PRAGMATA im Test für Nintendo Switch 2

PRAGMATA – die neue IP von Capcom. Wir befinden uns in der nahen Zukunft. Die Protagonisten Hugh und seine Androiden-Begleiterin Diana müssen zusammenarbeiten und sich ihren Weg durch eine kalte Forschungsstation auf dem Mond bahnen.

Vor beinahe 6 Jahren wurde Pragmata als eine neue IP von Capcom angekündigt, und viele Jahre war es still um den Titel. 2023 wurde das Spiel leider auf unbestimmte Zeit verschoben. Doch letztes Jahr gab es einen Lichtblick: Capcom kündigte an, dass Pragmata 2026 erscheinen wird.

Erfreulich für alle Besitzer einer Nintendo Switch 2: Dieser Titel wird zeitgleich (außer in Japan) mit den anderen Versionen diesen Freitag, dem 17.04.2026, erscheinen. Wir haben die Möglichkeit erhalten, uns intensiv mit dem Titel zu beschäftigen. Nun können wir euch verraten, ob sich Capcom mit ihrer neuen IP gute Arbeit geleistet hat.

Wer noch unschlüssig ist, kann gerne auch die bereits veröffentlichte Demo austesten. Dabei sei erwähnt, dass diese mit dem eigentlichen Gameplay-Loop des Hauptspiels nicht viel mehr gemeinsam hat.

Die KI „IDUS“ wütet und tötet alles

Pragmatas Geschichte startet in einer nicht allzu fernen Zukunft auf dem Mond der Erde. Dort wurde die Cradle, eine riesige Forschungsstation der Menschen, erbaut.

Der größte Meilenstein war die Konstruktion eines gigantischen Filament-Druckers. Dieser kann den Rohstoff des Mondes, Lunum, zu allen möglichen Objekten umwandeln. Das sogenannte Lunafilament spielt nicht nur für die Geschichte, sondern auch für das Gameplay eine wichtige Rolle. Dazu aber später mehr.

Da es einen Hilferuf für die Raumstation gab, wurde ein Ingenieurteam zur Cradle entsandt, um zu untersuchen, was den Notruf ausgelöst hat. Hugh Williams ist der Protagonist des Spiels. Ihr erlebt das Abenteuer aus seiner Sicht.

Nach der Ankunft auf der Raumstation schlägt sich das Team vom Raumhafen in die näheren Umgebungen vor. Dort wird euch zugleich die grundlegende Steuerung erklärt. Nach einem Zwischenfall wird das Team allerdings komplett voneinander getrennt.

Hugh wird, dem Tode nahe, von einem mysteriösen Mädchen entdeckt und erhält unmittelbare medizinische Behandlung. Ohne große Erklärungen flüchten die beiden vor aggressiven Androiden, die nach Hughs Leben trachten. Zum Glück erreichen sie den Schutzraum der Station. Dort können sie verschnaufen und sich näher kennenlernen.

Das Mädchen D-I-0336-7 wird von Hugh „Diana“ getauft. Sie begleitet ihn das ganze Abenteuer und verfügt als Pragmata über mächtige Hacking-Fähigkeiten.

Das ungleiche Gespann möchte zusammen die Erde erreichen und herausfinden, warum die KI der Station, IDUS, alle Lebewesen vernichten will. Während sie sich durch ein Times-Square-ähnliches Level und den Terra-Dom schlagen, ein riesiges Natur-Biom, treffen die beiden auch eine weitere Pragmata namens Acht. Viel mehr ins Detail möchte ich nicht gehen. Hugh spürt, dass etwas sehr Merkwürdiges in der Raumstation vor sich geht…

Hacken, Schießen, Springen, Ausweichen – alles gleichzeitig

Das Gameplay von Pragmata lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Multitasking.

Oberflächlich wirkt der Titel wie ein Third-Person-Shooter. Im Kern bietet er jedoch viele weitere Elemente, die das Spiel einzigartig machen. Dianas Fähigkeit zu hacken ermöglicht es, Gegnern mithilfe eines Rasters Schaden zuzufügen und sie gleichzeitig für Hughs Schusswaffen anfällig zu machen.

Einfache Gegner haben meist ein Raster von 4 × 4 Feldern. Spätere Feinde besitzen besondere Formen und zusätzliche Hindernisse. Während man zielt, steuert man über die rechten Knöpfe (A, B, Y, X) den Hackingprozess. Dabei sollte man möglichst viele Knotenpunkte treffen.

Diese erhöhen nicht nur den Schaden, sondern bieten auch besondere Effekte, etwa das Heilen von Hugh oder das Verwirren von Androiden. Komplexere Gegner leisten mehr Widerstand und besitzen negative Knoten. Einige blockieren Wege, andere brechen den Vorgang sofort ab oder erschweren das weitere Hacken.

Manchmal ist es anzuraten, sich auf das Hacken aus der Ferne zu konzentrieren. Im späteren Spielverlauf kann dies erheblichen Schaden verursachen.

Hughs Arsenal ist anfangs begrenzt. Er nutzt eine wiederaufladbare Pistole, die guten Schaden verursacht, aber wenig Munition bietet und langsam nachlädt. Später kann diese gegen schnellere Waffen getauscht werden, die jedoch eigene Nachteile mitbringen.

Zusätzlich gibt es drei weitere Waffentypen: schadensbasierte Waffen, hackingbasierte Waffen und Unterstützungswaffen. Diese verfügen über begrenzte Munition und verschwinden danach – zumindest solange bis ihr eine neue Waffe findet oder sie gegen eine andere austauscht um neue Munition zu erhalten.

Im Schutzraum könnt ihr Waffen verbessern und freischalten. Bevor ihr ein Areal erneut betretet, passt ihr euer Arsenal, eure Hacking-Knoten und Module individuell an. So seid ihr optimal vorbereitet.

Zum Schutzraum gelangt ihr über Rettungsluken, die über die Gebiete verteilt sind. Dort füllt ihr Vorräte (wie zum Beispiel Reparaturkanister) auf und verbessert Ausrüstung. Gleichzeitig erscheinen bereits besiegte Gegner jedoch erneut.

Hat da jemand Soulslike gesagt? Ein Tod hat in PRAGMATA zum Glück weniger harte Konsequenzen. Ihr werdet im Schutzraum wiederbelebt und müsst den Abschnitt oder Bereich, welchen ihr bereits erkundet habt, noch einmal versuchen.

Während Kämpfen müsst ihr mehrere Dinge gleichzeitig beachten. Ihr hackt Gegner, weicht Angriffen aus und bleibt in Bewegung. Schubdüsen ermöglichen schnelle Ausweichmanöver mit der R-Taste, müssen sich aber wieder aufladen.

Diese Mechanik erfordert Konzentration. Oft ist es nicht möglich, alles gleichzeitig im Blick zu behalten. Genau das macht den Reiz aus. Es entsteht ein Risk-and-Reward-Prinzip: Angriff oder Sicherheit?

Riskiere ich einen Hack und töte den Gegner oder Weiche ich zur Sicherheit aus und probiere es aus sicherer Entfernung noch einmal?

Jedoch steht man manchmal einer Vielzahl Feinden gleichzeitig entgegen.

Erkundung macht sich bezahlt

Die Cradle ist keine große offene Welt, jedoch sind die Bereiche groß genug, damit man zahlreiche Stunden mit der Erkundung damit verbringen kann.

Das lohnt sich. Ihr findet nicht nur wertvolles Lunafilament, mit dem ihr nahezu alles upgraden könnt, sondern auch andere nützliche Utensilien: Upgrade-Kerne, reines Lunum und sogenannte Cabin-Münzen.

Diese Ressourcen verbessern Hughs Ausrüstung und Dianas Fähigkeiten, damit ihr größere Chancen gegen die Androiden habt. Auch Module sind in der Spielwelt versteckt. Sie bieten kleinere, aber nützliche Effekte und unterstützen unterschiedliche Spielstile. Die unterschiedlichsten Kategorien lassen hierbei keine Wünsche offen für eure eigene Spielweise. Möchtet ihr beispielsweise mehr aus der Ferne kämpfen, so wählt Module die den Fernkampfschaden erhöhen.

Cabin-Münzen gebt ihr bei Cabin, einem Roboter im Schutzraum, aus. Dort aktiviert ihr eine Bingo-Karte. Ihr schaltet Feinddaten, geheime Nachrichten, Waffen, Reparaturkartuschen oder rote Schlüsselkarten frei. Schaltet ihr Bingo-typisch eine Reihe frei, so habt ihr ein Bingo und besondere Belohnungen winken euch zu.

Jedes Gebiet hat eine Gewisse Menge an verstecken Gegenständen, welche ihr durch gründliche Erkundungen finden könnt, oder auch mithilfe eines Scanners im späteren Spielverlauf besser Orten könnt. Die Position ist teilweise bekannt, doch der Weg dorthin muss selbst entdeckt werden.

Manchmal hat man das Gefühl, dass nur eine Wand zwischen uns und dem Upgrade ist… Wer weiß ob die Wand überhaupt echt ist?

Die vorhin erwähnten Schlüsselkarten lassen euch rote Türen öffnen, welche schwere Gegnerbegegnungen bieten. Absolviert ihr diese winken euch seltene und zahlreiche Belohnungen unter anderem auch Speicherchips für Diana. Diese sorgen dafür dass sie mehr Override-Energie sammeln kann. Override ist die ultimative Fähigkeit von Diana, die alle Feinde komplett hackt und bewegungsunfähig macht.

Währenddessen könnt ihr ungeachtet eurer Umgebung alles auf den Androiden fokussieren um ihn schnell zu vernichten. Für jeden erfolgreichen Hack von Diana füllt sich die Anzeige langsam auf, doch im Notfall kann der Override den Unterschied zwischen Erfolg oder Misserfolg einer Mission darstellen.

Da ihr im Verlaufe des Spiels neue Fähigkeiten erhaltet, ist es auch anzuraten regelmäßig ältere Bereiche noch einmal zu erkunden, um alle versteckten Objekte finden zu können.

Neben Gegenständen, entdeckt ihr auch das ein oder andere Logbuch, welches die Hintergründe der Geschichte und den Geschehnissen ein wenig Genauigkeit verleiht.

Ab und an findet ihr ein R.E.M. (Read Earth Memory), womit ihr im Schutzraum für Diana Objekte von der Erde drucken könnt. Im Bild oben seht ihr einen Röhrenfernseher. Da Diana nur die Cradle gesehen hat, weiß sie nicht was ein Ballon oder ein Skateboard ist. Die Interaktionen zwischen ihr und diesen Objekten sind schön anzusehen, da man die Verspieltheit in ihrer Persönlichkeit eindeutig erkennt und ebenfalls ihr „Unwissen“ über die Erde an sich.

Da Diana noch nie in ihrem Leben Wasser gesehen oder gefühlt hat, möchte sie gerne mit Hugh zusammen auf der Erde als Erstes einen Strand erkunden.

Allgemein sind die Interaktionen zwischen Hugh und Diana wirklich schön anzusehen. Sämtliche Gespräche sind vertont, die deutsche Sprachausgabe klingt gut und man lernt auch beiläufig vieles über unseren Protagonisten, während er Diana die Welt erklärt.

Atmosphäre pur

Die Cradle wirkt trotz ihrer metallischen Struktur abwechslungsreich. Verschiedene Biome bieten unterschiedliche Umgebungen, darunter die erwähnten Natur- und Stadtbereiche.

Einige Biome wie der Terra-Dom oder Stadt-Dom bieten ausreichend große Schauplätze wie eine New-York-ähnliche Stadt oder einen Wald mit Tieren und anderen Lebewesen.

Optisch wird der Titel, wie für Capcom-Spiele üblich, von der hauseigenen RE-Engine gestemmt und liefert auch auf Nintendo Switch 2 eine gute Figur. Habt ihr Resident Evil Requiem gespielt und wart zufrieden? Dann wird euch PRAGMATA ebenso Spaß machen.

Auf der anderen Seite merkten wir hier, anders als bei Resident Evil, klare Unterschiede in der Leistung zwischen Dock- und Handheld-Modus.

In der TV-Station erreicht PRAGMATA häufiger die 60 FPS-Marke (schwankt zwischen 45 und 60) bei einer guten Bildqualität. Im Handheld-Modus hingegen läuft der Titel eher im unteren Spektrum zwischen 30 und 45 FPS und bei niedrigerer Auflösung.

Es ist nicht komplett verwaschen, wirkt aber hier und da nicht so schön und fulminant, wie im Docked-Modus. Das Spiel bleibt dennoch gut spielbar in beiden Modi.

Ich habe PRAGMATA ungefähr in gleichen Teilen jeweils – sowohl im Dock- als auch Handheld-Modus – gespielt. Die Animationen, Effekte, ebenso Licht und Reflexionen sind für ein Hybrid-System in Ordnung und zeigen, was in der RE-Engine auch bei größeren Umgebungen gezaubert werden kann. Hier und da gibt es aber merkwürdiger Weise Texturen die sehr niedrig aufgelöst sind, als ob sie nicht geladen wurden.

Kevin durfte das Spiel auf PlayStation 5 ausprobieren und zeigt sich begeistert. Flüssige Performance, mehr Effekte, bessere Reflexionen und sichtbar schöneres Haar bei Diana – vermisste aber die Option auch mal unterwegs spielen zu können. Ein zweiter Durchgang von PRAGMATA auf Nintendo Switch 2 ist daher bereits fest eingeplant!

Was uns komplett überrascht hat ist der famose Soundtrack. Dass dieser sich wie Mega Man anhört, kommt nicht von ungefähr, denn der Komponist ist eben jener, der unter anderem auch Mega Man 11 komponiert hat.

Kämpfe werden von „Cyber“ ähnlicher Musik unterstützt, was dafür sorgt, dass sich diese actionreich anfühlen. Gleichzeitig glänzen Zwischensequenzen durch ruhige, aber auch manchmal traurige musikalische Themen, welche die Geschichte von PRAGMATA unterstreichen.

Bosskämpfe fühlen sich episch an und hinterlassen ein sehr positives Gefühl im Kopf – auch lange noch, nachdem diese bereits abgeschlossen sind.

Dies gilt ebenso für das Sounddesign, denn Soundeffekte oder auch Schüsse fühlen sich passend für das Setting an und gleichzeitig auch wuchtig genug, damit man nicht das Gefühl hat, man schießt mit einer Erbsenpistole.

Die Sprachausgabe, besonders die Interaktion zwischen Diana und Hugh, ist fantastisch. Insbesondere ihre Stimme gefällt mir besonders, da die Verspieltheit und kindliche Unschuld damit komplett eingefangen und transportiert wird. Die Dynamik zwischen den Beiden entwickelt sich stetig und selbst wenn ihr ältere Bereiche erneut erkundet, kommen neue Dialoge hervor, in denen ihr näheres zur Vergangenheit von Hugh oder über Diana erfahrt.

Einzigartiges Hacking-Abenteuer von Capcom

PRAGMATA
89 100 0 1
Capcom hat es wenige Monate nach Resident Evil Requiem erneut geschafft uns abzuholen. PRAGMATA ist eine neue und frische IP, von der wir – Trotz Demo – einen eher gemischten Eindruck hatten, doch es lohnt sich! Technisch auf einer ähnlichen Stufe mit den Resident Evil-Titeln für Nintendo Switch 2, kann sich PRAGMATA sehen lassen, auch wenn der Handheld-Modus meines Empfindens nach ein paar Optimierungen gebrauchen könnte. Mit 15-20 Spielstunden für das Hauptspiel fühlt sich der Titel weder zu lang noch zu kurz an. Das Hacking-Spielelement wird stetig mit neuen Elementen verfeinert, sodass man nicht in Gefahr der Eintönigkeit verfällt. Die Atmosphäre, Grafik sowie der Soundtrack sind höchste Klasse und hinterlassen einen tollen Gesamteindruck. Capcom hat hier einen weiteren Hit auf die Beine gestellt und wir hoffen schon jetzt, dass das Abenteuer in der Welt von PRAGMATA auch in Zukunft noch irgendwie weitergehen wird.
Capcom hat es wenige Monate nach Resident Evil Requiem erneut geschafft uns abzuholen. PRAGMATA ist eine neue und frische IP, von der wir – Trotz Demo – einen eher gemischten Eindruck hatten, doch es lohnt sich! Technisch auf einer ähnlichen Stufe mit den Resident Evil-Titeln für Nintendo Switch 2, kann sich PRAGMATA sehen lassen, auch wenn der Handheld-Modus meines Empfindens nach ein paar Optimierungen gebrauchen könnte. Mit 15-20 Spielstunden für das Hauptspiel fühlt sich der Titel weder zu lang noch zu kurz an. Das Hacking-Spielelement wird stetig mit neuen Elementen verfeinert, sodass man nicht in Gefahr der Eintönigkeit verfällt. Die Atmosphäre, Grafik sowie der Soundtrack sind höchste Klasse und hinterlassen einen tollen Gesamteindruck. Capcom hat hier einen weiteren Hit auf die Beine gestellt und wir hoffen schon jetzt, dass das Abenteuer in der Welt von PRAGMATA auch in Zukunft noch irgendwie weitergehen wird.
89/100
Total Score

Pro

  • Atmosphäre und Grafik
  • Passender Soundtrack und gute Synchronisation
  • Frischer Wind in einem Third-Person Shooter
  • Angenehme Länge
  • Spannende Bosskämpfe

Contra

  • Handheld-Performance könnte noch optimiert werden
  • Gegnervielfalt hätte größer sein können
  • Anfangs recht Träge durch fehlende Waffenauswahl

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