Endlich ist es so weit, nach vielen Jahren erscheint diesen Donnerstag endlich ein neuer Teil in der Mana-Reihe. Nach unserer Vorschau zu Visions of Mana könnt ihr euch jetzt auf den ausführlichen Spieletest freuen!
Visions of Mana ist der fünfte Hauptteil der Reihe, bleibt seinen Wurzeln sehr treu und bringt gleichzeitig zahlreiche neue Ideen mit.
Auch wenn noch keine Nintendo Switch-Version (oder für dessen Nachfolger) bestätigt ist, konnten wir dank Square Enix das Spiel intensiv auf dem PC spielen und einen Test dazu verfassen. Ob die Reise zum Mana-Baum eine angenehme war, erfahrt ihr in unserem Spieletest. Nach Adventure of Mana, Secret of Mana, Trials of Mana und Dawn of Mana können wir am 29. August 2024 endlich ein komplett neues Abenteuer in Visions of Mana erleben. Visions of Mana wird von Ouka Studios entwickelt und von Square Enix für PlayStation 4, PlayStation 5, Windows und Xbox Series X|S veröffentlicht.

Die Geweihte der Elemente
In Visions of Mana begleitet ihr Val, einen Seelenwächter aus dem Feuerdorf Tiana auf seine Reise zum Heiligtum des Mana-Baumes. Alle vier Jahre benötigt der Mana-Baum die Anwesenheit eines sogenannten Geweihten von jeden der acht Elemente, damit das Gleichgewicht des Manas weiterhin in Waage ist. Sollte ein Geweihter die Reise nicht erfolgreich absolvieren oder vorher sterben, so ist das Land bzw. die Stadt des jeweiligen Elements einer schrecklichen Prophezeiung ausgesetzt. Das Königreich des Mondes, Eterna, wurde, aufgrund des Ausbleiben eines Geweihten, viele Jahre vor den Geschehnissen von Visions of Mana komplett zerstört. Damit dies nicht geschieht, wird jeder Gruppe von Geweihten ein oder mehrere Seelenwächter zur Seite gestellt.
Val beginnt seine Reise zusammen mit Hina, Geweihte des Feuers und hat als erstes großes Ziel die Hauptstadt der Fluten Ilystana im Blick. Bis dort hin sind in der Regel die Geweihten des Windes, Feuers und des Mondes mit auf der Reise. Carina, der zweite spielbare Charakter ist die Geweihte des Windes und Morley, der dritte spielbare Charakter kleidet seine Rolle als Geweihter des Mondes ein. Nachdem durch diverse Hindernisse die Gruppe endlich in der Hauptstadt der Fluten angekommen ist, lernt ihr schon relativ bald das nächste Mitglied der Gruppe kennen: Palmina. Sie ist nicht nur die Geweihte des Wassers, sondern gleichzeitig die Königin des Königreiches. Nachdem Val und die Geweihten die ganze Welt bereist haben und die Geweihten „eingesammelt“ haben, können sie endlich das finale Ziel der Reise, dem Mana-Baum, aufsuchen. Allerdings kommt es zu Komplikationen mit unbekannten Mächten, nachdem der letzte Geweihte des Baumes der Gruppe beigetreten ist. Doch was dort genau geschehen ist, müsst ihr selber erfahren.

Das Beste aus allen Titeln
Das Kampfsystem aus Visions of Mana ist, wie auch schon bei den vorherigen Teilen komplett in Echtzeit und ihr könnt mithilfe eines starken und schwachen Angriffes die Gegner angreifen. Natürlich stehen euch auch Fähigkeiten wie Aura, Ninjutsu oder Wurfdolch zur Verfügung und ebenfalls klassische Zauber aus jeder Kategorie der acht Elemente. Dabei schlüpft jeder Charakter in eine bestimmte Rolle und die Klassen, welche er bekleiden kann, sind alle grundverschieden. Val schlüpft in die Rolle des Beschützers und kann klassische Rollen wie Runenkrieger oder Paladin erlangen. Dabei kann er zwischen drei verschiedenen Waffen auswählen, darunter auch eine Lanze mit Schild. Carina ist eine Art Hybrid zwischen Kämpfer und magischer Unterstützer, ihre Aufgabe ist es, die Gruppe mit wertvollen Wertesteigerungen zu versorgen und gleichzeitig Gegner zu schwächen und viel Schaden auszuteilen.
Morley geht in die Richtung eines Schurken und kann mit seinen Klassen den Gegner verwirren und auch viel Schaden austeilen. Palmina hingegen ist die klassische Magierin aus einem Mana Spiel und kann mächtige Zauber aus jeder Elementkategorie entfesseln und auch leichte Heilzauber wirken. Julei kann durch seine Heilkräfte die Gruppe unterstützen, aber auch als Beschwörer auftreten und Monster auf die Gegner hetzen. Jeder Charakter hat pro Element eine Klasse und die unterscheiden sich nicht nur nach Werten, sondern mitunter auch nach Spielweise. Der oben erwähnte Runenkrieger verzaubert die Waffen der Gruppe mit den Elementen, um so die Schwächen der Gegner auszunutzen und mehr Schaden auszuteilen. Vals Schaden ist sehr hoch mit dieser Klasse und ist flexibel einsetzbar durch die fehlende Einschränkung durch die Elemente. Der Paladin hingegen erlernt Resistenzzauber gegen die einzelnen Elemente und teilt gleichzeitig viel Schaden bei den Gegnern aus. Die Geschwindigkeit und Reichweite der Angriffe sind jedoch stark eingeschränkt als Paladin.
Im sogenannten Elementarbrett könnt ihr die einzelnen Klassen aufwerten und Fähigkeiten, Klassentalente oder andere Dinge lernen. Fähigkeiten haben den Vorteil, dass ihr diese mit jeder anderen Klasse benutzen könnt. So kann zum Beispiel Carina ihre Stärkungszauber auch mit einer Angriffsklasse nutzen, um so viel flexibler zu sein. Dies gilt allerdings nicht für Klassentalente, denn diese sind nur aktiv, sofern auch die passende Klasse aktiviert ist. Jede Klasse ist auch an ein Artefakt gebunden, welches das Element darstellt, und im Kampf nutzbar ist. Das heißt allerdings gleichzeitig, dass Charaktere nicht das gleiche Element verwenden können. Das lädt eigentlich aber hauptsächlich dazu ein, mit den ganzen Klassen herumzuexperimentieren und sich die beste Gruppe je nach Situation zusammenzubauen.
Auf Entdeckungsreise
In der Welt von Visions of Mana könnt ihr eure Gruppe nicht nur durch das Besiegen von Gegnern verstärken, sondern auch durch das sorgfältige Erkunden von den Gebieten, welche ihr bereist.
Überall sind Schätze, Schreine, Herausforderungen oder andere Dinge versteckt.
Natürlich sind auch die allseits beliebten Nebenaufträge mit von der Partie und einige davon belohnen euch nicht nur mit Geld, sondern auch mächtigen Fähigkeitssamen oder Ausrüstung. Jeder Charakter kann anfangs zwei Fähigkeitssamen ausrüsten und im späteren Spielverlauf sogar bis zu zehn davon. Jeder Samen gibt euch entweder eine Verbesserung für euren Charakter in Form von Wertsteigerungen oder Schutz gegen gewissen elementaren Schaden oder ihr erlernt einen Zauberspruch so lange ihr den Samen tragt. Auf der jeweiligen Gebietskarte werden euch über kleine blaue Kreise Orte angezeigt, welche Geheimnisse beherbergen. Doch nicht nur harmlose Dinge werden auf der Karte markiert, sondern auch mächtige Gegner. Diese Gegner erfordern eure volle Konzentration und manchmal auch spezielle Gruppenzusammenstellungen. Gewinnt ihr eine Begegnung mit solch einem mächtigen Gegner, so erwarten euch nicht nur Unmengen an Erfahrungspunkten, sondern auch seltene Seelenkristalle und Fähigkeitssamen.
Seelenkristalle erhaltet ihr häufig bei Kämpfen, gegen Feinde und ihr könnt ab einem gewissen Punkt im Spiel diese Kristalle gegen Belohnungen eintauschen. Einige davon sind einzigartig und können nur über diese Art erlangt werden. Bossgegner belohnen euch immer mit einem Kristall, aber diesen könnt ihr natürlich pro Spieldurchlauf nur einmal erhalten. Wo wir bei den Bossgegnern angekommen sind, kann ich sagen, dass jeder Boss ab Mitte des Spieles eine besondere Mechanik hatte, die den Kampf aufgewertet hat und die Kämpfe gleichzeitig nicht unnötig in die Länge gezogen hat. Die Hauptgeschichte ist nicht so herausfordernd gewesen, der optionale Content hat hierbei eine wesentlich größere Herausforderung geboten. Wer fleißig trainiert und nicht jedem Kampf aus dem Weg geht, wird hier allerdings keine Probleme haben.

Die Fortbewegung in der Welt könnt ihr entweder klassisch zu Fuß unternehmen, wobei die Steuerung hierbei sehr gut von der Hand geht oder auch mithilfe eines Reittieres. Ihr könnt mithilfe eines Items könnt ihr jederzeit die flauschigen Begleiter beschwören und geht somit jeden Kampf auch aus dem Weg. Ich bin allerdings fast nur zu Fuß unterwegs gewesen, denn das auf und absteigen vom Reittier hat mir persönlich immer zu lange gedauert. Im späteren Spielverlauf erhaltet ihr noch weitere Fortbewegungsmöglichkeiten auf dem Wasser oder auch zur Luft. Es war erfreulich nach so vielen mal wieder eine Möglichkeit zu erhalten eine Weltkarte zu bereisen und über die einzelnen Gebiete zu gleiten. Zwar gibt es auch eine Schnellreise, diese ist jedoch immer nur auf den jeweiligen Kontinent beschränkt.
Durch und durch „Mana“
Wie versprochen sollte die Optik von Visions of Mana sehr magisch und malerisch wirken und dies ist gelungen. Der Grafikstil mag für einige kindisch und altbacken wirken, aber dieser ist ein Trademark von der Mana-Reihe. Dieser hatte noch nie auf starken Realismus gesetzt, sondern eher auf stilistische Grafik (wie z.B. bei Legend of Mana oder Children of Mana). Kämpfe und Effekte in Kämpfen wirken oft wie ein Feuerwerk und bombardieren den Bildschirm, allerdings nicht so stark, dass man nichts mehr erkennt. Bossgegner sind oft gigantisch und perfekt animiert. Mana-Veteranen erkennen auch viele Gegner wieder, da diese auch schon in den alten Spielen das ein oder andere Mal aufgetaucht sind.
Wo definitiv nicht zu viel versprochen wurde, ist die Musikuntermalung im Spiel. Anfangs war ich sehr skeptisch über den Soundtrack, denn die Lieder waren, verglichen zu Trials of Mana und Secret of Mana eher bedeckt unterwegs. Doch nach dem Besuch in der Hauptstadt des Wassers habe ich gemerkt, dass Hiroki Kikuta, Komponist der alten Teile, wieder alles gegeben hat. Ganz besonders gefallen haben mir die Musikstücke rund um die Bosskämpfe im späteren Spielverlauf. Anders als in anderen Spielen haben später die meisten Bosse ihre eigenen Musikstücke erhalten und diese sind sofort im Ohr hängen geblieben. Die Sprachausgabe kann sowohl in Englisch als auch Japanisch wiedergegeben werden und jederzeit geändert werden. Die meisten Szenen im Spiel wirkten authentisch durch die Synchronisation, allerdings hat Morley eine leicht zu tiefe Stimme für seinen Charakter. Dies sind aber persönliche Präferenzen und jeder kann die Sprachausgabe so einstellen, wie er es wünscht.
Wundervoller Mana-Ableger
Wundervoller Mana-AblegerPro
- Fantastischer Soundtrack
- Angenehme Spiellänge
- Spannende Geschichte
- Klassensystem sorgt für tiefes Gameplay
Contra
- Grafik für einige nicht modern genug
- Moderat/Leichter Schwierigkeitsgrad
- Starre Animationen in Zwischensequenzen
- Kein Multiplayer
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