Mit Yoshi and the Mysterious Book schlägt Nintendo am 21. Mai 2026 ein neues Kapitel für den grünen Dino auf – und setzt dabei auf eine überraschend ungewöhnliche Grundidee. Statt klassischer Levelstrukturen steht diesmal eine lebendige Enzyklopädie im Mittelpunkt des Geschehens.
Wir wurden von Nintendo nach Frankfurt eingeladen, um uns einen ersten Eindruck vom Spiel zu verschaffen und der ist ziemlich positiv. Anschauen konnten wir uns dabei zwei Kapitel des Spiels: den blumigen Wald und das Tal in dem unter anderem Shy Guy leben.
Yoshi and the Mysterious Book könnte spannender werden als ursprünglich gedacht. Nachdem ich knapp 90 Minuten in den Seiten von Enzo stöbern durfte, möchte ich gerne noch mehr Kreaturen erforschen und mehr über die Hintergrundgeschichte des Spiels erfahren.

Ein Buch voller Geheimnisse als Spielwelt
Der Ausgangspunkt der Handlung ist schnell erzählt: Eines Tages fällt eine sprechende Enzyklopädie namens Enzo vom Himmel und landet auf der Insel der Yoshis. Seine Seiten sind gefüllt mit eigentümlichen Kreaturen, deren Eigenschaften auf den ersten Blick rätselhaft wirken.
Yoshi beschließt, diesen Geheimnissen auf den Grund zu gehen – und betritt die Seiten des Buches selbst. Damit wird die Enzyklopädie nicht nur erzählerisches Element, sondern direkt zur spielbaren Welt.
Enzo selbst hat augenscheinlich keinen Zugriff auf seine Seiten und bittet Yoshi einen Blick auf den Inhalt zu werden und zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Mithilfe seines Monokels, welches als Lupe fungiert, schauen wir uns die Seiten im Detail an.
Neu entdeckte Kreaturen werden notiert sowie skizziert und unser grüner Held darf auf magische Weise auch gleich in das Buch springen, um das noch unbekannte Habitat zu untersuchen.
Beobachten, ausprobieren, verstehen
Im Zentrum des Gameplays steht nicht Geschwindigkeit oder Präzision, sondern Neugier und Experimentierfreude. Yoshi interagiert mit den Kreaturen auf unterschiedliche Weise und analysiert deren Verhalten im „natürlichen Lebensraum“ (Habitat) innerhalb der Buchseiten.
Typische Aktionen sind dabei:
- das Verschlingen von Kreaturen
- das Anspringen
- das Mitnehmen auf dem Rücken
Seine bekannten Fähigkeiten, wie etwa den Flattersprung, beherrscht er ebenso.
Doch entscheidend ist nicht die Aktion selbst, sondern deren Konsequenz. Jede Interaktion kann neue Effekte auslösen, die wiederum Einfluss auf die Umgebung und den weiteren Fortschritt haben.
So erforschen wir zu Beginn eine blumenähnliche Kreatur. Diese ist nach einem Treffer am Kopf etwas benommen und ihr Geschmack ist süßlich. Sollte Yoshi sie verschlingen, trägt er – wie gewohnt – Eier mit sich herum, die jederzeit auf Gegner oder Objekte geworfen werden können.
Mit einem Druck auf X katapultiert Yoshi die Kreatur auf seinen Rücken, woraufhin Knospen erblühen, sobald wir sie berühren. Da es die Blumen-Kreaturen in unterschiedlichen Farben gibt, erblühen die Blüten entsprechend in passender Farbe.
Am Ende des ersten Abschnitts musste ich dann noch drei Riesenblumen blühen lassen, um zu Enzo und den anderen Yoshis zurückzukehren. Ja, es gibt gleich mehrere. Und falls uns der grüne Yoshi zu langweilig ist, kann auch wahlweise ein anderer Yoshi in das Buch springen – Gelb, Orange, Lila, Pink, Hell- oder Dunkelblau, sowie Rot.

Kreaturen als Schlüsselmechanik
Die Lebewesen in Enzos Buch sind weit mehr als einfache Gegner oder Hindernisse. Sie fungieren als zentrale Gameplay-Elemente, deren Eigenschaften gezielt genutzt werden müssen.
Eine Kreatur erzeugt beispielsweise Blasen, die als Plattform genutzt werden können, um höhergelegene Orte zu erreichen. Wird sie von Yoshi getragen, produziert sie kontinuierlich neue Blasen – wodurch ihr völlig neue Areale innerhalb der Buchseite entdecken könnt.
Erkundung wird in diesem Spiel belohnt! Grinseblumen sind auch in Yoshi and the Mysterious Book ein zentrales Sammelelement und teilweise an schwer erreichbaren Stellen oder hinter bestimmten Aktionen versteckt.
Glyphen verstehen sich als eine Art Geldwährung, die wir ausgeben dürfen, um neue Entdeckungen vorherzusagen und uns Hinweise zu Habitaten geben zu lassen.
So war im Buch lediglich eine Silhouette zu sehen, mit dem Text „Frucht verfüttert!“. Der eingekaufte Hinweis stupste mich dann in die richtige Richtung und verriet mir, wohin ich Summser führen sollte – zu einer süßen knackigen Frucht.
Veränderbare Eigenschaften durch Interaktion
Besonders interessant ist die Dynamik, mit der sich Kreaturen verändern können. Ihr Verhalten bleibt nicht statisch, sondern reagiert auf äußere Einflüsse.
Wird eine Kreatur beispielsweise gefüttert, kann sich daraus eine neue Entdeckung ergeben. Quakmatz zeigt sich von seiner musikalischen Seite und beherrscht die Tonleiter wie keine andere Kreatur. Es könnte – gefüttert mit einer Chilischote – sogar feurig heiße Rhythmen darbieten.

Fortschritt durch Entdeckungen statt klassischer Levelstruktur
Alle Erkenntnisse werden automatisch in der Enzyklopädie dokumentiert. Jede neue Beobachtung erweitert die Einträge und bringt den Spieler einen Schritt weiter.
Das Fortschrittssystem basiert dabei auf gesammelten Sternen, die durch Entdeckungen verdient werden. Diese wiederum schalten neue Seiten frei, auf denen weitere Kreaturen warten.
Die Spielstruktur wirkt dadurch weniger linear als in klassischen Yoshi-Titeln. Statt klar abgegrenzter Level entsteht ein Kreislauf aus:
- Erkunden
- Experimentieren
- Dokumentieren
- Freischalten neuer Inhalte
Neu entdeckte Kreaturen können selbst benannt werden – entweder individuell oder automatisch durch Enzo. Das verstärkt den Eindruck eines persönlichen Forschungsprozesses. Da ich jedoch meinen Pokémon in der Regel schon keine Spitznamen gebe und auch in diesem Spiel erstmal die originalen Namen der Kreaturen kennenlernen wollte, habe ich Enzo die Entscheidung überlassen.
Ihr habt die Wahl zwischen:
- Was schlägst du vor, Enzo? (offizielle Bezeichnung der Kreatur)
- Was waren Ideen anderer Konsolennutzer?
- Ich überlege mir was.
So heißt die eingangs erwähnte Blume beispielsweise offiziell Susel Dusel, da sie laut Enzo ein wenig desselig sein kann und auch etwas verträumt ist. Warum der Bienenschwarm Traubina genannt wird, findet ihr selbst bald heraus, sobald ihr euch mit Yoshi in das Abenteuer stürzt. Weitere von uns entdeckte Kreaturen waren Shy Guy, Schnappasit, Mini-Mauser und Ebohr.
Solltet ihr euch entscheiden, selbst kreativ zu werden, taucht dieser Name überall im Spiel auf. Tobt euch daher bei Bedarf gerne mit lustigen Wortschöpfungen aus.
Die Shy Guy haben sich im Tal gut versteckt, aber das ist für Yosho natürlich kein Problem sie alle zu finden. Praktisch dabei ist, dass sie die Verstecke ihrer Kumpels verraten – oder zumindest die grobe Richtung. Der Gesuchte hat in unserem Beispiel sogar die selbe Farbe wie Yoshi.

Eine richtige Sprachausgabe gibt es nicht, abseits von Enzos Fantasiesprache – Kinder werden also auch hier wieder zum Lesen animiert.
Enzo erfüllt alle Basics eines handelsüblichen Buches. Natürlich durfen da auch Lesezeichen nicht fehlen. Auf diese Weise sieht man auf einen Blick alle mit einem Häkchen versehenen Entdeckungen. So kann man interessante Einträge schnell wiederfinden. Oder Entdeckungen ansehen, die andere Entdecker auf dieser Konsole mit Häkchen markiert haben – clever!
Meine Lieblingskreatur ist derzeit der Schnappasit. Eine Wassermelone mit Flügeln. Wenn Yoshi eine Wassermelone verschlingt, kann er auch eine zeitlang Kerne auf Gegner spucken.

Erster Eindruck
Die bisher gezeigten Inhalte aus Yoshi and the Mysterious Book machen einen soliden Eindruck. Klassische Plattforming-Elemente bleiben uns erhalten. Die Entdeckung neuer Kreaturen und deren Habitate fühlt sich sehr belohnend an. Fast schon wie das Füllen eines Pokédexes, auch wenn wir die Kreaturen selbst nicht einfangen, sondern nur deren Lebensweise studieren.
Auf unserer Reise durch das Buch sind wir unter anderem auch das ein oder andere Mal auf Kamek gestoßen – ein Scherge des schrecklichen Königs Bowser. Kamek war auf der Suche nach Bowser Jr., dessen Motiv für uns im Rahmen dieser von uns gespielten Vorschauversion jedoch noch nicht offenbart wurde. Warum seine Niedertracht die Seiten von Enzo heimsucht, werden wir also wohl erst mit der Veröffentlichung des Spiels erfahren.
Der Spielfluss entsteht weniger durch lineare Herausforderungen, sondern durch das schrittweise Verstehen der Spielwelt. Ob diese Idee langfristig trägt, hängt maßgeblich davon ab, wie vielfältig die Interaktionen tatsächlich sind. Das Grundkonzept liefert jedoch eine klare Richtung.
Der Bilderbuch-Grafikstil gefällt mir sehr. Als Zielgruppe sehe ich eher jüngere Spieler, aber auch die erwachsenen Yoshi-Fans, die auf spaßige Entdeckertour gehen möchten, dürften Spaß haben.
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