Jotunnslayer: Hordes of Hel im Test für Nintendo Switch 2

Krieger der Götter versammeln sich gegen die Frostriesen in Jotunnslayer.

Action-Roguelite, Bullet Hell oder Horde-Survivor. Genrebegriffe, die mehr oder weniger bekannt sein dürften und in den letzten Jahren einige Spiele hervorgebracht haben. Nicht zuletzt wohl einer der bekanntesten und auch erfolgreichsten Titel: Vampire Survivors, welcher sich bis heute großer Beliebtheit und einem stetigen Zufluss an DLCs und Erweiterungen erfreut. Nicht zuletzt sogar ein Spin-off, der die Formel auf ein kartenbasiertes Spielerlebnis ummünzte.

Und in eben jene Kerbe schlägt auch Jotunnslayer: Hordes of Hel. Welches bereits seit dem 3. September 2025 auf Steam, PlayStation und XBOX erhältlich ist und ab heute, dem 30. Juli 2026, auch als Switch-2-Version erhältlich ist.

Doch schafft es dieses Bullet-Hell-Spiel mit nordisch-mythologisch angehauchtem Setting, sich aus der Masse hervorzutun?

Lasst den Berserker los!

Die Horden brechen aus!

Das Spielprinzip, als auch die Story sind recht schnell erklärt: Wir wählen unseren Helden aus – zu Beginn steht uns hier nur der Berserker zur Verfügung, weitere werden nach und nach freigespielt – landen auf einer arenaartigen Karte und müssen uns gegen die auf uns zu stürmenden Monster, Untote, Jarls und Riesen verteidigen.

Das Ganze müssen wir über einen durch den Schwierigkeitsgrad der aktuellen Karte definierten Zeitraum überleben.

Und überleben können wir, indem wir einfach in der Gegend herumlaufen. Denn die Attacken des gewählten Helden werden automatisch abgefeuert. Dabei hat jede Figur drei individuelle passive Eigenschaften, einen Standardangriff mit der jeweiligen Waffe und auch diverse Waffen zur Auswahl, die nach und nach freigespielt werden können und mit einzigartigen Boni wie etwa verbesserte Abklingzeit der eigenen Fähigkeiten oder erhöhte Schadensreduktion bereitstellen, als auch einen Skill, den der Spieler aktiv im Kampf einsetzen kann.

Mögen die göttlichen Segen dich leiten…

Ganz wie in Vampire Survivors, der wohl offensichtlichsten Inspiration von Jotunnslayer, leveln wir unsere Charaktere mit von besiegten Gegnern fallen gelassenen Erfahrungskristallen. Jedes Level-up stellt den Spieler dann vor die Wahl, Fähigkeiten aus dem Pool eines nordischen Gottes oder der eigenen Klasse zu wählen. Sowohl aktive als auch passive. Wobei die aktiven Fähigkeiten nach einer individuellen Abklingzeit hier ebenso automatisch abgefeuert werden wie der eigentliche Angriff der Figur. Dabei können wir insgesamt zwei Klassenfertigkeiten und drei Götterfähigkeiten gleichzeitig im Einsatz haben, die allesamt auch hochgelevelt werden können. Anfangs bis auf Level 3, später lässt sich eine 4., finale Evolution freischalten, die nicht nur die Durchschlagskraft erhöht, sondern manchmal auch die Anwendung an sich mehr oder weniger stark umkrempelt.

Ein kleines Schmankerl in Jotunnslayer ist dabei, dass wir alle paar Minuten ein paar kleine Aufgaben innerhalb dieser Massenschlacht erhalten und erfüllen können, um am Ende den Endboss des jeweiligen Levels zu beschwören. Die Aufgaben selbst sind nicht sonderlich komplex, dennoch halbwegs abwechslungsreich und auflockernd gegenüber dem sonstigen Gameplay-Loop. So muss man etwa Materialien einsammeln, Portale schließen oder Flüche überleben, die das Spielfeld über eine gewisse Zeit mit negativen Effekten für den Spieler überziehen.

Dabei hat man meistens auch die Wahl zwischen mehreren Aufgaben, die von leicht bis schwer reichen und entsprechend auch mit einer höheren Belohnung in Form von Gold locken.

Außerdem erscheinen hier und da ein paar spezielle Gegner – Kobolde, obwohl sie eher wie goldene Vögel aussehen, deren Besiegen mit extra Gold belohnt wird. Diese greifen den Spieler jedoch nicht an, sondern fliehen vor ihm, schnelles Handeln ist also gefragt, sollte man den Bonus ergattern wollen, denn sonst verschwinden die Kobolde von der Kampffläche.

Apropos Gold. Dieses wird generell hier und da fallen gelassen und am Ende des Levels in den eigenen Vorrat eingezahlt. Ein Ressourcen-Bonus-Multiplikator je nach Schwierigkeit des Levels sorgt dabei für eine höhere Menge.

Wozu braucht ein Wikinger eigentlich Gold…?

Finde den Gold-Kobold!

Skillbäume, Talente und Götterfähigkeiten

Ach ja! Logisch, um seine Fertigkeiten weiter auszubauen. Heutzutage ist ja alles teurer und kostet, gell?

Jeder spielbare Charakter, den wir systematisch durch das chronologische Durchspielen der zu befriedenden Welten nach und nach freispielen… analog zu den Welten selbst, verfügt über einen einzigartigen Talentbaum.

Nach einem erfolgreichen Abschluss, oder auch Scheitern eines Levels, wird unser dort erspieltes Gold in Talentpunkte umgewandelt. Je mehr Talentpunkte wir uns erspielt haben, umso teurer werden dabei weitere.

Und diese wertvollen Punkte können wir wahlweise in unsere Lieblingsklasse investieren – in eine Auswahl sowohl passiver als aktiver Fähigkeiten – aber auch in die Talentbäume der jeweiligen Götter! Ach so… die werden übrigens auch nach und nach freigespielt, logisch, oder?

Auch die Götter verfügen sowohl über aktive Fähigkeiten als auch über passive. Die Besonderheit hier ist jedoch, dass ihre passiven Skills übergreifend für jeden gespielten Charakter in Kraft treten. Somit wird für ein konsistentes Spielerlebnis gesorgt, trotz sich unterschiedlich anfühlenden Heldenklassen.

Die bereits erwähnten weiteren Waffen für unsere spielbaren Charaktere, die zusätzlich zu den Talentbäumen für mehr Individualisierung und Abwechslung sorgen, können über die Ressource Seelensteine gekauft werden, die wir hauptsächlich als Belohnung durch das Besiegen der Weltenbosse erhalten.

Durch das Abschließen spezieller Aufgaben, etwa das Besiegen einer bestimmten Menge Kobolde, werden in der Trophäenhalle zusätzliche Ressourcen erspielt.

Wenn Azmodan und Duriel aus Diablo ein Kind hätten…

Etwas unnötig kompliziert bzw. unübersichtlich sind im Spiel allerdings die verschiedenen Begriffe rund um die Schadensarten.

Wir haben Waffenfertigkeiten, Klassenfertigkeiten, Angriffsschaden und Götterfertigkeiten als unsere Schadensquellen. Und alle davon werden auch separat mit passiven Fähigkeiten verstärkt. Sowohl im reinen Schaden, als auch in der kritischen Trefferchance und im kritischen Trefferschaden. So muss man vor allem zu Beginn stets ein wachsames Auge auf die Begriffe werfen, damit man nicht eine Fähigkeit wählt, die der gewünschten Schadensart gar nicht zuträglich ist.

Außerdem wären bessere Möglichkeiten, sich seine gewünschten Fähigkeiten in einem Durchgang zu erspielen, wünschenswert gewesen. Bei jedem Level-up gibt es zwei, mit Glück bis zu drei Auswahlmöglichkeiten für einen Gott oder eben die eigene Klasse. Darunter dann drei, mit Glück vier Wahlmöglichkeiten für deren Fähigkeitspool.

Zwar hat man durch einige Neuwürfelversuche und Verbannungsfähigkeiten die Möglichkeit, die gewünschten Fähigkeiten eher zu ergattern, unterliegt aber immer noch relativ stark dem Zufallsprinzip. Gerade bei der Auswahl der Götter fehlt etwa eine Option, einen unliebsamen Gott – und sei es nur für diesen einen Run – komplett auszuschließen.

Zu zweit ist es doch am Schönsten!

Jotunnslayer: Hordes of Hel bietet übrigens auch einen COUCH CO-OP! Sorry… ich wollte nicht schreien, aber es kam einfach aus mir heraus, wie der Kriegsruf eines kampfbereiten und schlachtgestählten Wikingers!

Alles, was ihr in Jotunnslayer machen könnt, könnt ihr euch zu zweit machen! Allerdings auch ausschließlich im Couch-Co-op. Einen Online-Multiplayer gibt es nicht.

Allerdings folgt der gemeinsame Ansturm auf die Horden ein paar abgeänderten Regeln, um die Balance und sicherlich auch die Performance etwas zu wahren.

So kann kein Spielcharakter doppelt ausgewählt werden und jeder Spieler hat lediglich Zugriff auf eine statt zwei aktiven Klassenfähigkeiten und nur zwei statt drei aktiven Götterfähigkeiten.

Bei Level-ups kommen die Spieler der Reihe nach dran – also ein Level-up, Player 1 kann wählen, ein weiteres Level-up, Player 2 kann wählen – und können so ihre Fähigkeit auswählen.

Ansonsten läuft das Spiel gleich ab. Ob die Gegner und vor allem Bosse mit der Spielerzahl skalieren, lässt sich nur schwer einschätzen, da ich aber keinen nennenswerten Unterschied im Schwierigkeitsgrad zwischen Solo und zwei Spielern feststellen konnte, würde ich davon ausgehen.

Das Spiel bleibt in jedem Fall relativ anspruchsvoll, je nach Schwierigkeitsgrad…

Schwierig wird es hier und da mit der Übersichtlichkeit im Feld. Zwar haben beide Spieler einen Farbkreis um sich herum, der ist aber aufgrund des effektreichen Geschehens auf dem Schlachtfeld nicht immer ausreichend und bevor man sich versieht, denkt man, man würde die andere Figur steuern. Hier wäre eine bessere Sichtbarkeit sehr wünschenswert.

Ob du wirklich richtig stehst, siehst du, wenn das Licht ausgeht… Ja… wo ist jetzt mein Charakter und wo der andere?

Umfang und Performance

… und Schwierigkeitsgrade lassen sich – ach wie überraschend – nach und nach freispielen, indem man die Standard-Level überlebt und die dortigen Bosse erfolgreich herausfordert.

Höhere Schwierigkeitsgrade sind dabei nicht einfach nur ein Test der Fähigkeiten und der Buildeffizienz, sondern warten am Ende auch mit einer größeren Belohnung auf. Die Schwierigkeitsgrade sind dabei zum einen relativ geradlinig gestaltet: Gegner halten mehr aus und teilen mehr aus, aber zum anderen auch interessanter: Level dauern länger und haben mehr Aufgaben, die es zu lösen gilt, um den Boss zu beschwören.

Außerdem können durch das Erfüllen spezieller, an die Welt gekoppelter Aufgaben, bis zu 6 Runen als Modifikatoren für die Level freigespielt werden. Diese erhöhen meist den Ressourcenbonus, bringen aber auch Mali mit sich, wie zusätzlich erhöhte Gegnerstärke, geringeren Erfahrungsgewinn, oder weniger Fähigkeitsauswahl beim Level-up.

Manche beschleunigen auch den gesamten Level und geben dabei Boni, oder machen es dem Spieler etwas leichter, verringern aber die Belohnung.

Hier kann man sich ganz nach eigenem Spielstil und Herausforderungswunsch einen recht individuellen Schwierigkeitsgrad zusammenbasteln, was absolut zum erneuten Spielen und Probieren einlädt.

Wem das alles noch nicht ausreicht, kann sich wahlweise am Endlosmodus jeder Welt versuchen – dieser bietet den normalen und den entspannten Modus, wobei der entspannte regulär abläuft wie jeder andere Level, erscheinen im normalen Modus regelmäßig Bosse zu den Monsterhorden und alle paar Minuten muss der Spieler außerdem aus ein paar Mali für die Spielrunde auswählen, die es ihm immer schwerer machen, zu überleben – oder aber auch im Schwierigkeitsgrad Alptraum, der wiederum mit einem eigenen Regler daherkommt, um die Schwierigkeit noch weiter hochzutreiben, bis der Schwierigkeitsgrad einem wahrhaftig Alpträume beschert.

Den Boss machen wir kalt wie einen Frostriesen!

Geneigte Spieler, die alles erkunden, alles hochleveln, alle möglichen Charakter- und Götterkombinationen und Schwierigkeitsgrade ausprobieren wollen, dürften hier lange Zeit beschäftigt sein. Und auch zwischendurch mal eine kurze Runde Schnetzeln ist sicher nicht verkehrt.

Ich hatte allerdings alles für mich wirklich Relevante nach knapp 15 Stunden freigeschaltet und einmal erlebt. Klar, ich könnte jetzt noch grinden, bis alle Götter und Klassenfähigkeiten freigeschaltet wären. Jedoch habe ich alle passiven Boni erspielt und zwei Charaktere komplett durchgelevelt. Da weiteres Freispielen aktiver Fähigkeiten auf Klassen- und Götterseite auch kontraproduktiv für spezielle Builds sein kann, da der Pool an auswählbaren Fähigkeiten wächst und ich jederzeit einzelne Charaktere und Götter-Skillungen resetten und die Punkte irgendwo anders neu verteilen kann, brauche ich das nicht für ein volles Spielerlebnis. Der Anreiz also, genug Gold zu farmen, um alles gleichzeitig aktivieren zu können, hält sich in Grenzen. Dennoch bin ich dankbar für die Funktion der unkomplizierten Neuverteilung!

Zugang zum Conan-DLC hatte ich in unserer Testversion nicht. Dort wird neben einem weiteren Level auch der Held Conan als spielbarer Charakter und das Schicksal als neue Götter-Option hinzugefügt.

Für mich insgesamt aber ein stimmiger Umfang, gemessen am Preis. Und wer eben auf Highscore-Jagd gehen möchte, kann sich weit länger mit Jotunnslayer beschäftigen.

Performancetechnisch muss ich sagen, macht das Spiel größtenteils eine gute Figur. Bei genügend Effekten, gerade im Co-op-Modus, gehen die FPS schon mal spürbar zurück und gefühlt auch mal unter die 30, aber es bleibt absolut im spielbaren Rahmen und sieht dabei auch schick aus.

Was negativ auffiel, waren vermehrte Spielabstürze. Vor allem bestimmte Fähigkeiten schienen diese in bestimmten Leveln hervorzurufen. So habe ich im Co-op die letzte Map sicher 4-mal neu starten müssen, ein paar Minuten nachdem meine Mitspieler mit ihrem Charakter, der Sippenmörderin, einen speziellen Skill ausgewählt hatte.

Auch im Endlosmodus, als ich bei über 40 Minuten im Kampf war und mich schon über den zu erwartenden Golderhalt nach dem Beenden des Levels freute, stürzte das Spiel plötzlich ab. Schon ein wenig frustrierend und gerade für Spieler, die auf Highscore und Spitzenzeiten aus sind, natürlich ein herber Schlag.

Möglicherweise kann hier ein Day-1-Patch Abhilfe schaffen. Allerdings habe ich ähnliches Feedback zumindest zum Endlosmodus auch in Steam-Foren bereits gefunden. Es könnte hier also ein generelles Problem im Spiel vorliegen.

Geil, ich knacke die Bestzeit! Jetzt bitte kein Spielabsturz!

Wer traut sich nun, gegen die Horde anzutreten?

Insgesamt bietet Jotunnslayer: Hordes of Hel einen interessanten, angenehm anderen Ansatz an das Genre für jeden, der etwa Vampire Survivors über lange Zeit genossen hat.

Es macht tierisch Spaß, sich durch die Klassen, deren Skills, Builds und Waffen zu testen und die gegnerischen Horden niederzumähen. Das bei einem absolut zufriedenstellenden Effektgewitter.

Der Couch-Co-op-Modus ist dabei mein persönliches Highlight, auch wenn das Spiel hier etwas an Übersicht und Performance einbüßt.

Dennoch bleibt das Spiel nicht ganz fehlerlos. Die gar nicht mal so seltenen Spielabstürze haben das Erlebnis schon etwas getrübt.

Jotunnslayer: Hordes of Hel
80 100 0 1
Nichtsdestotrotz kann jeder Genre-Fan hier bedenkenlos zur Switch-2-Version greifen, denn ein Spiel wie Jotunnslayer bietet sich gerade als Handheld-Erfahrung einfach an, um zwischendurch und/oder unterwegs einmal kurz einzutauchen und ein wenig herumzuschnetzeln!
Nichtsdestotrotz kann jeder Genre-Fan hier bedenkenlos zur Switch-2-Version greifen, denn ein Spiel wie Jotunnslayer bietet sich gerade als Handheld-Erfahrung einfach an, um zwischendurch und/oder unterwegs einmal kurz einzutauchen und ein wenig herumzuschnetzeln!
80/100
Total Score

Pro

  • Abwechslungsreiche Levelgestaltung
  • Viele Klassen und Buildkombinationen
  • Motivierendes Progressionssystem
  • Couch-Co-op

Contra

  • Starker Zufallsfaktor
  • Spielabstürze
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