Eine Odyssey mit Chamäleon und Fledermaus – Yooka-Replaylee im Test für Nintendo Switch 2

Yooka Replaylee

2017 erschien Yooka-Laylee, ein Titel, der durch eine riesige Kickstarter-Kampagne groß geworden ist und eine Hommage an die alten Collectathons wie Banjo-Kazooie und Banjo-Tooie sein sollte. Mit vielen Eigenheiten hat Yooka-Laylee dies auch erreicht – doch die Fans waren nicht vollends überzeugt. Playtonic, der Entwickler, hat hier einen sonderbaren Schritt gewagt und nach acht Jahren ein quasi Remake des Titels herausgebracht. Nicht nur wurde nahezu alles überarbeitet, es wurde ebenfalls an der Story und der Grafik geschraubt.

Als Fan des Originals möchte ich euch zeigen, warum der Entwickler nahezu alles richtig gemacht und die Ursprungsversion nahezu obsolet gemacht hat.

Neue Herausforderungen, alte Favoriten

Dich erwarten in Yooka-Replaylee neue Herausforderungen und alte Favoriten, wenn du dich mit dem liebenswerten Kumpel-Duo Yooka (der Grüne) und Laylee (die Lilane) noch einmal daran machst, die riesigen, wunderschönen offenen Welten zu erkunden – während du dem schönen orchestralen Soundtrack lauschst.

Haben wir schon erwähnt, dass es jetzt eine Karte, eine glänzende neue Währung und viele Optionen zur individuellen Gestaltung gibt?

Das beliebteste Kumpel-Duo hat sich noch nie besser bewegt, noch nie besser ausgesehen und noch nie besser geklungen!

Der Konzernfiesling Capital B ist dabei, alle Bücher der Welt zu stehlen und in bare Münze zu verwandeln.

Aber das mächtigste Buch des Universums befindet sich genau unter seiner krummen Nase – in der benachbarten Schiffbruch-Bucht, in der das abenteuerliche Duo Yooka und Laylee wohnt!

Als ihr geschätztes Buch gestohlen wird, beginnt für sie ein verrücktes Abenteuer durch eine ganze Reihe wunderlicher und fantasievoller Welten, voll bunter Charaktere und unzähliger glänzender Sammelobjekte.

Einmal alles anders bitte – aber dennoch gleich

Yooka-Laylee spielte sich, wie oben erwähnt, wie ein Neuzeit-Banjo-Kazooie. Doch leider fühlte sich dieses Gameplay an vielen Stellen kurios und beinahe altbacken an.
Backtracking war damals in den Nintendo-64-Klassikern elegant gelöst – bei Yooka-Laylee hingegen wirkte es sehr redundant.

Ich gehe Schritt für Schritt durch, welche Aspekte, verglichen mit dem Original, in Yooka-Replaylee anders sind und wie sich das im Spielfluss dargestellt hat.

Fähigkeiten von Beginn an verfügbar

    Die Fähigkeiten sind diesmal komplett von Anfang an freigeschaltet, und Yooka und Laylee stehen alle Moves zur Verfügung.

    Anfangs mag das ungewohnt wirken, da die Welt ursprünglich auf das progressive Sammeln der Fähigkeiten ausgelegt war. Doch das hat sich nicht negativ angefühlt – im Gegenteil. Wer denkt, er könne nun alle Welten sofort besuchen, wird schnell merken, dass es neue Tore gibt, die an Pagies gebunden sind – die wichtigsten sammelbaren Gegenstände des Spiels.

    Ihr könnt diese wertvollen Seiten sowohl in den fünf unterschiedlichen Welten als auch in der großen Hub-Welt „Hivory Towers“ entdecken.

    Diese Einschränkung, um mithilfe von Pagies weiter in die nächsten Gebiete zu gelangen, erinnert stark an Banjo-Tooie, wo man Puzzleteile sammeln musste, um weitere Welten freizuschalten.

    Yooka-Replaylee hat auch sein Tutorialgebiet komplett überarbeitet, sodass ihr mit dem vollständigen Moveset bestens in den Welten arbeiten könnt.

    Überarbeitete Welten und Kartenfunktion

    Die Welten müssen nicht mehr „vergrößert“ werden.
    Im Original konnte man jede Welt in zwei Formen besuchen – eine kleine und eine erweiterte Version. In Yooka-Replaylee wurde die kleine Form abgeschafft, und euch steht von Anfang an die komplette Welt zur Verfügung. Diese Änderung beeinflusst den Spielfluss enorm, denn es war im Original umständlich, sich zu merken, welche Bereiche man bereits besucht hatte und was bei der Erweiterung neu hinzukam.

    Zudem waren einige der späteren Welten sehr groß, und man verirrte sich ständig.
    Da es keine Teleporter wie in Banjo-Tooie gab, wurde der Spielfluss stark gestört.
    Hier wurde jedoch in mehreren Aspekten nachgebessert:

    • Ihr habt nun jederzeit Zugriff auf eine Weltkarte, auf der ihr euren aktuellen Standort, Hinweise auf weitere Pagies und eine Übersicht eurer Sammlungen seht.
    • Über freigeschaltete Teleportpunkte könnt ihr euch von überall aus an bestimmte Punkte der Welt teleportieren.
    • Gerade bei der Casino-Welt im späteren Spielverlauf ist dieses Feature ein Segen.

    Mehr Sammelobjekte – aber kein Donkey-Kong-64-Overload

    Die Anzahl an Pagies wurde nahezu verdoppelt – pro Welt könnt ihr nun 50 Pagies entdecken. Viele davon wirken, als wären sie schon immer Teil des Spiels gewesen.
    Häufig hatte ich das Gefühl, einen Pagie wiederzuerkennen, doch tatsächlich handelte es sich um komplett neue Inhalte, die nahtlos integriert wurden.
    Neben den altbekannten Federn (ehemalige Währung für Moves) gibt es jetzt Münzen, mit denen ihr Tonics und Kleidung für das Duo kaufen könnt.
    Tonics verändern das Spielgefühl spürbar:

    • Mehr Nostalgie? → Aktiviert den Fallschaden.
      • Somit erleidet das Duo erheblichen Schaden, sollten sich ihren Fall nicht abbremsen können.
    • Einfachere Kämpfe? → Aktiviert einen Tonic, der Gegner (außer Bosse) mit einem Treffer besiegt.

    Zu Beginn habt ihr zwei Ausrüstungsplätze, könnt diese aber bei Trowzer, eurem schleichenden Freund, gegen eine Spende von Federn erweitern.
    Trowzer verkauft außerdem wertvolle Upgrades wie mehr Leben oder längere Ausdauerleisten – und in jeder Welt bietet er einen neuen Satz Upgrades an.

    Diese drei Kategorien allein haben den Titel massiv ins Positive verändert, sodass ich jedem empfehlen kann, Yooka-Replaylee noch einmal zu spielen, selbst wenn man das Original kennt.

    Es fühlt sich an, als würde man eine vertraute Welt erneut besuchen, und doch ist alles neu – vor allem dank der Komfortfunktionen wie der Weltkarte.

    Ein Grafik-Upgrade – aber nicht das Ende der Fahnenstange

    Optisch spielt Yooka-Replaylee in einer anderen Liga als das Original – was durch den Engine-Wechsel kaum überrascht. Zwar läuft der Titel mit 30 Bildern pro Sekunde, überzeugt aber mit einem fantastischen Bild – sowohl im Docked- als auch im Handheld-Modus der Nintendo Switch 2. Die Entwickler arbeiten an weiteren Optimierungen und planen einen Performance-Modus mit 60 FPS. Zum Zeitpunkt dieses Tests war dieses Update jedoch noch nicht verfügbar.

    Für einen Plattformer wie Yooka-Replaylee vermisse ich zwar keine 60 FPS, doch die Option von Anfang an wäre wünschenswert gewesen – besonders im Vergleich zu anderen Titeln wie Donkey Kong Bananza auf der Switch 2.

    Sobald uns hierzu weitere Informationen vorliegen, erfahrt ihr diese selbstverständlich bei Nintendo Connect!

    Ein weiterer Pluspunkt ist der komplett neu orchestrierte Soundtrack.
    Die Lieder des Originals waren bereits Ohrwürmer, doch die Entwickler sind einen Schritt weiter gegangen und haben den gesamten Soundtrack orchestriert. Dadurch wirken die Stücke lebendiger und emotionaler als je zuvor.

    Ob der ikonische Jingle beim Sammeln von Pagies oder die Melodie im Glitzerfrostgletscheralles klingt jetzt deutlich besser.

    Wer allerdings gehofft hat, dass das Duo endlich Sprachausgabe erhalten hat, wird enttäuscht: Wie beim Vorbild Banjo-Kazooie gibt es weiterhin nur die typischen Lautäußerungen der Charaktere, wenn sie sprechen.


    Es bleiben kaum Wünsche offen

    Yooka-Replaylee
    90 100 0 1
    Es ist erstaunlich, was ein Entwicklerstudio zusammenstellen kann, wenn man auf die Kritik aus allen Richtungen hört. Fans wurden gefragt, welche Punkte im Original Yooka-Laylee gestört haben und die Entwickler haben hier direkt nachgebessert. Neben zahlreichen Quality of Life Verbesserungen erhaltet ihr auch wesentlich mehr Content und einen viel besseren Spielfluss. Yooka-Replaylee macht auch auf Nintendo Switch 2 eine sehr gute Figur, könnte aber noch das ein oder andere Update vertragen, in Sachen Performance. Im Kern fühlt sich Yooka-Replaylee jetzt an wie das, was es eigentlich schon vor 8 Jahren sein wollte: ein wahrhaft geistiger Nachfolger zu den zwei Klassikern Banjo-Kazooie und Banjo-Tooie.
    Es ist erstaunlich, was ein Entwicklerstudio zusammenstellen kann, wenn man auf die Kritik aus allen Richtungen hört. Fans wurden gefragt, welche Punkte im Original Yooka-Laylee gestört haben und die Entwickler haben hier direkt nachgebessert. Neben zahlreichen Quality of Life Verbesserungen erhaltet ihr auch wesentlich mehr Content und einen viel besseren Spielfluss. Yooka-Replaylee macht auch auf Nintendo Switch 2 eine sehr gute Figur, könnte aber noch das ein oder andere Update vertragen, in Sachen Performance. Im Kern fühlt sich Yooka-Replaylee jetzt an wie das, was es eigentlich schon vor 8 Jahren sein wollte: ein wahrhaft geistiger Nachfolger zu den zwei Klassikern Banjo-Kazooie und Banjo-Tooie.
    90/100
    Total Score

    Pro

    • Zahlreiche Quality of Life Verbesserungen
    • Eindeutiges Grafikupdate gegenüber des Originals
    • Viel mehr Content

    Contra

    • Performance bedarf ein Update
    • Vereinzelnd Abstürze
    • Nur der neue Content ist nicht für jederman ein Anreiz den Titel erneut zu spielen
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