu Metroid Prime 4: Beyond auf Nintendo Switch sagen kann. Ich bin mir aber relativ sicher, dass die Retro Studios auch auf der älteren Hardware alles herausgeholt haben, um Fans das bestmöglichste Spielerlebnis zu bieten.

Wer das volle Potenzial des Spiels genießen möchte, sollte über den Kauf einer Nintendo Switch 2 nachdenken!

Den größten Teil des Spiels habe ich im Qualitätsmodus mit der höheren 4K-Auflösung bei 60 FPS verbracht. Wer lieber eine höhere Framerate haben möchte, kann jederzeit zum Leistungsmodus mit 1080p und 120 FPS wechseln. Die grafischen Abstriche werden aber deutlich und ich habe zwischen 60 und 120 FPS keinen zu großen Unterschied gespürt.

Freischaltbares & amiibo

Im Laufe des Spiels könnt ihr einige Upgrades für Samus finden und allerlei Objekte scannen. Das erleichtert euch nicht nur den Kampf oder lässt euch einiges an Lore begreifen, ihr könnt damit auch Konzeptzeichnungen und Videos in der Galerie freischalten.

Viele der Konzepte dürft ihr euch anschauen, nachdem ihr einen bestimmten Prozentsatz an Datenbankeinträgen gescannt oder genügend Items gefunden habt.

Daher solltet ihr besonders bei den Bosskämpfen darauf achten, ob ihr diese auch wirklich komplett gescannt habt. Es gibt einen Videoclip, den ihr sogar nur freischalten könnt, wenn ihr das Spiel auf dem Schwierigkeitsgrad “Schwer” abschließt. Diese neue Stufe wird euch erst nach einmaligem Durchspielen freigeschaltet!

Metroid Prime 4 amiibo

Metroid Prime 4 Samus amiibo

Einmal pro Tag könnt ihr euch komplett heilen und einen Schild erschaffen, der 99 Einheiten Schaden absorbiert. Außerdem könnt ihr im Sol-Tal die Musik ändern.

Metroid Prime 4 Samus & VI-O-LA amiibo

Einmal pro Tag könnt ihr den Boost von VI-O-LA auffüllen. Außerdem wird euch mit jedem Scan des amiibo die bisher zurückgelegte Strecke angezeigt; bei genug Strecke schaltet ihr neue Farben für euer Fahrzeug frei.

Metroid Prime 4 Sylux amiibo

Ihr könnt ein Video freischalten, welches eine vollständige Version mehrerer fragmentierter Videos ist. Alternativ könnt ihr dieses Video freischalten, indem ihr das Spiel mit 100% aller Scans und Items abschließt.

Zusätzlich könnt ihr einen zufälligen Sylux Sound hören, wenn das amiibo gescannt wird. Alle anderen amiibo mit Metroid bezug spielen einen zufälligen Sound aus Metroid Prime 4: Beyond ab.

Ist es das worauf alle seit 2017 gewartet haben?

Die Gameplay Formel wurde mit den Psy-Kräften durchdacht erweitert und die Story macht Lust auf mehr! Es macht Spaß, die Gebiete zu erkunden, wobei mir die Volt-Schmiede am besten gefällt.

Sylux und seine Armee von Weltraumpiraten bekommen für meinen Geschmack zu wenig Spotlight, und auch die Metroids sind zu einer Randnotiz verkommen.

Tolles Weihnachtsgeschenk und Must-Have für Nintendo Switch-/Nintendo Switch 2-Besitzer

Metroid Prime 4: Beyond – Nintendo Switch 2 Edition
90 100 0 1
Das Ende ist etwas zu offen gehalten, sodass es einen weiteren Teil geben könnte, worauf ich so sehr hoffe! Meine größten Kritikpunkte wären aber das Sol-Tal, das sich einfach nur so anfühlt, als hätte man unbedingt ein weitläufiges Areal einbauen wollen, und die Bosskämpfe, deren Schwierigkeitsgrad ohne Bewegungsteuerung deutlich höher ist.
Das Ende ist etwas zu offen gehalten, sodass es einen weiteren Teil geben könnte, worauf ich so sehr hoffe! Meine größten Kritikpunkte wären aber das Sol-Tal, das sich einfach nur so anfühlt, als hätte man unbedingt ein weitläufiges Areal einbauen wollen, und die Bosskämpfe, deren Schwierigkeitsgrad ohne Bewegungsteuerung deutlich höher ist.
90/100
Total Score iMust-Have

Pro

  • Gewohntes Metroid Prime-Gameplay
  • Große Gebiete laden wieder zum Erkunden ein
  • Spannende Story
  • Grafisch und Sound sind großartig

Contra

  • Bewegungssteuerung wirkt manchmal verpflichtend
  • Sylux, Weltraumpiraten und Metroids kommen zu kurz
  • Hinweise auf den nächsten zu besuchenden Ort nicht immer optimal
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